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  • Deutsche als „Süßkartoffeln“ bezeichnet: Bundesinnenministerium prüft Rassismusvorwurf

Rassismusvorwurf: Die Süßkartoffelkrise der Bundeszentrale für politische Bildung

  • In einem Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung auf Instagram werden Weiße, die sich gegen Rassismus einsetzen, als „Süßkartoffeln“ bezeichnet.
  • Die „Bild“-Zeitung sieht darin eine Verhöhnung.
  • Und das zuständige Bundesinnenministerium stellt das Projekt auf den Prüfstand.
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Berlin/Bonn. Kann das Wort „Süßkartoffel“ beleidigend sein? Ist es rassistisch, weiße Deutsche als „Kartoffeln“ oder „Süßkartoffeln“ zu bezeichnen?

Um diese Fragen streiten sich das Innenministerium und die ihm unterstellte Bundeszentrale für politische Bildung. Letztere betreibt ein Projekt gegen Rassismus auf dem sozialen Netzwerk Instagram. „Say My Name“ heißt es. In dieser Woche geht es dort um die Verbündeten von Menschen, die von Rassismus betroffen sind. Und solche Verbündeten, so steht es auf Instagram, bezeichnet der Autor Mohamed Amjahid auch als „Süßkartoffeln“.

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Kurzer Exkurs zur Erklärung: Deutsche ohne Migrationshintergrund werden, mal scherzhaft, mal abschätzig, gern als „Almans“ oder „Kartoffeln“ bezeichnet. Es gibt Menschen, die das beleidigend finden, und andere, die darüber eher schmunzeln. „Süßkartoffeln“ wären – so muss man Amjahids Wortschöpfung wohl verstehen, solche „Kartoffeln“, die gegenüber Nicht-„Almans“ freundlich und zugewandt agieren, also Verbündete sein können.

„Ally, Verbündete:r oder Süßkartoffel könnten nur jene werden, die sich mit ihren eigenen Privilegien auseinandersetzen und sich auch Kritik von Betroffenen zu Herzen nehmen“, schreibt die Bundeszentrale auf Instagram. „Das ist ganz und gar nicht einfach. Diese Arbeit an uns selbst ist jedoch unabdingbar, wenn wir in einer gerechten und inklusiven Gesellschaft leben wollen.“ Der Post wurde auf Instagram heftig diskutiert, Nutzer und Nutzerinnen fühlten sich angegriffen.

Werden Deutsche verhöhnt? Oder Kartoffeln?

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Die „Bild“-Zeitung griff den Eintrag auf und sprach von einer „Rassismus-Kampagne“, in der „Deutsche als Kartoffeln verhöhnt“ würden. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums kündigte daraufhin an, das gesamte Projekt „Say My Name“ nun „auf den Prüfstand“ stellen zu wollen. „Der entsprechende Post wird mit einem Kommentar versehen und klargestellt.“ Anspruch des Projekts sei, „sich für Werte wie Vielfalt, Respekt, Emanzipation, Recht und Gleichheit einzusetzen, sagte er. „Der am 2.6. veröffentlichte Post auf Instagram zeigt, dass es dem Projekt selbst nicht gelingt, diesen Ansprüchen immer gerecht zu werden.“

Die Bundeszentrale für politische Bildung ist beim Innenministerium angesiedelt und hat ihren Sitz in Bonn. Ihr Sprecher sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Abwertende Äußerungen gegenüber Personen oder Personengruppen aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft, ihrer Sprache, Religion oder Staatsangehörigkeit sind nicht hinnehmbar.“ Die „wichtige Auseinandersetzung mit Rassismus“ dürfe „nicht so geführt werden, dass Andere herabgewürdigt werden. Dies gehört zum Grundverständnis politischer Bildungsarbeit.“ Das Projekt werde nun überprüft, der Instagram-Eintrag mit einem Kommentar versehen.

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„Die wichtige Auseinandersetzung mit Rassismus darf nicht so geführt werden, dass andere Gruppen ausgegrenzt oder diskriminiert und herabgewürdigt werden. Für die Zukunft muss sichergestellt werden, dass Meinungsäußerungen zu aktuellen Fragen unseres gesellschaftlichen Miteinanders respektvoll und ohne abwertende Unter- oder Zwischentöne vorgetragen werden“, betonte der Sprecher.

„Abwertende Äußerungen gegenüber Personen oder Personengruppen auf der Grundlage ihres Aussehens, ihrer Herkunft, ihrer Sprache, ihrer Religion oder Staatsangehörigkeit sind nicht hinnehmbar.“ Das sei auch für die politische Bildungsarbeit maßgeblich. Es komme dabei nicht nur auf die Absicht des Senders einer Botschaft an, sondern auch darauf, wie sie wahrgenommen werde.

Süßkartoffeln, dies nur als Fakt zum Schluss, sind mit Kartoffeln nicht verwandt. Erstere gehören zu den Windengewächsen, Letztere zu den Nachtschattengewächsen.

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RND/jps/dpa

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