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Bahn hinkt hinter Elektrifizierungsplan her

Ein Bagger arbeitet am Bahngleis zwischen Meckenbeuren und Friedrichshafen bei der Elektrifizierung der schwäbischen Eisenbahn.

Berlin. Die Bahn will bis 2050 klimaneutral sein, bis 2025 sollen auf dem Weg dorthin 70 Prozent des Streckennetzes elektrisch betrieben werden. Die Grünen im Bundestag befürchten, dass dieses Ziel verfehlt werden könnte. Denn 2020 wurden gerade einmal elf Kilometer Bahnstrecke elektrifiziert – die beschauliche Breisgau-S-Bahn am Kaiserstuhl zwischen Gottenheim und Breisach am Rhein.

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Zurzeit sind 61 Prozent des Streckennetzes elektrifiziert. Weit mehr als ein Drittel der Bahnstrecken können also nur mit umweltschädlichen Dieselzügen betrieben werden. In den kommenden zwei Jahren sollen 186 weitere Kilometer hinzukommen, vor allem auf der württembergischen Südbahn zwischen Ulm und Lindau sowie zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven in Niedersachsen. Konkrete Angaben für die Jahre danach konnte das Bundesverkehrsministerium auf eine Frage des Grünen-Haushaltspolitikers Sven-Christian Kindler nicht machen.

Kindler: „Dieselloks aufs Abstellgleis“

Kindler sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Mit dem aktuellen Schneckentempo bei der Elektrifizierung wird es noch ewig dauern, bis der Schienenverkehr klimaneutral unterwegs ist. Wenn wir die Verkehrswende in Deutschland schaffen wollen, dann müssen endlich alle alten schmutzigen Dieselloks aufs Abstellgleis. Das Schienennetz muss viel schneller und umfassender elektrifiziert werden.“ Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) habe es „nach fast drei Jahren im Amt noch nicht geschafft, eine Elektrifizierungsstrategie vorzulegen. Das ist pure Arbeitsverweigerung“, schimpft Kindler. Diese Strategie sollte eigentlich bis Ende des Jahres vorliegen.

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Die Grünen fordern ein ambitionierteres Ziel und mehr Geld. Das Schienennetz müsse bis 2030 zu mindestens 75 Prozent elektrifiziert werden, forderte Kindler. „Die Bundesregierung sollte ein groß angelegtes Elektrifizierungsprogramm auflegen und hierfür jährlich 300 Millionen Euro investieren.“

Das Verkehrsministerium sieht keine Versäumnisse. In den kommenden Jahren würden unter anderem die Strecken von Angermünde bis Szczecin, der „Ostkorridor Süd“ von Hof bis Regensburg und eine Bahnstrecke im Bayerischen Wald Richtung tschechische Grenze elektrifiziert. Das Ziel von 70 Prozent elektrisch betriebener Strecken werde „künftig“ erreicht.

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