Deltavariante: Karl Lauterbach erwartet Probleme im Herbst

  • In Großbritannien dominiert inzwischen die Deltavariante des Coronavirus, sodass das Land das Ende aller Corona-Maßnahmen verschoben hat.
  • Auch in Deutschland wurden bereits Fälle nachgewiesen.
  • SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach erwartet hierzulande im Herbst Probleme durch die Variante, wie er in einem Interview sagte.
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Berlin. Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland sind massiv gesunken. Doch die sogenannte Deltavariante, die zuerst in Indien entdeckt wurde, bereitet Sorgen. So auch dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. Er rechnet damit, dass die Variante hierzulande im Herbst wieder für mehr Ansteckungen sorgt.

„Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Deltavariante bekommen werden“, sagte er am Dienstag bei „RBB Spezial“. Das werde seiner Ansicht nach im Herbst zu Problemen führen.

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Lauterbach sagte, dass zwar die Saisonalität der Deltavariante viel ausgeprägter als ursprünglich angenommen sei, also das Risiko, sich im Sommer anzustecken, viel geringer sei. Problematisch sei sie aber, weil sie deutlich ansteckender sei, zu einem schwereren Verlauf führe und zum Teil resistent gegen die Impfung sei.

Der SPD-Politiker spricht sich auch dafür aus, dass Kindern ein Impfangebot gemacht wird. „Gerade bei der Deltavariante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit“, sagte er im RBB.

Saisonalität bei Deltavariante stärker

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Eine neue Studie der Oxford-Universität zeige, dass die Saisonalität dieser Variante deutlich ausgeprägter sei als ursprünglich angenommen: Im Sommer sei das Risiko, sich damit anzustecken, viel geringer, erklärte Lauterbach. Sie sei aber deutlich ansteckender, führe zu einem schwereren Verlauf, und sei zum Teil resistent gegen die Erstimpfung. „Aber ich hoffe, dass dann bei uns eben schon so viele doppelt geimpft sein werden, dass es keine so große Welle mehr gibt.“

Vor diesem Hintergrund forderte der Gesundheitsexperte, auch Kindern ein Impfangebot zu machen. „Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit.“

In Großbritannien ist die Deltavariante inzwischen vorherrschend. Wissenschaftler hatten daher auf eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen gepocht, der britische Premier Boris Johnson gab schließlich nach und verschob das Ende aller Maßnahmen um vier Wochen.

RND/das

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