CSU wischt Lindners Vorstoß zum Zentralabitur vom Tisch

Die CSU gießt in der von FDP-Parteichef Christian Lindner unterstützten Debatte über ein bundesweites Zentralabitur Öl ins Feuer. „Dass Christian Lindner ein Zentral-Abi fordert, ist verständlich, denn er selbst hat ja NRW-Abi“, ätzt Generalsekretär Markus Blume – und das ist noch nicht alles.

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Berlin. Die CSU lehnt jegliche Debatten über ein Zentralabitur in Deutschland wie jüngst von FDP-Chef Christian Lindner gefordert kategorisch ab. „Dass Christian Lindner ein Zentral-Abi fordert ist verständlich, denn er selbst hat ja NRW-Abi“, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Freitag. Für die CSU sei klar, dass es mit ihr kein Zentralabitur geben werde. Genau so hatte sich jüngst auch CSU-Chef Markus Söder geäußert.

Lindner ist offen für eine Debatte über ein Zentralabitur in Deutschland. „Ich halte den Bildungswettbewerb zwischen 16 Bundesländern, wie wir ihn praktizieren, für aus der Zeit gefallen“, hatte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt. „Gemeinsame Bildungsstandards müssen endlich umgesetzt werden. Ein Zentralabitur könnte dabei ein Element sein.“ Die FDP sei jederzeit bereit, in Gespräche über eine weitere Veränderung des Grundgesetzes einzutreten.

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Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte Anfang des Monats gefordert, dass in Deutschland innerhalb von fünf bis zehn Jahren ein zentrales Abitur eingeführt wird. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte daraufhin, Eisenmanns Vorstellungen gingen "in die richtige Richtung", auch OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher empfahl Deutschland ein Zentralabitur.

Der thüringische Bildungsminister Helmut Holter plädierte für eine weitere Vereinheitlichung der Aufgabenstellungen. „Der Weg zum Zentralabitur muss über den gemeinsamen Aufgabenpool führen, die Prüfungen müssen ebenso wie die Lehrpläne und Stundentafeln schrittweise angepasst werden“, sagte der Linken-Politiker. Die Kultusministerkonferenz solle sich dafür konkrete Fristen setzen, bis wann welcher Schritt umgesetzt sein müsse.

Widerspruch kommt hingegen aus dem Saarland: „Gleichwertigkeit hat nichts mit Gleichmacherei zu tun“, sagte Bildungsstaatssekretärin Christine Streichert-Clivot (SPD). „Ein bundesweites Zentralabitur garantiert weder eine faire Abiturprüfung noch eine vergleichbare Abiturnote.“

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CSU-Generalsekretär Blume sagte: „Wir wollen die beste Bildung für unsere Schüler und keinen deutschen Durchschnitt. Wir sind für Leistung und Wettbewerb und gegen sozialistische Gleichmacherei“, betonte er.

Von RND/dpa