Der Merz-Kampf ist noch nicht zu Ende

  • Nach zwei verlorenen Kandidaturen für den CDU-Vorsitz hat Friedrich Merz nun immerhin Aussicht auf die Rückkehr in den Bundestag.
  • Mit seiner Unterstützung für Parteichef Laschet im Kampf gegen den CSU-Vorsitzenden Söder hält er sich aber noch viel mehr offen.
  • Klar ist: Er will nach ganz oben.
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Berlin. Die Geister mögen sich an Friedrich Merz scheiden, eines kann ihm aber niemand absprechen: Er ist ein Kämpfer. Er kann zwar besser austeilen als einstecken, aber der Sauerländer steht immer wieder auf.

Nach zwei verlorenen Kandidaturen um den CDU-Vorsitz wollte sich der 65-Jährige wenigstens Chancen auf seine Rückkehr in den Bundestag sichern. Dafür hat er den CDU-Abgeordneten Patrick Sensburg am Samstag aus dem Weg geräumt. Merz trat gegen ihn in seinem heimischen Hochsauerlandwahlkreis an und gewann deutlich.

Dass ein finanziell sehr gut abgesicherter Mann mit langer Laufbahn in Politik und Wirtschaft in dem Alter auch in Rente gehen könnte, aber einem 16 Jahre jüngeren und angesehenen Parlamentarier die Karriere knickt, mag nicht jedem sympathisch sein.

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Fähigkeit zur Ich-AG

Es unterstreicht aber seinen Machtwillen und seine Fähigkeit zur Ich-AG. Der Wahlkreis 147 ist bisher sicheres CDU-Gelände. Merz hat hier früher kandidiert und stets das Direktmandat gewonnen. Sensburg seit 2009 ebenso.

Sollte Merz zwölf Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag dort im September wieder einziehen, wird der einstige Unionsfraktionschef eine tragende Rolle einnehmen wollen. Angela Merkel hatte ihn 2002 ausgebremst. In der nächsten Wahlperiode ist sie nicht mehr da.

Merz unterstützt Laschet

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Im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union unterstützt Merz zwar CDU-Chef Armin Laschet gegen den CSU-Vorsitzenden Markus Söder. Aber seine Bemerkungen, dass die CSU innerhalb von wenigen Wochen den nächsten CDU-Vorsitzenden demontiere, zahlt vor allem bei ihm selbst ein.

Der Subtext ist: Hättet ihr mich gewählt, wäre das nicht passiert. Ich hätte mir die Kanzlerkandidatur nicht streitig machen lassen. Sollte Laschet diesen Kampf verlieren, ist sein CDU-Vorsitz tatsächlich gefährdet. Und Merz hätte die Härte, auch ein drittes Mal anzutreten. Und käme Laschet ins Kanzleramt, dürfte Merz gute Chancen auf einen Ministerposten haben.

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