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Der nächste Lockdown droht: Wieder ein einsamer Winter

Weihnachten naht, wie viele Kontakte sind dann erlaubt? (Symbolfoto)

Zum zweiten Mal steht die Vorweihnachtszeit unter dem schlechten Stern einer zunehmend katastrophalen Corona-Lage. Die Zahl der Neuansteckungen klettert Tag für Tag auf neue Rekordwerte, Krankenhäuser sind überlastet und die neue und potenziell bedrohlichere Omikron-Variante macht alles noch komplizierter.

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Dieser Winter wird dadurch erneut einsamer, als wir es uns wünschen. Für wärmende Geselligkeit ist zurzeit wenig Spielraum. Stattdessen stehen die Zeichen wieder einmal auf „Social Distancing“. Welch eine Enttäuschung!

Vierte Corona-Welle: Kommen jetzt härtere Maßnahmen?

Die Wucht der vierten Corona-Welle und die Ausbreitung der neuen Virusvariante erhöhen den Druck auf die Politik, schnell harte Corona-Maßnahmen zu ergreifen.

Ging es doch nach dem vergangenen harten Corona-Winter, in dem viele Familien Weihnachten oder Chanukka getrennt und isoliert feiern mussten, zunächst hoffnungsvoll weiter: Biontech, Moderna und Co. versprachen einen Weg aus der Krise. Am Ende des dunklen Corona-Tunnels schien das helle Licht der schützenden Impfungen.

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(K)ein Licht am Ende des Tunnels

Doch dank mangelnder Impfbereitschaft und einer zögerlich handelnden Politik haben wir dieses Licht noch immer nicht erreicht. Im Gegenteil: Momentan rauscht Deutschland mit hoher Geschwindigkeit in die Gegenrichtung.

Um diesen Kurs zu stoppen, kommt es nun einmal mehr auf uns alle an. Die Losung der Stunde lautet Kontaktreduzierung. Was besonders bitter ist: Das gilt auch für Geimpfte und Genesene. Die neue Normalität, in der auch größere Veranstaltungen nach dem 2G-Prinzip sicher möglich sind, ist fürs Erste vorbei. Darauf verweist auch die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina in ihrer aktuellen Stellungnahme an Politik und Gesellschaft eindringlich.

In Krisenzeiten – das gilt für die Corona- wie für die Klimakrise – kann individuelles Handeln jedoch nicht genügen. Es reicht nun nicht mehr, wenn die Vernünftigen in einen freiwilligen Lockdown gehen und ihre sozialen Kontakte herunterfahren. Es braucht klare Ansagen und Vorgaben der Politik. Dass es ohne sie nicht funktioniert, zeigen auch die Bilder vom Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach am vergangenen Samstag: 50.000 Menschen standen im ausverkauften Kölner Stadion dicht an dicht. Es galt zwar das 2G-Prinzip und aufgrund der hohen Inzidenzwerte auch eine kurzfristig verhängte Maskenpflicht am Platz. Doch an letztere Regel hielt sich ein großer Teil der Fans nicht – während gleichzeitig Corona-Intensivpatientinnen und -patienten durch ganz Deutschland verlegt wurden, weil Krankenhäuser an die Grenzen ihrer Kapazitäten stoßen.

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Handeln statt Rechthaben

Die Politik in Bund und Ländern muss sich nun dringend auf weitreichendere Maßnahmen verständigen. Und sie muss aufhören, sich gegenseitig die Schuld für das aktuelle Versagen zuzuschieben. Die künftigen Ampelkoalitionäre weisen darauf hin, dass der aktuell mögliche Rahmen für Corona-Maßnahmen von den Ländern nicht ausgeschöpft wird. Ihre Kritiker bemängeln, dass das neue Infektionsschutzgesetz die Möglichkeit einschneidender Lockdownmaßnahmen einschränkt. Beide Seiten haben Recht. Doch damit ist jetzt niemandem geholfen.

Die noch geschäftsführende Bundesregierung, die Ampelkoalitionäre und die Regierungen der Bundesländer sollten stattdessen nicht nur schnell handeln, sondern auch eine gemeinsame Sprache finden, die die Mehrheit der Bevölkerung mitnimmt und nicht ratlos zurücklässt. Denn auch die Geimpften, die Vorsichtigen, die stets den Corona-Regeln und dem gesunden Menschenverstand gefolgt sind, resignieren immer stärker. Corona-Leugner, Maßnahmen- und Impfgegner erreicht die Politik ohnehin nicht. Wenn sie nun auch den Rest der Bevölkerung zunehmend verliert, ist das fatal – nicht nur, weil es den Weg aus der Corona-Krise noch beschwerlicher macht.

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