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Debatte um Schulen: Steinmeier und Karliczek plädieren für regionale Lösungen

  • Während die Corona-Infektionszahlen wieder steigen, beginnt in Deutschland die Debatte über den Umgang mit Schulschließungen.
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bildungsministerin Anja Karliczek sagen schwierige Entscheidungen voraus.
  • Die beiden Politiker setzen auf lokale Lösungen.
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Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, in der dritten Welle der Corona-Pandemie nach Möglichkeit nicht gleich wieder alle Schulen und Kitas zu schließen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sieht beim Thema eher einen schwierigen Abwägungsprozess. Beide setzen auf regionale Lösungen.

Steinmeier sagte am Mittwoch in einer Diskussionsrunde mit Jugendlichen: „Ich hoffe sehr, dass unsere Bildungseinrichtungen mit der tatkräftigen Hilfe von Bund und Ländern flexible Lösungen finden, die verhindern, dass Betreuung, Bildung und Begegnung jetzt schmerzhaft und flächendeckend abgebrochen wird.“

Steinmeier will die Pandemielage ernst nehmen

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Die dritte Welle der Pandemie setze besonders Kitas, Schulen, Universitäten und Ausbildungsbetriebe erneut unter enormen Druck. „Was wir brauchen, das sind kluge, regional passende Lösungen, die zum einen natürlich die besorgniserregende Pandemielage sehr ernst nehmen - zum anderen aber die genauso schwerwiegenden Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Land mit in den Blick nehmen.“

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In Zeiten der Corona-Pandemie ist in Klasse und Schulgebäude vieles anders als sonst. Maskenpflicht, Hände desinfizieren und Abstand halten.  © Reuters

Monatelang hätten Kinder, Jugendliche und junge Menschen nicht in Kitas, Schulen und Universität gehen dürfen, sagte Steinmeier. „Wenn sie nun als Erste wieder zurückstecken müssten, bleibt das eben auch nicht ohne spürbare soziale und bildungspolitische Folgen. Und deshalb müssen die bei der Entscheidung über Schließungen immer wieder mit in die Waagschale genommen werden.“

Bundesbildungsministerin sieht schwierigen Abwägungsprozess

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Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sieht beim Thema Schulöffnungen einen schwierigen Abwägungsprozess. Die CDU-Politikerin sprach am Mittwoch in Berlin von einer „Gratwanderung“, bei der es darum gehe, die Interessen der Kinder mit Blick auf Bildung und einen „ordentlichen Gesundheitsschutz“ gut abzuwägen.

Es gelte jetzt vorsichtig zu sein und trotzdem soviel es geht, möglich zu machen. „Weil wir auch sehen, dass die großen Ermüdungserscheinungen, die Last die alle tragen, durch diese Situation, dass keiner einen wirklich planbaren Lebensalltag hat, dass wir das eben auch anerkennen müssen.“

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Auf Nachfrage, ob auch bei einem erneuten harten Lockdown die Schulen weiterhin geöffnet bleiben sollten, antwortete Karliczek, das müsse aus dem regionalen Geschehen heraus gesehen werden. „Wenn ich in der Lage bin, mein Maßnahmenbündel nochmal nachzuschärfen und damit die Situation an den Schulen sicher zu halten, kann man das, glaube ich, vor Ort vertreten.“ Es könne aber natürlich immer wieder die Situation kommen, in der es nicht mehr zu verantworten sei und Schulen wieder geschlossen werden müssten.

Über das Vorgehen an den Schulen entscheiden die Bundesländer selbst. Der Bund hat bei dem Thema keine Regelungskompetenz.

RND/dpa

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