Das Dorf als Donut und die Hoffnung auf ein neues Vakzin

  • Der Hunger nach Bauland treibt den Flächenverbrauch in Deutschland auf immer neue Höhen.
  • Auch deshalb hat sich der Grünen-Politiker Anton Hofreiter jüngst gegen neue Baugebiete ausgesprochen.
  • Die RND-Hauptstadtkorrespondenten erzählen die Geschichte hinter der Debatte.
|
Anzeige
Anzeige

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

vor wenigen Tagen erst hat sich Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter gegen neue Baugebiete ausgesprochen – und damit eine Welle der Empörung losgetreten. RND-Chefkorrespondentin Daniela Vates und Hauptstadtreporter Jan Sternberg haben sich die Geschichte hinter der Diskussion angesehen.

In ihrem Bericht erzählen sie von dem Hunger nach Bauland, der in Deutschland täglich eine Fläche von 79 Fußballfeldern mit einer Asphaltdecke bedeckt – und Menschen wie Martin und Nele, die mit ihren Kindern aus der Großstadt nach Wittenberge ziehen. Dort gibt es zwar noch genug Bauland für neue Einfamilienhäuser, der kleine Stadtkern allerdings enthält Lücken – und droht bei fortschreitender Entwicklung eines Tages unbelebt zu sein. „So entstehen Donutdörfer, außen prall, innen hohl“, hatte Hofreiter kürzlich zu diesem Thema beklagt.

Anzeige
Ein Haus nach dem anderen – oder gleich viele auf einmal: Einige Dörfer wachsen am Rand. © Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Er ist mit seiner Kritik nicht allein. In einem Report der Europäischen Umweltagentur (European Environment Agency/EEA) über den sogenannten Urban Sprawl heißt es, in vielen Teilen Europas habe Zersiedelung zu „schädlichen ökologischen, ökonomischen und sozialen Effekten beigetragen“, schreiben Vates und Sternberg. Die EEA stelle fest: „Das gibt Anlass zur Sorge.“ Es sei weltweit eine große Herausforderung, das Bauen nachhaltiger zu machen. Kommunen wie Wallmerod im Westerwald haben deshalb die Reißleine gezogen: Sie fördern private Neubauten – allerdings nur im Ortskern.

Johnson & Johnson wartet auf die Zulassung

Während zahlreiche Deutsche noch immer an der Wirksamkeit des Vakzins von Astrazeneca zweifeln, gibt es in den USA Hoffnung auf ein weiteres Mittel, das schon bald helfen könnte, den Ausweg aus der Corona-Krise zu ebnen: Als weiterer Corona-Impfstoff steht in den Vereinigten Staaten das Präparat von Johnson & Johnson in den Startlöchern. Es wird erwartet, dass die US-Arzneimittelbehörde am Samstag grünes Licht für die Notfallzulassung gibt.

Anzeige

Der Pharmakonzern hatte Mitte Februar auch bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) einen Antrag auf bedingte Marktzulassung gestellt. Das Mittel unterscheidet sich in einigen Aspekten von den bisher in der EU zugelassenen Impfstoffen. Während bei Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca beispielsweise zwei Impfungen notwendig sind, genügt bei Ad26.COV2-S eine einzelne Dosis.

Die Wirkungsweise ist die gleiche wie beim Vektorimpfstoff von Astrazeneca. Die Nebenwirkungen gelten als moderat, das Mittel verhindert unternehmenseigenen Studien zufolge schwere Erkrankungen zu 85,9 Prozent und moderate Symptome zu 66 Prozent. Bleibt zu hoffen, dass nicht auch der nächste Impfkandidat in eine Vertrauenskrise rutscht.

Anzeige

Um Vertrauen und Gesundheit im weitesten Sinne geht es auch in dem Gespräch, das meine Kollegin Carolin Burchardt mit dem Autor Michael Nast und der Bindungsexpertin Stefanie Stahl, ebenfalls Bestsellerautorin, geführt hat. Als er vor knapp fünf Jahren mit seinem gleichnamigen Buch die „Generation Beziehungsunfähig“ ausrief, sorgte Nast damit für reichlich Diskussionsstoff. Nun stellt er sich auf dem Podcastsofa seiner Kollegin Stahl und ihren ganz anders lautenden Thesen. Das lesenswerte Doppelinterview finden Sie hier.

Der Tag Wissen, was der Tag bringt: Erhalten Sie jeden Morgen um 7 Uhr das Nachrichten-Briefing vom RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Zitat des Tages

Noch liegt zu viel Impfstoff im Kühlschrank.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Leseempfehlungen

Wie kuriert man eine Corona-Erkrankung zu Hause aus? Hilft bei Kopfweh Ibuprofen? Oder ist ein anderer Wirkstoff ratsam? Wenn Covid-19-Erkrankungen nur milde Symptome auslösen, kann die Infektion zu Hause behandelt werden. Was dabei zu beachten ist und was es zu vermeiden gilt, hat unsere Autorin Irene Habich aufgeschrieben.

Anzeige

Der Corona-Impfpass kommt – was das für Reisen bedeutet: Welche Regeln gelten im Jahr 2021 für Reisen trotz Corona-Pandemie? Darüber haben die Regierungschefs beim EU-Gipfel beraten. Bekommen Geimpfte jetzt einen Impfpass, um in den Urlaub fahren zu dürfen? Maike Geißler vom Reisereporter beantwortet die wichtigsten Fragen für Reisende.

Aus unserem Netzwerk

Ausflug an die Ostsee: Ab heute können Tagestouristen wieder nach Travemünde reisen. Ein Wochenende früher als geplant hat Lübeck das Aufenthaltsverbot für den Stadtteil aufgehoben. Auch Tagesausflüge auf Rügen sind für einige Besucher möglich. Worauf Ausflügler jetzt achten müssen, berichten die Lübecker Nachrichten.

Termine des Tages

8.55 Uhr: Parteien wie die CDU und die Grünen haben es vorgemacht, jetzt veranstaltet auch die Linke ihren Onlinebundesparteitag. Mit großem Interesse wird die Neuwahl des Parteivorstandes beobachtet. Thüringens Linke-Chefin Susanne Hennig-Wellsow kandidiert gemeinsam mit der Linksfraktionschefin im hessischen Landtag, Janine Wissler.

20 Uhr: 16 Kandidatinnen aus allen Bundesländern stellen sich der vorwiegend weiblichen Jury zur Wahl der Miss Germany. Das Motto lautet #EmpoweringAuthenticWomen. Bei dem Wettbewerb soll es laut Veranstaltern nicht mehr vorrangig um Schönheit gehen, sondern um die Fähigkeit, andere zu motivieren und eine individuelle Botschaft zu senden. Mal sehen, ob’s klappt.

Anzeige

Wer heute wichtig wird

Pikachu, von seinen Fans auch gern nur mit süßlicher Stimme „Pika“ gerufen, feiert heute Geburtstag: 25 Jahre alt werden das kleine Monster und seine Pokémon-Freunde, die unter anderem durch das Spiel „Pokémon Go“ und die auf Schulhöfen kursierenden Sammelkarten berühmt geworden sind. © Quelle: picture alliance / Everett Collection

Pokémon wird 25 – wie der Monsterhype die Welt eroberte: Am 27. Februar 1996 erschien das erste Gameboy-Spiel der Pokémon-Reihe. Der Beginn eines unglaublichen Hypes, der bis heute kein Ende gefunden hat. In unserem Videoformat „Auf dem Schirm“ wirft Matthias Schwarzer einen Blick zurück auf 25 Jahre Pokémon und analysiert, warum die kleinen Zeichentrickmonster überhaupt so erfolgreich werden konnten.

Der Podcast des Tages

„Impfen & Schimpfen“ – so lautet der Titel der ersten Folge unseres neuen Podcasts „Geyer & Niesmann – Der politische Wochendurchblick“. Die beiden RND-Berlin-Korrespondenten besprechen darin ernsthaft und humorvoll mit Eva Quadbeck, stellvertretende RND-Chefredakteurin, die Impfpolitik in Deutschland und wie es mit Jens Spahn weitergeht. Weitere Themen sind der Beziehungsstatus von Merkel und Spahn – und warum sich Armin Laschet wirklich mit Olaf Scholz angelegt und halb Ostdeutschland abtelefoniert hat. Noch 30 Wochen bis zur Bundestagswahl.

„Der Tag“ als Podcast

Die News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihre Dany Schrader

Abonnieren Sie auch:

Hauptstadt-Radar: Der RND-Newsletter aus dem Regierungsviertel mit dem 360-Grad-Blick auf die Politik im Superwahljahr. Immer dienstags, donnerstags und samstags.

What’s up, America? Der wöchentliche USA-Newsletter liefert Hintergründe zu den Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Kultur – immer dienstags.

Die Pandemie und wir: Die wichtigsten Nachrichten der Woche, Erkenntnisse der Wissenschaft und Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.

Das Stream-Team: Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix und Co. – jeden Monat neu.

Mit RND.de, dem mobilen Nachrichtenangebot des RedaktionsNetzwerks Deutschland, dem mehr als 60 regionale Medienhäuser als Partner angehören, halten wir Sie immer auf dem neuesten Stand, geben Orientierung und ordnen komplexe Sachverhalte ein – mit einem Korrespondentennetzwerk in Deutschland und der Welt sowie Digitalexperten aller Bereiche.

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gern direkt bei unserem Chefredakteur Marco Fenske: marco.fenske@rnd.de.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen