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Deutscher Forscher sicher: Trump bleibt zu 91 Prozent US-Präsident

  • Der Wissenschaftler Helmut Norpoth hat mit seinen Prognosen für die US-Präsidentschaftswahlen seit 1996 stets richtig gelegen.
  • Der demokratische Herausforderer Joe Biden liegt in allen Umfragen deutlich vor Präsident Donald Trump.
  • Trotzdem prognostiziert der Forscher: Trump bleibt zu 91 Prozent im Amt.
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Berlin. Der Forscher Helmut Norpoth prognostiziert mit einer Wahrscheinlichkeit von 91 Prozent eine weitere Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident.

“Es ist ein Déjà-vu-Erlebnis”, sagte Norpoth in einem Interview mit ntv. Bereits 2016 hatte er entgegen der Umfrageergebnisse, in denen Hillary Clinton vorn lag, einen Sieg Trumps vorausgesagt. Mit seinem Modell war er seit 1996 stets vorab zum richtigen Ergebnis gekommen.

Dabei sehen derzeit wohl sämtliche Umfragen den demokratischen Kandidaten Joe Biden weit vor Amtsinhaber Trump. Doch Norpoth hält nicht viel von ihnen.

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“Eigentlich bräuchten Umfragen einen Warnhinweis wie auf Zigarettenschachteln: ‘Achtung: Der Prognosewert dieser Umfrage entspricht der eines Münzwurfs. Verlassen Sie sich nicht darauf.‘” Und wegen der Corona-Krise sehe er in ihnen in diesem Jahr erst recht keinen Prognosewert.

“Wahlkampf unter Lockdown”

Der Wahlkampf selbst sei unter einem Lockdown. “Trump kann nicht Kampagne machen wie vor vier Jahren: mit vielen Versammlungen und Auftritten. Der Versuch in Tulsa ging ja daneben. Und Biden ist als Kandidat fast völlig abwesend. Er sitzt im Keller seines Hauses. Der eigentliche Wahlkampf hat also noch gar nicht begonnen”, sagte er dem Nachrichtenportal.

Schon 2016 hätten viele renommierte Medien seine Prognosen ignoriert. Auch diesmal bekomme er vor allem Anfragen von Medien, die seine Voraussagen gern hören wollten.

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Ganz ähnlich sei es mit den Demokraten: “Die Demokraten sind im Kopf schon weiter, die machen sich Sorgen um den Kongress. Trump steht für sie als Verlierer fest und ist für sie schon erledigt. Da gelten meine Warnungen als akademische Spinnerei”, so der Politikwissenschaftler, der aus Deutschland kommt, aber in den USA lebt.

“Er liefert eine gute Show, ist ein Bauernfänger”

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Dennoch seien seine Prognosen nicht mit Unterstützung gleichzusetzen, sagt er. Auf die Frage, wie er sich die breite Unterstützung für einen Mann erkläre, der in Europa zumeist als ungebildeter, empathieloser Narzisst wahrgenommen werde, sagt Norpoth: “Für mich wurzelt Trumps Erfolg hauptsächlich in seiner Rolle als Gastgeber der Reality-TV-Show ‘The Apprentice'. Das hat ihn ins Amt gebracht, nicht der Immobilienunternehmer oder der Geschäftsmann Trump.”

Er sei ein Unterhalter. Und Entertainer würden nicht danach bewertet, ob sie ehrlich seien. Sie müssten unterhalten. Das sei ein wesentlicher Grund, warum Trump bei vielen Leuten in den USA gut ankomme. “Er liefert eine gute Show, ist ein Bauernfänger.”

Fraglich bleibt zudem, ob Trump eine Wahlniederlage überhaupt akzeptieren würde. Erst am Sonntag sagte er in einem Interview, dass er “mal sehen” müsse, ob er das Ergebnis anerkennen werde.

RND/cz

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