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Ranking: So steht es vor der Bundestagswahl um die digitale Sichtbarkeit der Parteien

So steht es um die digitale Sichtbarkeit der Parteien in Deutschland vor der Bundestagswahl 2021.

Ausgerechnet die rechtspopulistische AfD kann relativ viele Follower auf sich vereinen. Die Grünen gewannen zwar nach absoluten Zahlen in der Kategorie Social-Media-Follower. Der Partei folgen gut vier Monate vor der Bundestagswahl 2021 auf Instagram, Facebook, Twitter und Youtube zusammen insgesamt rund 930.000 Menschen.

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Doch in Relation zu den Parteimitgliedern siegte die AfD, gefolgt von Die Partei und den Linken. Auch auf der Plattform Facebook gewann die AfD – sowohl bei den Followern, als auch beim Engagement. Letzteres beschreibt die Häufigkeit an Interaktionen in sozialen Netzwerken.

Insgesamt rund 513.000 Follower versammelt die AfD auf Facebook, dazu einen Engagementwert von 6,1 Prozent. Zum Vergleich: Der FDP folgen lediglich rund 149.000 Menschen. Die Liberalen belegten damit den letzten Platz. Beim Engagement erreichten sie einen Wert von 1,1 Prozent.

Volksparteien schneiden schlecht ab

Die Onlinemarketingagentur Web-netz aus Lüneburg hat in ihrer Wettbewerbsanalyse den Auftritt politischer Parteien und deren Jugendorganisationen in den sozialen Netzwerken sowie ihre Sichtbarkeit bei Google untersucht.

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Neben den Fraktionen des Deutschen Bundestages war auch Die Partei Teil des sogenannten Onlinechecks – unter anderem wegen des starken Social-Media-Auftritts der Satire-Partei. Die Ergebnisse waren für die Parteien mitunter unbefriedigend.

Die Volksparteien hätten beim Social-Media-Ranking besonders schlecht abgeschnitten, sagte Patrick Pietruck, CEO von Web-netz. Denn sie haben „jahrelang die digitale Kommunikation verschlafen“. Anders sei es bei den kleineren Parteien, vorrangig den Grünen und der AfD. Beide Parteien würden schon länger eine Social-Media-Strategie verfolgen, „mit der sie erhebliche Reichweiten generieren“, so Pietruck.

Die Ansätze seien dabei sehr unterschiedlich: „Die AfD positioniert sich auch online als reine Protestpartei, die hierdurch stark im Kleinbürgerturm, aber auch am rechten Rand fischt, während die Grünen davon profitieren, dass sie besonders bei jüngeren Wählergruppen beliebt sind, die überproportional auf den sozialen Medien anzutreffen sind.“

„Geringe Sichtbarkeit ist erschreckend“

Die Videoplattform Youtube wiederum sei als „politisches Parteienbrachland zu bezeichnen“, hieß es seitens Web-netz. Sie spiele bei fast allen Parteien eine extrem untergeordnete Rolle. Lediglich die AfD käme auf eine relativ relevante Abonnentenzahl von 104.000. Hier würden Parteien „großes kommunikatives Plattformpotenzial“ ungenutzt lassen – und das, „obwohl die Strahlkraft von Youtube im politischen Diskurs längst erwiesen ist“, schrieb die Agentur.

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Bei der Frage nach der „mobilen Sichtbarkeit“ auf Google gelang der CSU ein deutlicher Sieg, gefolgt von der SPD und den Linken. Schlusslicht war die Die Partei. Dennoch war keines der Ergebnisse zufriedenstellend, zumindest nicht für CEO Patrick Pietruck: „Die geringe Sichtbarkeit aller Parteien bei Google ist erschreckend“, sagte Pietruck. Dabei sei es zweifelsohne für jede einzelne Partei erstrebenswert, Google-Nutzer, die nach einem politischen Thema suche, auf die jeweilige Parteiwebsite zu führen, um sie über die aktuelle politische Agenda zu informieren.

Junge Union vor Jungsozialisten

Und wie sieht es bei den Nachwuchsorganisationen aus? Die besäßen das Potenzial, als Brückenköpfe zu jungen, politisch interessierten Menschen im Netz zu fungieren, so die Agentur. Doch laut Analyse nutzen sie es derzeit nicht - zumindest nicht bei Google: Die dortigen mobilen Sichtbarkeitswerte seien extrem niedrig. Alle Jungparteien würden sehr großes Wachstumspotenzial ungenutzt lassen, schrieb die Agentur.

Mit Blick auf die aufsummierten Follower hatte die Junge Union die Nase vorn. Insgesamt rund 159.000 Menschen folgen ihr. Die Jungsozialisten erreichten eine Anzahl von rund 137.000, die Junge Alternative für Deutschland (JA) bildete das Schlusslicht mit rund 36.000. Beim „Engagement“ lag die Linksjugend vor den Jungen Liberalen und der JA.

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Grundlage der Analyse war die Ansicht, dass der meinungsbildende Einfluss der sozialen Medien längst die Politik erreicht habe. So schreibt es die Agentur in ihrem neun Seiten langen Paper. Parteien und Politiker würden sich nicht die Chance entgehen lassen wollen, „Sympathien, Vertrauensbildung und Wählerstimmen insbesondere bei den jüngeren Menschen zu generieren“. Und die seien im Netz anzutreffen.

Für Parteien und Kanzlerkandidaten steige die Onlinerelevanz von Woche zu Woche, denn bis zur Bundestagswahl gelte es Boden gutzumachen, gewonnenes Onlineterrain zu halten oder auszubauen, hieß es seitens der Agentur weiter.

In einer weiteren Analyse will Web-netz den Onlineauftritt von Kanzlerkandidaten, Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten untersuchen.

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