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Hoffnung im Tarifkonflikt: Bahn sieht GDL auf dem „Weg der Vernunft“

  • Streiks bei der Deutschen Bahn (DB) sind noch nicht ganz vom Tisch.
  • Laut DB-Personal­vorstand Martin Seiler bewege sich Gewerkschafts­boss Claus Weselsky aber auf den Konzern zu.
  • Seiler pries den Notlagen-Tarif­abschluss bei den Flughäfen als beispielhaft.
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Berlin. Ein Streik bei der Deutschen Bahn (DB) im Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist nach Einschätzung des Konzerns unwahrscheinlicher geworden. DB-Personalvorstand Martin Seiler sieht im neuen Forderungspaket der GDL Ansätze, dass die Gewerkschaft an einer Lösung am Verhandlungstisch interessiert sei.

In einem Schreiben vom Pfingstmontag erklärt die GDL laut Bahn, in dieser Tarifrunde nicht mehr über die Vergütung von Führungskräften und über Strukturfragen wie die Zerschlagung der DB verhandeln zu wollen. Ursprünglich habe die Gewerkschafts­spitze beide Themen zur Bedingung für die aktuellen Verhandlungen gemacht.

Außerdem verzichte GDL-Chef Claus Weselsky darauf, die Anwendung der Verträge auch in Betrieben durchzusetzen, in denen sie nicht die Mehrheit der Mitarbeitenden organisiert.

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Seiler: „Die Stunde der Verhandlung ist gekommen“

„Die GDL-Spitze hat nun wohl auch erkannt, dass sie in mancherlei Hinsicht auf einem Irrweg unterwegs war, und hat ihren Kurs korrigiert“, sagte Seiler am Donnerstag. „Jetzt können wir uns endlich auf die eigentlichen Themen von Tarif­verhandlungen konzentrieren. Die Stunde der Verhandlung ist gekommen. Allerdings wird sich am Verhandlungstisch zeigen, wie ernst es der GDL-Spitze wirklich ist. Sie muss den Pfad der Vernunft nun fortsetzen und nicht wieder Eigeninteressen in den Vordergrund stellen.“

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Seiler kritisierte jedoch, die neuen GDL-Forderungen sprengten „unverändert den wirtschaftlichen Rahmen“. Sie überstiegen das Niveau des jüngsten Tarif­abschlusses im öffentlichen Dienst um rund das Dreifache.

Zugleich erkläre die GDL aber, sich am Abschluss für den öffentlichen Dienst orientieren zu wollen. Seiler nahm den Notlagen-Tarif­vertrag für die kommunalen Flughafenbeschäftigten als Beispiel für eine ähnlich stark von den Corona-Maßnahmen betroffene Branche.

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Hier erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kündigungsschutz im Austausch gegen geringe Lohnerhöhungen. Einen ähnlichen Abschluss hatte die DB vergangenes Jahr mit der größeren Bahn-Gewerkschaft EVG erzielt. Dieser sieht 1,5 Prozent Lohnerhöhung vor.

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