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Deutschland trägt Maske: So halten sich die Menschen an die Pflicht

  • In vielen Bundesländern gilt seit diesem Montag die Maskenpflicht
  • Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hatten sie bereits in der vergangenen Woche eingeführt.
  • Wie gut halten sich die Menschen an die neue Regelung im Kampf gegen die Corona-Pandemie?
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Berlin. So gewöhnungsbedürftig der Anblick von Masken im Gesicht für viele auch sein mag, so gut wird die Pflicht, sie zu tragen, offenbar eingehalten. Das jedenfalls ist der erste vorsichtige Eindruck, nachdem in vielen Bundesländern seit diesem Montag die Maskenpflicht gilt. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hatten sie bereits in der vergangenen Woche eingeführt, Baden-Württemberg folgt als Letztes am Mittwoch.

Die meisten verzichten auf Bußgelder, doch ohnehin scheinen viele den Ernst der Lage in der Corona-Krise anzuerkennen und tragen fleißig Maske. Ein Einblick in einen Großteil der Länder:

Brandenburg

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Die Brandenburger müssen nun in allen öffentlichen Bussen und Bahnen und in Geschäften eine Alltagsmaske tragen. Wer sich nicht daran hält, muss aber keine Bußgelder fürchten.

“Die Händler sind supergut darauf vorbereitet”, sagte Wolfgang Kampmeier vom Handelsverband Berlin-Brandenburg auf Anfrage. Er ist zuständig für die Region Mittel- und Nordwestbrandenburg. In kleineren Geschäften hätten sich Inhaber und Verkäuferinnen auf die Situation gut eingestellt. “Oft gibt es an den Eingängen Masken für Kunden, die noch keine haben.” Auch an die Desinfektion der Hände wird gedacht; Spender stünden bereit. “Zudem wird darauf geachtet, nur eine begrenzte Zahl von Kunden in die Läden zu lassen”, erläuterte Kampmeier.

Auch in Supermärkten und Baumärkten ist der Zugang begrenzt. In der Potsdamer Innenstadt waren am Montag viele Menschen beim Einkaufen mit Masken oder Tüchern vor dem Gesicht unterwegs – aber auch viele ohne. In den Potsdamer Bahnhofspassagen wurden Kunden gleich am Eingang darauf hingewiesen, zum Schutz vor Ansteckung einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. In den meisten Geschäften sind die Verkäuferinnen Vorbild und tragen selbst den Schutz. Bäcker und Fleischer verkaufen ihre Waren: Belegte Brötchen und warme Würstchen gibt es aber nur to go. Stühle und Tische sind meist zusammengestellt, damit kein Kunde in Versuchung kommt, sich niederzulassen.

Bahnreisende bedecken nach dem Eindruck von Mitarbeitern der Deutschen Bahn nun Nasen und Münder weitestgehend vorbildlich. “Wir weisen unsere Fahrgäste aktiv in den Zügen, auf den Bahnsteigen und über alle unsere Informationskanäle auf die behördlich verfügte Anordnung der Maskenpflicht und die allgemeinen Hygieneregeln hin”, sagte ein Bahnsprecher auf Anfrage. Die Erfahrung in den Bundesländern, in denen bereits die Tragepflicht gelte, zeige, dass es eine breite Akzeptanz gebe. Falle auf, dass ein Fahrgast ohne Maske unterwegs sei, werde er darauf hingewiesen.

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In den Bussen und Straßenbahnen der Potsdamer Verkehrsbetriebe halten sich nach deren Angaben die meisten Fahrgäste an die Maskenpflicht. “Die Aufforderungen an den Haltestellen werden beachtet”, sagte Stefan Klotz, Sprecher der Potsdamer Verkehrsbetriebe. Zudem seien Servicekräfte der Verkehrsbetriebe in der Landeshauptstadt unterwegs. Sie wiesen die Reisenden auf die neue Regelung hin, Mund-Nasen-Schutz in öffentlichen Verkehrsmitteln zu benutzen. Für die Fahrer seien sie nur verpflichtend, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden könne, so bei der Betätigung der Rampe für Rollstuhlfahrer.

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Mecklenburg-Vorpommern

Die seit Montag geltende Maskenpflicht in Mecklenburg-Vorpommern wird nach ersten Einschätzungen überwiegend gut aufgenommen und eingehalten. Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden, ist zunächst bis zum einschließlich 10. Mai eine einfache Mund-Nasen-Bedeckung beim Einkauf, im öffentlichen Nahverkehr und in Taxis vorgeschrieben. Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, kann mit einem Bußgeld von 25 Euro bestraft werden. Akzeptiert werden Stoffmasken, alternativ aber auch umgebundene Tücher oder Schals.

“Bis jetzt haben wir von keinen großen Problemen aus dem Einzelhandel gehört”, sagte Mareike Petersen vom Handelsverband Nord. Ganz vereinzelt käme es vor, dass Kunden ihren Mundschutz vergessen, weil sie noch nicht daran gewöhnt seien. “Viele Händler haben für so einen Fall aber ein paar Notfallmasken vorrätig”, erklärte Petersen. Die Verkäufer seien gut ausgestattet. In den Geschäften gebe es aus Infektionsschutzgründen außerdem Abstandsmarkierungen auf dem Fußboden und Kundenbegrenzungen – etwa durch eine vorgegebene Anzahl an zur Verfügung stehenden Einkaufskörben.

Auch im öffentlichen Nahverkehr hielten sich die Fahrgäste am ersten Tag der Maskenpflicht überwiegend an die neue Vorgabe. Bis zum Nachmittag waren aus den Städten Schwerin, Rostock und Neubrandenburg keine Verstöße gemeldet worden. Die Fahrgäste hätten sich auf die neue Situation eingestellt, teilte die Stadt Schwerin mit. In Wismar habe es vereinzelt Fahrgäste ohne Maske gegeben, wie eine Sprecherin des nordwestmecklenburgischen Busanbieters Nahbus erklärte. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass hier in den kommenden Tagen mit einer höheren Maskenquote zu rechnen sei.

Unterdessen sprossen vielerorts Maskenshops aus dem Boden. Einige Bekleidungsgeschäfte erweiterten ihr Sortiment. Die Junge Union Mecklenburg-Vorpommern ging mit einer Onlinemaskenbörse an den Start, über die man Masken abgeben kann, wenn man welche übrig hat. Im Kröpeliner Tor Center Rostock eröffnen das Volkstheater und die Rostocker Tafel am Dienstag einen Pop-up-Store mit selbst genähten Schutzmasken für den guten Zweck. Der Erlös komme dem Theater-Förderverein und der Rostocker Tafel zugute.

Niedersachsen

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Auch in Niedersachsen startete an diesem Montag landesweit die Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Vielerorts wurde von einem reibungslosen Beginn berichtet, die allermeisten Menschen hatten sich auf die neue Regelung eingestellt. Menschen, die keine Masken tragen, sollen zunächst noch auf die Pflicht hingewiesen und ermahnt werden, ohne ein Bußgeld zahlen zu müssen. Ab 4. Mai können Bußgelder verhängt werden. Wie hoch diese sein sollen, konnte der Krisenstab der Landesregierung noch nicht sagen.

Hessen

Hessen trägt Maske – das war jedenfalls am Montag der Eindruck, den die Menschen in Bus und Bahn hinterließen. Kaum jemand war unterwegs, ohne Mund und Nase mit einem Schal, einem Tuch oder einer Mund-Nasen-Maske zu bedecken. Ein Familienvater in der Frankfurter Innenstadt beispielsweise ging am Montag mit der Herausforderung des Mund-Nasen-Schutzes kreativ um und hatte sein Baby kurzerhand mit einem leichten Schal umwickelt. Für diejenigen, die sich bisher noch nicht versorgen konnten, gab es Verteilaktionen in mehreren Städten.

Wie bereits bei den bisherigen Beschränkungen und Verordnungen im Zusammenhang mit der Eindämmung des Coronavirus unterstützt die hessische Polizei auch bei der Kontrolle der Mundschutzpflicht die Ordnungsbehörden der Kommunen. Eine erste Bilanz zu den Kontrollen wird in den nächsten Tagen erwartet. Vor dem Start der Maskenpflicht am Montag hatte aber das Innenministerium betont, dass bei Verstößen der Dialog mit den Bürgern im Vordergrund stehen soll. Bußgelder sollen erst dann verhängt werden, wenn bei Kontrollen im Einzelfall ein bewusster oder wiederholter, willentlicher Verstoß gegen die Mundschutzpflicht festgestellt wird.

Fahrkartenkontrolleure werden dagegen Verstöße gegen die Maskenpflicht nicht ahnden: “Wir sind keine Maskenpolizei und wir werden Verstöße auch nicht sanktionieren”, betonte ein VGF-Sprecher in Frankfurt. Er gehe davon aus, dass die meisten Menschen sich an die neuen Bestimmungen halten würden. “Den Einzelnen, der provozieren will und extra keine Maske trägt, gibt es immer.” Ähnlich wie bei den Kontrolleuren des RMV würden maskenlose Fahrgäste lediglich auf die Bestimmungen aufmerksam gemacht.

Berlin

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Die meisten Fahrgäste in Berlins Bussen, U-Bahnen und Straßenbahnen sind seit Montag mit Masken unterwegs. “Wir sind wirklich begeistert”, sagte eine Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Das Unternehmen schätzt, dass sich deutlich mehr als 95 Prozent der Kunden an die neue Vorgabe halten. Nur selten seien Menschen ohne Masken in den Fahrzeugen zu sehen. Auch von der S-Bahn hieß es, die überwiegende Mehrheit der Kunden trage eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Seit Montag gilt für alle Berliner eine Maskenpflicht in Bussen und Bahnen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Verpflichtend sind allerdings nicht medizinische Schutzmasken. Als ausreichende Mund-Nasen-Bedeckung gelten einfache OP-Masken und selbst genähte Modelle, aber auch ein Tuch oder ein Schal. Kontrollen sind nicht vorgesehen.

Beim Einkaufen müssen die Berliner dagegen bislang keine Maske tragen. Damit ist Berlin das einzige Bundesland – und die Mehrheit der Berliner findet das laut einer Umfrage nicht gut. 60 Prozent hätten sich eine Mundschutzpflicht auch im Einzelhandel gewünscht, ergab der aktuelle BerlinTrend von Infratest Dimap im Auftrag von RBB-“Abendschau” und “Berliner Morgenpost”.

Baden-Württemberg

Zwei Polizisten kontrollieren am Montagmorgen an einer U-Bahn-Haltestelle im Stuttgarter Süden. Die U6 in Richtung Gerlingen fährt ein. In den Reihen sitzen viele Morgenpendler alleine in Viererplätzen und tragen Mundschutz. In einem Wagen trägt eine junge Frau keine Maske und duckt sich weg, als sie die Polizistin am Bahnsteig sieht. Eine Woche werden Fahrgäste und Einkäufer ohne Mundschutz noch von Strafen verschont. Ab dem 4. Mai sollen Bürger ohne Masken anfangs 15 Euro und bei Wiederholung bis zu 30 Euro abdrücken.

Seit Montag gilt in Baden-Württemberg (und im Rest Deutschlands) eine Maskenpflicht beim Einkaufen und Fahren in Bussen und Bahnen sowie beim Warten an Bahn- und Bussteigen. Auch selbst gemachte Modelle und Schals sind erlaubt – Hauptsache, Mund und Nase sind bedeckt.

David Weltzien von DB Regio sagt, dass die Bahnmitarbeiter Weisungen bekämen, um maskenlose Fahrgäste – mit Abstand – zum Tragen eines Gesichtsschutzes zu bewegen. “Wenn es eskaliert, dann wird die Polizei gerufen”, sagt er. In den Bahnen solle auch durch “sozialen Druck” der Fahrgäste untereinander die Verordnung umgesetzt werden.

Die Menschen müssen sich jetzt umgewöhnen. Matthias arbeitet in Stuttgart und flitzt in seiner Mittagspause zur Änderungsschneiderei Kara in der Nähe des Marienplatzes. Noch nie zuvor musste der junge Mann in seinem Leben eine Maske kaufen. Er weiß: Waschbar sollte sie sein, also wiederverwertbar. Er entscheidet sich für eine schwarze Stoffmaske für 10 Euro, waschbar bei 60 Grad.

In den Innenstädten wird die Maske – entweder im Gesicht oder lässig am Hals herunterbaumelnd – zum neuen Accessoire. Die Leute scheinen die neuen Regeln umzusetzen. Nach Eindruck des Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne) und des Fahrgastverbandes hielten sich die Bahnfahrer am Montagmorgen an die neue Verordnung. Kinder bis zum sechsten Geburtstag sind von der Maskenpflicht ausgenommen. Die Pflicht gilt auch nicht, wenn das Tragen einer Maske wegen einer Behinderung oder aus medizinischen Gründen – etwa wegen Asthma – unzumutbar ist.

Video
Maskenpflicht im Nahverkehr
1:37 min
Seit Montag müssen alle Reisenden im Nahverkehr einen Mund-Nasen-Schutz tragen.  © Reuters

Nordrhein-Westfalen

Zum Start der Maskenpflicht in Nordrhein-Westfalen haben die Menschen eine hohe Akzeptanz signalisiert: In Bussen, Bahnen und Geschäften trugen die allermeisten Schutzmasken oder behelfsmäßig auch Tücher oder Schals.

Trotz aller Sorgen während der Corona-Krise nahmen die Menschen die Maskenpflicht auch mit einer Spur Humor, wie die Durchsage im Regionalexpress 6 am Montagmorgen deutlich machte: “Sollten Sie sich irgendwie nackt vorkommen im Gesicht: Ab heute gilt die Maskenpflicht.” Alle waren vorbereitet: In den Zügen, aber auch in Bahnhöfen, an Haltestellen und Vorplätzen trugen die Menschen OP-Masken aus Papier oder selbst genähte Masken aus modischen Stoffen.

Als eine der ersten Kommunen in NRW führte die Stadt Wesseling auch an ihren Schulen die Maskenpflicht ein. Von Dienstag an sollen Schüler und Lehrer der drei weiterführenden Schulen Schutzmasken tragen. Verpflichtend sind die Masken in den Fluren und auf dem Schulhof, allerdings nicht im Unterricht.

Auch beim Einkaufen trugen die Menschen natürlich Maske. Der Discounter Aldi Süd will in der Corona-Krise mit digitalen Zutrittskontrollen die Zahl der Kunden in seinen Filialen begrenzen. Sensoren an den Ein- und Ausgängen sollen dabei die Kundenzahl im Laden in Echtzeit überwachen. In einzelnen Filialen soll ein Ampelsystem oder eine Bildschirmanzeige getestet werden.

Rheinland-Pfalz

Im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt oder auch im Bus: Die Maske ist seit Montag in Rheinland-Pfalz Pflicht. An einigen Orten wurden Fahrgäste von Bus und Bahn deshalb mit Verteilaktionen daran erinnert, wie in Mainz und Ludwigshafen.

In der Landeshauptstadt starten Mitarbeiter des Verkehrsbetriebs Mainzer Mobilität am Morgen am Hauptbahnhof. Mit Zangen reichten sie Einmalmasken aus ihrem Vorrat an Fahrgäste, die keinen eigenen Schutz bei sich hatten. Die meisten Fahrgäste seien aber schon vorbereitet gewesen, sagte der Geschäftsführer der Mainzer Mobilität, Jochen Erlhof. “Wir erwischen hier nur noch einzelne.”

Für die symbolische Aktion in Mainz standen laut dem Verkehrsunternehmen 1200 Masken zur Verfügung. Die Reaktionen der Fahrgäste seien überwiegend positiv gewesen. Ein Student aus Taiwan sagte: “Das ist eine gute Sache.” Wenn jeder sich mit den Masken bedecke, könne das helfen, die harte Zeit gut zu überstehen.

Auch das Verkehrsunternehmen Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) verteilte Mund-Nasen-Schutz am Montag. In den Städten Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg seien Fahrgästen bis zum frühen Nachmittag Tausende Masken überreicht worden, sagte ein RNV-Sprecher. Der erste Eindruck: Die Maskenpflicht werde gut eingehalten. “Schon heute hat die überwiegende Mehrheit eine Maske an in unseren Fahrzeugen.” Auch habe sich niemand beschwert. Allerdings fehle es noch am Bewusstsein für den Schutz an der Haltestelle. “Die Maskenpflicht gilt natürlich auch im unmittelbaren Haltestellenbereich.” Die Maske sollte beispielsweise nicht gleich nach dem Aussteigen aus dem Bus ausgezogen werden.

Saarland

Fünf Millionen Masken werden seit Montag im Saarland wegen der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz verteilt. Die Masken finden auf ganz unterschiedlichen Wegen zu ihren neuen Besitzern, wie das Innenministerium am Montag erklärte. Die Kommunen würden das in Eigenregie regeln. Teils werde das Material per Post verschickt, in anderen Fälle gebe es Ausgabestellen.

Die Kreisstadt Saarlouis beispielsweise richtete Drive-in-Abholstationen ein. Dort bekomme jeder Bürger der Stadt fünf Masken und ein Infoblatt überreicht, erklärte eine Stadtsprecherin. Das Paket könne per Auto, auf dem Motorrad, dem Fahrrad oder auch von Fußgängern abgeholt werden. Ältere Menschen über 80 Jahre bekämen ihre Masken automatisch zugestellt. Wer sein Paket nicht selbst abholen könne, solle sich für Hilfe an die Stadtverwaltung wenden.

Auch in Saarbrücken gibt es laut der Stadt Hilfe für alle, die aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst ihre Masken abholen können und auch niemanden haben, um für sie Masken zu holen. Für andere gebe es mehrere Ausgabestellen. Eine Person könne nicht nur für sich gegen Vorlage ihres Ausweises, sondern auch für andere Pakete mitnehmen. Dann müsse der Abholer aber auch die Ausweise der Mitbürger dabeihaben, für die er die Masken einpacke.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz/Saar lobte die Verteilung von Millionen Masken im Saarland. “Das ist eine logistische Meisterleistung, das innerhalb weniger Tage auf die Beine zu stellen, und die Verteilung hat auch geklappt. Respekt”, sagte der Landesvorsitzende Dietmar Muscheid. Einen solchen Vorstoß oder wenigstens eine Debatte darüber hätte er sich auch für Rheinland-Pfalz gewünscht. Dort hatten beispielsweise die Verkehrsunternehmen Mainzer Mobilität und der Rhein-Neckar-Verbund (RNV) am Montag Masken an Fahrgäste verteilt, die keinen eigenen Schutz dabeihatten.

Im Saarland sollte jeder Einwohner als Starterpaket fünf Masken bekommen. Das hatten Innenminister Klaus Bouillon (CDU) und Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) zuvor mitgeteilt. Die Masken könnten mehrfach benutzt werden und würden kostenlos an die Bürger abgegeben. Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht will das Saarland laut Innenministerium auf Bußgelder verzichten.

Sachsen

Seit einer Woche können die Menschen in Sachsen wieder in Geschäften mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmetern einkaufen. Bei Kfz-, Fahrrad- und Buchhändlern ist die Größe egal, ebenso bei Bau- und Gartenmärkten. Große Einkaufszentren sind bisher aber geschlossen. Zugleich gilt seither eine Maskenpflicht beim Einkauf sowie in Bussen und Bahnen.

In Sachsen scheint die Pflicht zu funktionieren. Das Leipziger Ordnungsamt habe in den vergangenen Tagen an einem Dutzend Haltestellen im Stadtgebiet die Einhaltung überprüft, sagte Stadtsprecher Matthias Hasberg am Montag. Demnach halten sich ungefähr 90 Prozent aller Fahrgäste an die Maskenpflicht. “Es gab Haltestellen, da waren es 80 Prozent. Es gab auch welche, da hatten alle eine Maske auf.” Bußgelder bei Verstoß gibt es in Sachsen nicht.

Auch nach Einschätzung des Handelsverbandes halten sich die Kunden in Sachsen überwiegend daran, beim Einkaufen Mund und Nase mit einer Maske, einem Schal oder einem Tuch zu bedecken. Auch das Gesundheitsministerium zieht nach einer Woche eine positive Bilanz: Die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften und im Nahverkehr werde “selbstverständlich eingehalten”, hieß es. Da Geschäfte und Verkehrsbetriebe nur Kunden zulassen dürfen, die eine solche Bedeckung ‎tragen, sei auch das Interesse an der Einhaltung groß.

Bayern

Nach wochenlangen Zwangsschließungen wegen der Corona-Pandemie sind vielerorts in Bayern weite Teile des Handels ruhig wieder angelaufen. In Nürnberg etwa gab es einem Polizeisprecher zufolge am Montag zunächst keine Konflikte wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht oder die Abstandsregelungen in den wieder geöffneten Geschäften.

“Es gibt bei Kontrollen momentan keinerlei Probleme. Nach dem, was wir sehen können, halten sich die Leute sehr diszipliniert an die Vorgaben”, sagte der Sprecher. Auch in Ingolstadt verlief das Wiederhochfahren des Handels nach Angaben eines Polizeisprechers bis zum Mittag ruhig. So seien den Beamten weder Warteschlangen vor Geschäften noch übermäßig volle Straßen aufgefallen.

Andere Polizeipräsidien im Freistaat gaben auf Anfrage zwar an, dass die Lage in den Geschäften am ersten Tag der gut fünfwöchigen Corona-Pause nach ersten Eindrücken ruhig gewesen sei. Für konkrete Einschätzungen zu den Zahlen der Einkäufer und der Polizeieinsätze war es den Sprechern in München, Niederbayern und Schwaben zufolge am Mittag aber noch zu früh. Durch die seit Montag geltenden Lockerungen dürfen nach Auskunft von Wirtschaftsministerium und Handelsverband rund 80 Prozent der Läden im Freistaat wieder öffnen.

Hamburg

Die Hamburger halten sich überwiegend an die seit Montag geltende Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. “In der Regel halten sich die Kunden an die neue Regelung”, sagte Brigitte Nolte vom Handelsverband Nord am Montag. Sollten Kunden mal keine Masken tragen, würden sie von den Ladeninhabern freundlich darauf hingewiesen. Bis jetzt habe es noch keine größeren Probleme gegeben. “Es wird jedoch noch ein paar Tage brauchen, bis sich alle Kunden an die neuen Vorschriften gewöhnt haben”, meinte Nolte. Auch der Polizei waren keine Vorfälle bekannt.

Die Einzelhändler müssen selber kontrollieren, ob ihre Kunden eine Maske tragen. Menschen ohne Mundschutz müssen sie aus ihren Geschäften verweisen. Andernfalls droht den Geschäftsinhabern ein Bußgeld in Höhe von 500 bis 1000 Euro.

Auch im öffentlichen Nahverkehr trugen die meisten Menschen eine sogenannte Alltagsmaske. Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) sagte bei NDR 90,3, rund 95 Prozent der Fahrgäste von U- und S-Bahnen hielten sich an das Maskengebot.

Ausgenommen von der Pflicht sind Kinder, die jünger als sieben Jahre sind. Auch Menschen, die aufgrund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder einer Behinderung keine Maske tragen können, brauchen keine Nasen- und Mundbedeckung zu tragen. Trotz der Masken muss weiterhin der Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern eingehalten werden.

RND/dpa/cz

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