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  • Deutsche Bahn: Betriebsrat fordert beschleunigte Corona-Impfungen für Mitarbeiter

Bahn-Betriebsrat fordert beschleunigte Impfungen

  • Die Corona-Infektionen bei Eisenbahnern steigen zurzeit stark an.
  • Die Deutsche Bahn will ihre Beschäftigten selbst durch ihre Betriebsärzte impfen, hat aber noch keinen Impfstoff. .
  • Der Betriebsrat fordert nun Bescheinigungen, damit Bahner Priorität im Impfzentrum bekommen.
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Berlin. Die Corona-Infektionen bei Bahn-Beschäftigten steigen zurzeit stark an. Betriebsräte fordern nun schnellere Impfungen für Beschäftigte im Transportwesen und Hilfe vom Konzern Deutsche Bahn (DB). Ralf Damde aus der Geschäftsführung Gesamtbetriebsrat DB Regio sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland: „Die Infektionszahlen auch bei den Beschäftigten von DB Regio gehen zurzeit durch die Decke. Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich erwarte, dass die DB AG allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich impfen lassen wollen, eine Bescheinigung zur Verfügung stellt, die sie als Beschäftigte der Kritischen Infrastruktur ausweist.“

Mit einer solchen Bescheinigung gehören Bahn-Mitarbeiter zur Prioritätsgruppe 3. Zurzeit werden in den meisten Bundesländern allerdings erst Termine für die Prioritätsgruppe 2 vergeben.

Bahn möchte selber impfen – Starttermin offen

Die DB geht zweigleisig vor. Sie möchte und das Personal durch ihre Betriebsärzte impfen lassen – dafür steht aber zurzeit noch kein Impfstoff zur Verfügung. „Eine Einbindung von Betriebsärzten der DB bei Impfungen wird entsprechend der behördlichen Rahmenbedingungen zur Zeit geprüft“, teilt der Konzern mit. Zudem will auch der Konzern in Zusammenarbeit mit den Ländern die Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur in die Impfungen der dritten Priorität einzubeziehen. „Dazu wird es dann auch möglich sein, über die Führungskräfte die notwendige Bescheinigung zu erhalten“, teilt eine Konzernsprecherin mit.

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Betriebsrat Damde drängt hier auf Eile, damit DB-Mitarbeiter bei einer Öffnung der Prioritätsgruppe 3 sofort geimpft werden können. „Millionen Impfdosen liegen ungenutzt herum und unsere Beschäftigten haben keine Chance, geschützt zu werden“, klagt er. „Bei der aktuellen Infektionsentwicklung zählt vor allem im Kundenkontakt jeder Tag und jede Stunde. Solange die DB AG keine eigenen Impfkapazitäten bereitstellt, muss allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgehend der gesetzlichen Weg zur erhöhten Impfpriorität im Verkehrs- und Transportwesen ermöglicht werden.“

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Vor einer Woche gab es im Schienenverkehr der DB Regio 87 bestätigte Infektionen im Schienenverkehr und 44 im Busverkehr. Die Zahlen steigen aber zurzeit rapide an. Bei den zur DB gehörenden Regionalbussen in Brandenburg (Oder-Spree) sind so viele Busfahrer infiziert, dass Kollegen aus anderen Betrieben aushelfen müssen. Vergangene Woche wurde der Fahrkartenverkauf im Bus gestoppt – ein Jahr, nachdem diese Maßnahme in den meisten Großstädten eingeführt wurde.

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