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Leopard, Dingo, Marder und Co.

Die tierischen Namen der Bundeswehrpanzer haben eine dunkle Vergangenheit

Ein Kampfpanzer Leopard 2 fährt während der Bundeswehrübung Landoperationen schießend durch das Gelände.

Ein Kampfpanzer Leopard 2 fährt während der Bundeswehrübung Landoperationen schießend durch das Gelände.

Im Zweiten Weltkrieg kannte sie ein jeder Junge: Den Panther, den Tiger, den Königstiger. Was nach Raubtiergehege im städtischen Tierpark klang, waren die schlagkräftigsten Panzer der Nazi-Wehrmacht, also Mordmaschinen.

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Dass die Wehrmacht seit 1942 dazu überging, den Panzern der neuen Generation PV und PVI die Namen von Raubtieren, also Tiger und Panther zu geben, hatte auch damit zu tun, sie im Volk populär zu machen. Sie ersetzten die menschlichen Helden, die zumeist bereits gefallen waren, sollten Stärke, Anmut und Geschwindigkeit symbolisieren.

Die Niederlage konnten am Ende aber auch die stählernen Raubtiere nicht verhindern. Als die neu gegründete Bundeswehr damit begann, ab den 60er Jahren überwiegend amerikanisches Militärgerät durch eigene, den heiß gelaufenen Schmieden des Wirtschaftswunderlandes entstammende Produkte zu ersetzen, knüpfte sie an die unheilvolle Tradition der Wehrmacht an.

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Kurios: Dieser "Tiger"-Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg ist ein Plastiknachbau - hergestellt von Attrappenexperten aus der ehemaligen DDR.

Dieser "Tiger"-Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg ist ein Plastiknachbau - hergestellt von Attrappenexperten aus der ehemaligen DDR.

Das erste „Raubtier“ war der Kampfpanzer Leopard. 1965 eingeführt, wurde er zur schnellen und gefährlichen Waffe des Heeres: Er galt als wegweisende Kombination von Schutz, Beweglichkeit und Feuerkraft. Auch wenn es nur Namen waren, so wurde versäumt, hier einem Bruch mit der Tradition Ausdruck zu verleihen.

Die Palette wurde erweitert um den Flugabwehrpanzer Gepard, den Brückenlegepanzer Biber, den Pionierpanzer Dachs. Die Namen wiesen stets auf bestimmte Eigenschaften hin dem namensgebenden Tier entliehen und dem Fahrzeug zugeschrieben.

Der Biber überbrückt Gewässer, der Dachs wühlt sich durch die Erde, der Luftlande-Waffenträger Wiesel ist klein, flink und wendig. Und weil der Gepard so schnell und kraftvoll ist, benannte die Marine sogar eine ganze, inzwischen außer Dienst gestellte, Schnellbootklasse nach ihm.

1971 kam der Marder dazu

Damit die Panzergrenadiere dem Leopard in jedem Gelände folgen konnten, kam 1971 zu ihrer Unterstützung der Schützenpanzer Marder dazu. Abgelöst wird dieser zunehmend vom neuen Schützenpanzer Puma.

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Verbrieft ist es nicht, aber Adolf Hitler selbst könnte für die tierischen Namen seines Kriegsgeräts den Anstoß gegeben haben. Er selbst bemühte gern das Tierreich, wenn er seine kriegerischen Ideale formulierte: Der Wolf war sein Lieblingstier, das „Führerhauptquartier“, das militärische Lagezentrum des Führungsstabes der deutschen Wehrmacht nahe dem ostpreußischen Rastenburg, nannte er die „Wolfsschanze“ und in einer legendär gewordenen Rede während des Reichsparteitages in Nürnberg am 14. September 1935 skizzierte er sein Ideal eines deutschen Jungen – „flink wie Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl“.

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