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Deutscher UNHCR-Vertreter: „Viele sehen Flüchtlinge nur als Opfer“

  • Das ab Dienstag in Genf tagende Globale Flüchtlingsforum ist einer der größten Gipfel zum Thema Flucht.
  • Es könnte der Beginn einer neuen Ära sein, findet der deutsche Vertreter des UN-Flüchtlingskommissars, Dominik Bartsch.
  • In Deutschland sei dafür jedoch ein Perspektivwechsel nötig, schreibt er in einem Gastbeitrag für das RedaktionsNetzwerk Deutschland.
Dominik Bartsch
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An diesem Dienstag beginnt in Genf das Globale Flüchtlingsforum. Das werden einige wieder als Geheimkonferenz bezeichnen, obwohl wir seit Monaten für das Treffen werben und es mit hohen Vertretern nahezu aller 193 UN-Länder einer der wichtigsten Gipfel zu Flüchtlingsfragen sein wird, den die Welt bisher gesehen hat.

Es ist ein Marktplatz der guten Ideen. Und es ist ein Versprechen der Solidarität. Nicht nur mit den Flüchtlingen. Sondern auch mit denen, die sie schützen. Das sind oft die ärmsten Länder der Welt, die Unterstützung brauchen, um auch weiterhin Schutz bieten zu können.

„Die deutsche Stimme hat besonderes Gewicht“

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Aber es kommen nicht nur Staats- und Regierungschefs, sondern auch Vertreter von Unternehmen: Volkswagen, Bahn, Ikea, Post, Hamburger Hafen. Was haben die zu sagen über Flüchtlinge? Zum Beispiel, dass man mit geringen Investitionen, etwa einem spezialisierten Sprachkurs, aus Hilfeempfängern dringend gesuchte Fachkräfte machen kann. Nachbarn, die Steuern und Rentenversicherung zahlen. Und die ihr Leben nach einer traumatischen Flucht wieder ordnen können. Das sind keine Gutmenschenwünsche, das ist längst Alltag.

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Die deutsche Stimme hat besonderes Gewicht, weil das Land viele Flüchtlinge aufgenommen hat. In Deutschland selbst brauchen wir aber dringend einen Perspektivwechsel. Viele sehen Flüchtlinge nur als Opfer. Aber sie bringen neben ihren Hoffnungen auch Fähigkeiten und vor allem Motivation mit. Und sie wollen auf eigenen Füßen stehen und ihr Leben in Würde gestalten. In Deutschland und weltweit, in allen Ländern, in denen sie Schutz vor Krieg und Verfolgung gefunden haben.

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