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Wissenschaftler fordern spezielle Öffnungszeiten und kostenlose FFP2-Masken für Risikogruppen

  • Eine Expertengruppe hat Zweifel, ob sich die hohe Zahl von Corona-Infektionen allein mit Beschränkungen und der Nachverfolgung von Kontakten senken lässt.
  • Sie appelliert an die Politik, sich deshalb verstärkt um den Schutz von älteren Menschen und chronisch Kranken zu kümmern.
  • Dafür hat sie konkrete Vorschläge.
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Berlin. Die Gruppe von Wissenschaftlern, Medizinern und Kassenmanagern, die in der vergangenen Woche Kritik am Umgang der Politik mit der Corona-Pandemie geübt hatte, hat ihre Überlegungen für einen besonderen Schutz von Risikogruppen präzisiert.

In einem neuen Thesenpapier, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, wird die Einführung spezieller Öffnungszeiten für ältere Menschen und Risikopatienten in öffentlichen Einrichtungen, Behörden sowie Geschäften und Restaurants vorgeschlagen.

Zur Reduzierung der Infektionsmöglichkeiten sollen zudem Ärzte erweiterte Möglichkeiten bekommen, für Praxisbesuche dieser Bevölkerungsgruppen Taxischeine auszustellen. Dadurch sollen Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln vermieden werden.

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„Höhere Schutzfunktion“

Außerdem schlägt die Gruppe vor, künftig älteren Menschen und chronisch Kranken, die zu Hause wohnen, kostenlos Schutzmasken mit dem höheren Sicherheitsniveau FFP2 zur Verfügung zu stellen. Es müsse darum gehen, dass diese Menschen ihre Alltagskontakte und Begegnungen weiter ausüben können, ohne dabei das Risiko einer Infektion eingehen zu müssen, so die Autoren.

Sie regen zudem an, dass künftig das gesamte Personal sowie alle Besucher in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen verpflichtend dauerhaft FFP2-Schutzmasken tragen müssen. „Dies begründet sich durch die höhere Schutzfunktion insbesondere für die vulnerablen Personen im Vergleich zu den sonstigen Mund-Nasen-Bedeckungen“, heißt es in dem Papier.

Autoren verweisen auf Vorräte

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Die Autoren argumentieren, die Bundesregierung werde bis 2021 1,4 Milliarden FFP2-Masken eingelagert haben. Ebenso hätten die Länder und Kassenärztlichen Vereinigungen große Reserven aufgebaut. „Es ist besser, diese aktuell einzusetzen und später zu ersetzen, als diese in Lagern zu verwalten“, betont die Gruppe, zu der unter anderem der Chef des Betriebskrankenkassen-Verbands Franz Knieps und der Gesundheitsökonom Gerd Glaeske von der Universität Bremen gehören.

Die Gruppe hatte in der vergangenen Woche die Politik davor gewarnt, auf die steigenden Infektionszahlen ausschließlich mit weiteren Einschränkungen zu reagieren und gegenüber der Öffentlichkeit mit Drohungen zu agieren. Sie zweifelt daran, dass sich die Infektionszahlen allein durch Kontaktbeschränkungen und Nachverfolgungen senken lassen, und fordert deshalb, sich jetzt insbesondere für den Schutz der Risikogruppen einzusetzen.

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In ihrem neuen Papier regen die Experten aber auch an, sich um die Jugendlichen zu kümmern. Es müsse darum gehen, „jungen Menschen, die unter vielen Einschränkungen während der Corona-Zeit leiden (…), Räume für ihre nachvollziehbaren Wünsche nach Kontakt miteinander anzubieten, um den ungeregelten und bezüglich der Infektionsgefahren immer wieder anfälligen Partys und Alkoholevents mit Alternativen begegnen zu können“, heißt es. „Es sollte daher über Angebote nachgedacht werden, denn alleinige Verbote ohne Äquivalente für die kommunikativen Bedürfnisse von Jugendlichen werden auf Dauer nicht wirksam sein“, betonen die Autoren.

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