Deutsche Bahn machte Ströbele wegen Rollator Probleme

  • Der ehemalige Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele verreiste während der Weihnachtszeit mit der Bahn.
  • Das Problem: Die wollte ihn nicht mit Rollator in die Züge hieven.
  • Der 80-Jährige ist damit nicht einverstanden.
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Berlin. Der langjährige Bundestagsabgeordnete der Grünen, Hans-Christian Ströbele, hat die Deutsche Bahn kritisiert. Der 80-Jährige – der 2017 aus dem Bundestag ausschied, mittlerweile stark gehbehindert ist und einen Rollator benötigt – beklagt, dass das Unternehmen sich weigerte, ihm mit ihren hydraulischen Hublifts in die Züge zu helfen.

Ströbele hatte zuletzt seine Schwester im hessischen Wetzlar besucht, dafür die Bahn genutzt und von Berlin sowie nach Berlin jeweils zweimal umsteigen müssen – in Hannover und in Gießen. Allein komme er wegen des Höhenunterschieds nicht in die Züge, sagte Ströbele dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die Bitte, ihn samt Rollator in die Züge oder aus den Zügen zu hieven, sei ihm gleichwohl mehrmals abgeschlagen worden, so der Rechtsanwalt. Auf eine Beschwerde hin habe die Bahn mitgeteilt, das gehe „aus versicherungstechnischen Gründen“ nicht, und ergänzt: „Leihen Sie sich doch für die Reise einen Rollstuhl aus.“

Problem mit der Versicherung

Ströbele will die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Denn die Hublifte seien sicherer, und ihre Nutzung sei auch für alle Beteiligten bequemer, als ihn oder andere Betroffene „irgendwie hinein oder heraus zu bugsieren“. So habe ihn etwa ein Bahn-Mitarbeiter am Gürtel hoch gezogen. „Notfalls werde ich auch an Herrn Pofalla schreiben“, sagte Ströbele dem RND und ergänzte: „Die werden noch ihre Freude mit mir haben.“ Ronald Pofalla ist Mitglied im Bahn-Vorstand und war lange Jahre für die CDU einer von Ströbeles Bundestags-Kollegen.

Auf der Homepage der Bahn steht unter der Rubrik „Barrierefreies Reisen“: „Die Mobilitätsservice-Zentrale organisiert alles Notwendige, wenn Sie Hilfe beim Ein-, Um- oder Aussteigen benötigen – zum Beispiel einen Hublift für den Rollstuhl.“ In einem dort verlinkten Leitfaden heißt es: „Gehgestelle, Rollatoren, spezielle Roller mit Sitzfläche für kleinwüchsige Menschen, Micro-Bikes und Laufräder werden nicht mit einer Einstiegshilfe verladen, da sie nicht so groß und nicht so schwer wie Rollstühle sind. Servicemitarbeiter unterstützen jedoch beim Ein- und Ausstieg, sofern dies benötigt wird.“ Dabei räumt die Bahn ein, dass teilweise Unklarheit darüber herrsche, welche Hilfsmittel erlaubt seien, und insbesondere Fernverkehrszüge begrenzte Möglichkeiten hätten.

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Erst am Wochenende hatte es Irritationen gegeben. Da teilte die Bahn via Twitter zunächst mit, dass Mitarbeiter nicht versichert seien, wenn sie Menschen den Kinderwagen in den Zug trügen. Passiere etwas, müssten die Mitarbeiter es „auf ihre eigene Kappe nehmen“. Später ruderte die Bahn dann zurück und erklärte, diese Information sei "bedauerlicherweise falsch" gewesen. Bahn-Mitarbeiter, die Reisenden helfen, seien dabei auch versichert.