Corona im Bundestag: Mehrere Abgeordnete der SPD in Quarantäne

  • Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wurde in den vergangenen Wochen oft zur Corona-Epidemie befragt.
  • Jetzt haben er und mehrere andere SPD-Bundestagsabgeordnete sich in häusliche Quarantäne begeben.
  • Sie hatten bei einer Sitzung Kontakt zu einer Person, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde.
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Berlin. Mehrere Abgeordnete und Mitarbeiter der SPD-Bundestagsfraktion sind wegen Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person vorsorglich in häuslicher Quarantäne. Dazu zählen der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, die SPD-Fraktionsvizechefin Eva Högl und der rechtspolitische Sprecher Johannes Fechner, wie ein Fraktionssprecher am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Der Grund sei eine Sitzung der Fraktionsarbeitsgruppe Recht am 2. März, an der eine inzwischen auf das Coronavirus positiv getestete Person aus dem Bundesjustizministerium teilgenommen habe. Die Teilnehmer der Sitzung, Abgeordnete und Mitarbeiter, seien informiert.

“Zwei Personen, die aus diesem Kreis direkten Kontakt mit dem Infizierten hatten und die nach den Leitlinien des Robert-Koch-Instituts als Kontaktpersonen der Kategorie I mit „höherem“ Infektionsrisiko gelten, befinden sich zu Hause”, heißt es in einem Schreiben des Parlamentarischen Geschäftsführers der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, an die Abgeordneten. “Den weiteren Personen, die sich im gleichen Raum aufgehalten haben, laut Robert-Koch-Institut Kontaktpersonen der Kategorie II mit geringerem Infektionsrisiko, haben wir als Fraktionsführung heute empfohlen, sich ab sofort zu Hause aufzuhalten. Wir folgen damit den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes", so Schneider weiter. Insgesamt sollen rund 15 Personen betroffen sein.

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Im Justizministerium ist ein weiteres Dutzend unmittelbarer Kontaktpersonen des Infizierten unter häusliche Quarantäne gestellt worden, teilte ein Ministeriumssprecher dem RND mit.

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Gesundheitspolitiker Lauterbach sagte der “Bild”-Zeitung: “Ich gehe nicht davon aus, dass ich mich selbst infiziert habe, gehe aber dennoch bis Sonntag in häusliche Quarantäne.” Es werde zur Normalität, dass sich Menschen infizieren. “Der Bundestag ist ein Hochrisiko-Gebiet, weil viele Menschen zusammenkommen und vorher mit vielen Menschen Kontakt hatten.” Er habe sich aber bereits in den Tagen zuvor aus dem sozialen Leben komplett zurückgezogen, um ein Vorbild zu sein.

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RND/dpa/ani

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