Der Start der SPD-Castingshow ist geglückt

  • Die erste Vorstellungsrunde der Kandidaten für den SPD-Vorsitz war spannender als gedacht.
  • Die SPD ist zu Recht stolz auf den gelungenen Auftakt, kommentiert Andreas Niesmann.
  • Selbst der Rückzug eines Bewerberduos auf offener Bühne kann daran nichts ändern.
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Berlin. Die SPD hat es sich, ihren Mitgliedern und potenziellen Wählern in jüngster Vergangenheit wahrlich nicht leicht gemacht. Quälende acht Wochen lang hat sich der Prozess hingezogen, in dem potenzielle Bewerber für den Parteivorsitz ihre Kandidatur erklären konnten. Das böse Wort der Taktiererei machte die Runde. Manch ein Genosse zog gar den ganzen Prozess der Vorsitzendensuche in Zweifel. Nach der ersten Vorstellungsrunde im Rahmen einer Regionalkonferenz in Saarbrücken war davon keine Rede mehr. Im Gegenteil: Im Netz und in der Halle überwogen Erleichterung und auch ein bisschen Stolz.

Zu Recht.

Die Auftaktveranstaltung des Bewerbungsmarathons war spannend, informativ und machte Lust auf mehr. Ein gelungener Start, der selbst dadurch nicht getrübt wurde, dass das Kandidatenduo Simone Lange und Alexander Ahrens sein Auftaktstatement für einen Rückzug aus dem Verfahren missbrauchte. Den hätten die beiden wahrlich schon vor der Veranstaltung erklären können - aber dieser kleine Schönheitsfehler ging an diesem Abend beinahe unter.

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SPD auf Chefsuche: Das sind die Kandidaten
1:49 min
Die SPD hat ihre acht Kandidatenduos und einen Einzelkandidaten für das Rennen um den Parteivorsitz vorgestellt, auf der ersten von 23 Konferenzen.  © AFP

Spannend wird die Frage sein, wie sich das Feld nun sortiert. Die vermeintlichen Favoriten, das Duo Olaf Scholz und Klara Geywitz sowie das Team Boris Pistorius und Petra Köpping, absolvierten ihre Auftritte solide aber ohne viel Esprit. Beide haben noch Luft nach oben. Das gleiche gilt für das Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans – wobei der frühere NRW-Finanzminister und die Bundestagsabgeordnete auffällig viel Zuspruch bekamen. Am sympathischsten kam das Duo Michael Roth und Christina Kampmann rüber, während Karl Lauterbach und Nina Scheer an ihrem Zusammenspiel feilen müssen. Für eine kleine Überraschung sorgte das im Vorfeld mit viel Häme bedachte Duo Gesine Schwan und Ralf Stegner. Beide zeigten sich rhetorisch stark und bekamen dafür viel Szenenapplaus.

22 Regionalkonferenzen folgen noch. Sie könnten interessanter werden, als gedacht.

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Für Aufsehen sorgte Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Er ist das erste Schwergewicht der Partei, das für den SPD-Parteivorsitz kandidieren will. Er tritt gemeinsam mit Klara Geywitz an.
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