Dannenröder Forst: Polizei räumt weitere Aktivistencamps

  • Die Polizei setzt ihre Räumung im von Aktivisten besetzten Dannenröder Forst fort.
  • Dabei kommt es erneut zu Zusammenstößen zwischen Aktivisten und Beamten.
  • Erst vor Kurzem hatten sich zwei Aktivistinnen bei Abstürzen verletzt.
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Homberg/Ohm. Bei ihrem Großeinsatz im Dannenröder Wald in Hessen räumt die Polizei zentrale Protestcamps der Waldbesetzer. Am Donnerstag holten die Einsatzkräfte in einem der Camps mit rund einem Dutzend Baumhäusern Personen von Bäumen oder Holzkonstruktionen, wie ein Polizeisprecher berichtete.

Eine Person habe während des Einsatzes in etwa zehn Metern Höhe einen Polizisten gegen den Kopf getreten. Das Geschehen sei unter anderem in einem Livestream gezeigt worden. „In diesem Zusammenhang wurde ein Strafverfahren eingeleitet“, so die Polizei.

Immer wieder gefährliche Zwischenfälle

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Im Dannenröder Forst werden Bäume für den Bau der Autobahn 49 abgeholzt. Um das zu verhindern, halten Umwelt- und Klimaschützer das Waldstück seit mehr als einem Jahr besetzt und haben dort Baumhauscamps sowie zahlreiche Barrikaden errichtet, die von der Polizei seit dem 10. November Schritt für Schritt geräumt werden. Dabei kam es immer wieder zu gefährlichen Zwischenfällen.

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Barrikaden im Dannenröder Forst: Umwelt- und Klimaschützer protestieren weiter
0:44 min
Aktivisten haben laut Polizei am Sonntagmorgen mehrere Holz-Barrikaden im Dannenröder Wald errichtet. Eine der Barrikaden sei angezündet worden.  © dpa

So verletzten sich zwei Aktivisten bei zwei Abstürzen. Für den ersten der beiden Fälle soll ein Polizist verantwortlich gewesen sein, der laut Staatsanwaltschaft Gießen zuvor ein Seil durchtrennt haben soll, das mit dem Gestell verbunden gewesen sei. Die Verbindung soll für den Beamten nicht erkennbar gewesen sein.

Behörden ermitteln gegen Aktivisten

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Die Behörde ermittelt zudem wegen Verdachts auf ein versuchtes Tötungsdelikt, nachdem ein Gestell aus Baumstämmen in Richtung von Polizisten gestürzt war. Die Beamten hatten zur Seite springen können und waren unverletzt geblieben.

Für den Lückenschluss der A49 sollen rund 85 Hektar Wald gerodet werden, 27 davon im Dannenröder Forst. Gegner lehnen das Projekt, für das Baurecht besteht, aus Klimaschutzgründen ab. Die Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrsbelastung und eine bessere Straßenanbindung.

RND/dpa

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