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Lohn­unterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland sind gewachsen

  • Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes haben die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern in den vergangenen Jahren zugenommen.
  • Männer verdienten demnach durchschnittlich 1192 Euro Brutto mehr pro Monat.
  • Unter den Spitzenverdienern sind Frauen stark unterrepräsentiert.
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Berlin. Trotz der politischen Debatte über Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern ist die Lücke in den Gehältern nicht kleiner geworden, sondern weiter gewachsen. Laut der neuen Verdienststrukturerhebung des Statistischen Bundesamtes bekamen Männer im Schnitt monatlich 1192 Euro mehr Bruttogehalt als Frauen.

Damit ist die Differenz 4 Euro größer als vier Jahre zuvor. Das geht aus einer Antwort der Behörde auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor. Der Durchschnittsverdienst insgesamt wird dabei mit 2766 Euro angeben.

Vier von fünf Topverdienern sind männlich

Die geschlechtsspezifische Kluft in den Gehältern zeigt sich besonders bei den Topverdienern: Von den rund 3,9 Millionen Menschen hierzulande, deren Monatsgehalt bei brutto 5100 Euro oder darüber liegt, sind rund 3,12 Millionen Männer und nur 802.000 Frauen. Das ist ein Männeranteil von 79,5 Prozent.

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Noch gravierender unterrepräsentiert sind Frauen unter den Spitzenverdienern, die 12.100 Euro brutto und mehr im Monat beziehen. In dieser Liga gibt es 158.000 Männer und 23.000 Frauen. Das entspricht einem Männeranteil von 87,3 Prozent.

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Umgekehrt sind die Frauen in den unteren Einkommensregionen in der Überzahl: Weniger als den Durchschnittsverdienst von 2766 Euro erhalten demnach rund 12,5 Millionen Frauen und 8,3 Millionen Männer. Das entspricht einem Frauenanteil von 60,1 Prozent an denen, die hierzulande unterdurchschnittlich verdienen.

Mehrheit der Frauen verdient unter dem Durchschnitt

Was das für die Frauen im Erwerbsleben bedeutet, lässt sich auch so ausdrücken: Rund 12,5 Millionen von den insgesamt 18,3 Millionen Frauen auf dem Arbeitsmarkt verdienen unterdurchschnittlich. Das sind etwa 68 Prozent aller Frauen.

Die Zahlen werden zeitverzögert gemeldet, weshalb die jüngste Erhebung von Ende 2020 stammt und die Daten darin von 2018. Die Erhebung wird alle vier Jahre vorgenommen und kommt zum nächsten Mal im Jahr 2024.

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Für die Linke muss der Staat angesichts der Zahlen handeln – vor allem mit Blick auf die Berufe, in denen besonders viele Frauen arbeiten. „Wer wirkliche Gleichstellung will, muss die Lohnfrage ins Zentrum der Politik rücken“, sagte Eva von Angern, Frauen- und Gleichstellungspolitikerin der Linken, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Leistung lohnt sich besonders für Frauen zu wenig.“

Eine Mehrheit von ihnen verdiene in Deutschland zu wenig, so von Angern, die auch Linken-Fraktionschefin in Sachsen-Anhalt ist. „Berufe, in denen typischerweise Frauen arbeiten, sind strukturell unterbezahlt: Verkäuferinnen, Erzieherinnen, Pflegekräfte.“

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Die Linke fügte hinzu: „Wir brauchen ein höheres Lohnniveau in den sogenannten Frauenberufen, und wir müssen die Menschen aus den Niedriglohnjobs holen.“ Dass nur 20 Prozent der Gutverdienenden weiblich sind und 68 Prozent aller Frauen unter dem Durchschnittslohn liegen, sei „inakzeptabel und ein Armutszeugnis für Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland“, erklärte von Angern.

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