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Das könnte das Zukunfts-Team von CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer sein

  • CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ein Zukunftsteam angekündigt.
  • Dem könnten Unterstützer und bisherige Gegner angehören - schließlich spielen neben inhaltlichen auch taktische Fragen eine Rolle.
  • Und Friedrich Merz könnte das Nachsehen haben.
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Berlin. CDU-Personalfragen beantwortet Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer gerade mit einem Wort, das schön klingt, aber alles offen lässt: Die CDU brauche ein „Zukunftsteam“, sagt sie dann.

Es ist eine Strategie mit mehreren Komponenten:

  • Kramp-Karrenbauer geht nicht auf Totalkonfrontation mit Söder, der einen Kabinettsumbau gefordert hat. Mit ihm zelebriert sie schließlich die neue Geschlossenheit von CDU und CSU.
  • Sie setzt Kanzlerin Angela Merkel nicht öffentlich unter Druck, Minister zu tauschen.
  • Und sie etabliert den Gedanken in der öffentlichen Debatte, dass es neben einem Kabinett auch noch eine Art CDU-Schattenkabinett geben könnte.
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Das ist zwar ungewöhnlich – aber es ist ja auch ungewöhnlich, dass eine amtierende Kanzlerin nicht erneut zur Wahl antritt. Sollte es Kramp-Karrenbauer gelingen, vor dem Bundesparteitag im Dezember ein Zukunftsteam aufzustellen, wäre dies ein entscheidender Vorteil gegenüber möglichen Mitbewerbern um die Kanzlerkandidatur. Ein Überblick über denkbare Team-Mitglieder – und damit Ministerkandidaten für ein AKK-Kabinett:

Die Abgeordneten von CDU und CSU haben für Andreas Jung als neuem Vizevorsitzenden und finanzpolitischen Sprecher gestimmt.

Andreas Jung: Seit einem guten Jahr verläuft die politische Karriere von Andreas Jung rasant. Ende 2018 übernahm der Freiburger, der sich bis dahin vor allem um Umweltfragen gekümmert hatte, den Vize-Fraktionsvorsitz mit dem Zuständigkeitsbereich Finanzen und Steuern. Sein Vorgänger Ralph Brinkhaus hatte sich da gerade auf den Posten des Fraktionschefs gehievt. Im Sommer kam die Verbindung von Finanzen und Umwelt wie gerufen: Jung erarbeitete für Kramp-Karrenbauer das Klimakonzept der CDU. Der 44-Jährige könnte Kramp-Karrenbauers Klima-Gesicht werden – oder der Mann für die Finanzen.

Carsten Linnemann (CDU), Bundesvorsitzender der Wirtschaftsvereinigung CDU/CSU (MIT). © Quelle: Swen Pförtner/dpa
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Carsten Linnemann: Im unions-internen Ringen um die Klimapolitik hat Kramp-Karrenbauer darauf geachtet, sich eng mit dem Vorsitzenden des Unions-Wirtschaftsflügels abzustimmen. Linnemann ist eine wichtige Symbolfigur – auch weil er im Rennen um den Parteivorsitz erst Spahn und dann Merz unterstützte. Mit ihm könnte AKK versuchen, die Sehnsucht der Partei nach einem prominenten Vertreter für die Wirtschaftspolitik zu erfüllen – allerdings statt mit 64-jährigen Merz mit einem jüngeren Gesicht. Der 42-jährige Linnemann nimmt zwar immer mal wieder harte Positionen ein – zuletzt im Streit um die Grundrente. Aber er gilt gleichzeitig als pragmatisch. Dass er sich thematisch verbreitert hat und sich etwa zur Deutschpflicht in der Schule, lässt auf Karriereplanung schließen.

Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit, CDU. © Quelle: imago images/Jens Schicke
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Jens Spahn: Wenn in der CDU jemand übers Kabinett redet, bekommt der Gesundheitsminister stets das Fleißkärtchen. Jens Spahn arbeite seine Aufgaben enorm schnell und effektiv ab, heißt es dann. Als Kanzlerkandidat werden dem 39-jährigen Westfalen, der sich auch erfolglos um den Parteivorsitz beworben hatte, allerdings nur Außenseiterchancen eingeräumt. Den Minister mit den besten Noten müsste Kramp-Karrenbauer sicher in ihr Team aufnehmen. Weil Spahn auch zu den Konservativen gerechnet wird, wäre es auch ein weitere Möglichkeit, Merz‘ Weg an die Spitze zu verhindern.

Silvia Breher, Vizevorsitzende der CDU. © Quelle: Michael Kappeler/dpa

Silvia Breher: Sie war Kramp-Karrenbauers Überraschungscoup im vergangenen Jahr. Die 46-Jährige Niedersächsin, neu im Bundestag und in der CDU weitgehend unbekannt, wurde Vize-Vorsitzende der Bundes-CDU. Frau, punkiger Haarschnitt und aus der niedersächsischen CDU-Hochburg Vechta-Cloppenburg – die Kombination aus Modernität und Tradition scheint Kramp-Karrenbauer gefallen zu haben. Breher übernahm den Posten der ausgeschiedenen Ursula von der Leyen und soll sich in der CDU um Familienpolitik kümmern. Das ginge auch in einem Wahlkampfteam.

Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. © Quelle: imago images/Charles Yunck

Norbert Röttgen: Die CDU müsste auch mal wieder das Auswärtige Amt besetzen, heißt es seit kurzem in der CDU. Dafür läuft sich bereits der unter Angela Merkel in Ungnade gefallene ehemalige Umweltminister Norbert Röttgen warm, der jetzt den Auswärtigen Ausschuss des Bundestags leitet. Nebeneffekt: Röttgen könnte Kramp-Karrenbauer einen weiteren Nordrhein-Westfalen vom Hals halten: Ministerrpräsident Armin Laschet.

Friedrich Merz (CDU), Vizepräsident des Wirtschaftsrates der CDU. © Quelle: Angelika Warmuth/dpa
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Friedrich Merz: Er bleibt das große Fragezeichen. Mit vielfachen Auftritten hat der ehemalige Unions-Fraktionschef Interesse an einer Kanzlerkandidatur signalisiert – obwohl er Kramp-Karrenbauer im Rennen um den Parteivorsitz Ende 2018 unterlegen ist. Mehrfach hat er auch betont, er wolle gerne in einem Team mitarbeiten. Einen Platz im Parteipräsidium hat er allerdings abgelehnt. Kramp-Karrenbauer sagt: „Ich freue mich über seine Bereitschaft mitzuwirken.“ Und signalisiert damit, dass davon bisher offenbar nicht so viel zu spüren ist. Sie könnte Merz als Finanzfachmann in ihr Team holen. Dass sie ihn auf diesem Platz gut aufgehoben fühlt, hat sie schon deutlich gemacht, als sie sich für den Parteivorsitz bewarb. Vorsorglich hat Merz vor wenigen Tagen nochmal erklärt, er würde gerne in einem Team mitarbeiten.