Deutsche Airlines mussten 2018 mehr CO₂-Zertifikate zukaufen

  • Deutsche Airlines mussten 2018 fast sechs Millionen CO₂-Zertifikate zukaufen.
  • Das ist deutlich mehr als in den Vorjahren.
  • Grund dafür dürften vor allem höhere Preise pro Zertifikat sein.
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Berlin. Deutsche Fluggesellschaften mussten im vergangenen Jahr im Zuge des europäischen Emissionshandels 5,8 Millionen CO₂-Zertifikate zukaufen. Das geht aus der Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. 2017 mussten die Unternehmen noch 4,0 Millionen Zertifikate zusätzlich erwerben. 2016 waren es 4,2 Millionen. 2015 wurden 3,8 Millionen zugekaufte Emissionsrechte gezählt – nach 3,7 Millionen im Jahr 2014.

Seit 2012 ist der Flugverkehr innerhalb Europas in den EU-Emissionshandels einbezogen. Mit dem System sollen die CO₂-Emissionen in diesem Bereich auf den Wert des Jahres 2005 begrenzt werden. Eine entsprechende Menge an Verschmutzungsrechten wird den Unternehmen kostenlos zugeteilt. Für CO₂-Emissionen, die darüber hinausgehen, müssen die Airlines Zertifikate zukaufen – etwa von Kraftwerksbetreibern. Dabei berechtigt ein Zertifikat zum Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid.

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Preis pro Zertifikat gestiegen

Der durchschnittliche Preis pro Zertifikat ist laut Bundesumweltministerium zuletzt deutlich gestiegen – von 7,60 Euro im Jahr 2014 auf 14,90 Euro im vergangenen Jahr. Einen größeren Teil ihrer Emissionsrechte dürften deutsche Airlines in anderen Ländern Europas gekauft haben. Der Regierungsantwort zufolge hat die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) 16,3 Millionen Euro im Jahr 2018 eingenommen.

Die künftige Vorsitzende der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hatte zuletzt vorgeschlagen, den Luftfahrtunternehmen nach und nach weniger kostenlose Zertifikate zuzuteilen. Diese Pläne habe die Bundesregierung „mit Interesse“ zur Kenntnis genommen, so das Umweltministerium.

FDP-Verkehrspolitiker Bernd Reuther sagte dem RND, der Zertifikatehandel müsse das zentrale Instrument für die Erreichung der Klimaziele im Luftverkehr bleiben. „Er schafft Planungssicherheit und eine verlässliche CO₂-Reduktion“, so der FDP-Politiker weiter. „Gleichzeitig muss verstärkt in die Marktreife von synthetischen Kraftstoffen investiert werden.“

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