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  • Demo vor Heckler & Koch: 200 Demonstranten blockieren Zufahrt zum Stammwerk

Kritik an Waffenhersteller Heckler & Koch: 200 Aktivisten protestieren vor Stammwerk

  • Am Freitag blockierten 200 Demonstranten die Zufahrt zum Waffenhersteller Heckler & Koch am baden-württembergischen Stammsitz in Oberndorf
  • Auf den Plakaten der Aktivisten waren Slogans wie „Krieg beginnt hier“ oder „H&K töten ohne zu erröten“. Ein Firmensprecher erklärt: „Die Waffen von Heckler & Koch dienen dazu, Menschen vor Gewalt zu schützen“.
  • Ein Firmensprecher erklärte: „Die Waffen von Heckler & Koch dienen dazu, Menschen vor Gewalt zu schützen“.
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Oberndorf. Etwa 200 Personen haben am Freitag in Oberndorf (Kreis Rottweil) nach Polizeiangaben die Zufahrt zu dem Waffenhersteller Heckler & Koch blockiert. Die genehmigte Versammlung sei friedlich verlaufen, sagte ein Sprecher. Einige Menschen legten sich auf den Boden, andere saßen auf Klappstühlen vor den Toren der Firma. Auf Plakaten kritisierten die Aktivisten den Waffenhersteller. Auf den Transparenten standen unter anderem Slogans wie „Krieg beginnt hier“ oder „H&K töten ohne zu erröten“. Das Unternehmen wies die Kritik zurück.

Nach der mehrstündigen Aktion vor dem Werkstor zogen rund 100 Personen weiter in die Innenstadt von Oberndorf. Dort sei es vereinzelt zu kleineren Rangeleien zwischen den Aktivisten und Beamten gekommen, sagte der Polizeisprecher weiter. Insgesamt wurden 40 Platzverweise erteilt.

as Unternehmen wies die Kritik der Aktivisten zurück. Ein Firmensprecher sagte: „Waffen von Heckler & Koch dienen dazu, Menschen vor Gewalt zu schützen. Deshalb liefern wir sie ausschließlich an freiheitlich-demokratische Staaten der EU und Nato, in denen Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit gewährleistet sind.“ Im Vorfeld des Protests hatte das Unternehmen seine Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Das Gelände ist schon immer eingezäunt und stark gesichert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

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Überregionale Gruppen organisierten die Demonstration mit

Zu dem Aktionstag hatte das Bündnis „Rheinmetall entwaffnen“ aufgerufen. Nach Angaben der Polizei wurde die Aktion von überregional agierenden Gruppierungen mitorganisiert oder mitgetragen, unter denen sich teilweise gewaltorientierte Angehörige der linksextremistischen Szene befinden. Die Polizei hatte verstärkte Präsenz vor Heckler & Koch und Rheinmetall und auch in der Stadt selber angekündigt.

Die Aktivisten kritisierten auch die NS-Historie der Firmengründer von Heckler & Koch. Vor einem Jahr sei die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (GUG) beauftragt worden, die Vergangenheit der drei Firmengründer Edmund Heckler, Theodor Koch und Alex Seidel während der NS-Zeit sowie die Gründungsjahre von Heckler & Koch historisch aufzuarbeiten, bekräftigte ein Unternehmenssprecher. Bedingt durch die Corona-Pandemie habe sich die dafür erforderliche Akten- und Archivrecherche der GUG verzögert.

Nachdem jetzt die Ergebnisse vorlägen, werde das Material nun durch ein unabhängiges Historiker-Team analysiert und ein umfangreicher Bericht verfasst. Er soll voraussichtlich im Herbst 2023 fertig sein.

RND/dpa

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