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Eine Esoterikerin: Diese Frau soll zum Sturm des Reichstages aufgerufen haben

  • Demonstranten sind am Samstagabend in Berlin auf die Reichstagstreppe gestürmt.
  • Aufgerufen hatte dazu eine Frau auf der Bühne einer “Reichsbürger”-Demonstration direkt vor dem Gebäude.
  • Einem Bericht des “Tagesspiegels” zufolge handelt es sich dabei um Tamara K., eine bekannte Vertreterin der “Reichsbürger”-Szene aus der Eifel.
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Berlin. Es waren Bilder, die am Wochenende und auch am Montag noch landesweit für Entsetzen sorgten. Demonstranten gegen die staatliche Corona-Politik hatten am Samstagabend eine Absperrung am Reichstagsgebäude in Berlin durchbrochen und waren auf die Reichstagstreppe gestürmt.

Dazu aufgerufen hatte nach Erkenntnissen des “Tagesspiegels” eine Frau auf der Bühne einer “Reichsbürger”-Demonstration direkt vor dem Reichstag. Ihre Identität sei der Polizei nicht bekannt, gegen sie würden Ermittlungen laufen.

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Hunderte Festnahmen nach Demo in Berlin
1:34 min
Es habe “heftige gewalttätige Auseinandersetzungen” gegeben, sagte Innensenator Andreas Geisel.  © Reuters
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Laut dem Bericht handelt es sich um Tamara K., eine schon häufiger aufgefallene Frau, die der “Reichsbürger”-Szene nahestehen und aus der Eifel stammen soll. Dort arbeitet sie demnach als esoterische Heilpraktikerin und soll schon öfter bei Demonstrationen öffentlich aufgetreten sein.

Auf der Bühne hatte sie offenbar gerufen: “Wir schreiben heute hier in Berlin Weltgeschichte. Guckt euch um, die Polizei hat die Helme abgesetzt.” Und weiter: “Wir gehen da drauf und holen uns heute, hier und jetzt unser Hausrecht.”

Auch soll sie behauptet haben, US-Präsident Donald Trump sei in Berlin gelandet, deshalb müsse man ein Zeichen setzen. Trump gilt für Anhänger der Qanon-Verschwörungstheorie als Erlöser und großer Befreier, der die Weltverschwörung geheimer Eliten beenden wird. Auf der Demo am Samstag waren etliche Menschen zu sehen, die sich als Fans des Mythos outeten.

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K. in den sozialen Netzwerken immer wieder aufgefallen

Dem “Tagesspiegel” sagte K.: “Es ist keine Fehlinformation, dass Trump in Berlin war. Unsere Informanten haben uns eindeutige Beweise geliefert.” Zudem hätten etwa die Höhe der amerikanischen Flagge am Fahnenmast der US-Botschaft sowie die Beleuchtung des Botschaftsgebäudes darauf hingewiesen.

Für K. ist es dem Bericht zufolge ein unglaubliches Gefühl gewesen, auf den obersten Stufen der Treppe zum Bundestag zu stehen. “Die Welt sieht endlich, was in unserem Land abgeht”, sagte sie.

Immer wieder sei K. in den sozialen Netzwerken durch das Teilen von verschwörungsideologischen Inhalten sowie das Vertreten von “Reichsbürger”-Ideologie aufgefallen, sagte Michael Klarmann, Journalist und Beobachter der rechten Szene in der Eifelregion, dem “Tagesspiegel”.

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Bei der Demonstration gegen die Anti-Corona-Maßnahmen waren am Samstag nach Angaben des Berliner Innensenators Andreas Geisel (SPD) bis zu 38.000 Teilnehmer. Die Polizei löste die Demonstration auf, weil Hygieneregeln nicht eingehalten wurden.

RND/tdi/dpa

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