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Pharma, Touristik, Elektro: Diese Branchen trifft das Coronavirus besonders

  • Abgesagte Messen, stornierte Reisen, unterbrochene Lieferketten:
  • Die Corona-Krise trifft mit Wucht auf die Wirtschaft.
  • Welche Branchen besonders betroffen sind - ein Überblick.
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Berlin. Krisenzeiten sind wichtige Zeiten für Interessenverbände. Sie rechnen in diesen Tagen für ihre Branchen aus, welche Folgen die Corona-Epidemie haben könnte – und viele von ihnen schlagen Alarm. Manche hoffen bereits auf Hilfen aus Berlin, andere gehen davon aus, noch glimpflich davonzukommen und fehlende Absatzmärkte, Einschränkungen und unterbrochene Lieferketten ausgleichen zu können. Ein Überblick.

Touristik

Erstmals seit 54 Jahren ist in diesem Jahr die weltgrößte Reisemesse ITB abgesagt. Die Touristikbranche gehört zu den größten Corona-Verlierern. Nach Schätzungen von Boston Economics auf der Basis von Erfahrungen mit dem Sars-Virus könnte das Coronavirus die Touristik weltweit 20 Milliarden Euro kosten – im besten Fall. Der chinesische Reiseveranstalter China Tours musste bereits Insolvenz anmelden. Um die Buchungen trotz unsicherer Lage zu befördern, bieten einige Reiseveranstalter zumindest für Neubuchungen kostenlose Stornierungen an.

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Luftfahrt

Weil viele Reisen verschoben werden, sind Flugzeuge halbleer unterwegs. Die Airlines streichen deshalb Flüge, bei der Lufthansa sind es allein im März 7000 Starts aus München und Frankfurt. Ein Antrag auf Kurzarbeit wird geprüft. Die israelische El Al will rund 1000 Mitarbeiter entlassen, die britische Fluggesellschaft Flybe hat Insolvenz angemeldet. Der Branchenverband Iata schätzt, dass den Fluggesellschaften durch das Virus in diesem Jahr weltweit bis zu 100 Milliarden Euro entgehen.

Elektrobranche

In den Elektromärkten droht der Ausverkauf. Apple meldet erste Lieferengpässe und hat seine Umsatzprognose zurückgenommen, die Fertigungsanlagen der Zulieferer stehen in China. Nintendo warnte bereits Anfang Februar vor Engpässen bei seiner Spielekonsole Switch, weil Bauteile aus China knapp seien.

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Pharmabranche

China ist weltweit wichtigster Produzent von aktiven pharmazeutischen Wirkstoffen, API genannt. Diese sind in jedem Arzneimittel enthalten. Schon vor der Corona-Krise gab es Lieferengpässe bei wichtigen Medikamenten wie Schmerzmitteln und Schilddrüsenarzneien. Diese könnten sich durch die eingeschränkte Produktion in China verschärfen. Österreichs Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) in Brüssel: „Es kann nicht sein, dass wir abhängig sind von China im Bereich der Antibiotika.“ Nach Auskunft des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte stehen die bislang gemeldeten Lieferengpässe für Deutschland jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

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Maschinenbau

Der seit Monaten schwache deutsche Maschinenbau hat sich zu Jahresbeginn zwar leicht erholt, fürchtet nun aber einen Rückschlag wegen Produktionsausfällen in China. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sei nicht nur der zweitwichtigste Abnehmer deutscher Maschinen. China sei 2019 auch Deutschlands wichtigster ausländischer Lieferant von Maschinen, vor allem aber von Komponenten und Teilen gewesen, hieß es vom Branchenverband VDMA.

Autoindustrie

4900 Neuwagen wurden im Februar in China verkauft. Das waren 92 Prozent weniger als im Vorjahr. Doch abseits des einbrechenden Absatzmarkts in China ist in der Autoindustrie bisher wenig von Corona die Rede. Daimler, BMW und VW melden bisher keine Auswirkungen. Allerdings könnte das noch kommen, da die Zulieferteile mehrere Wochen in Containerschiffen aus China unterwegs sind. Die Autobauer geben sich jedoch optimistisch, da viele Zulieferer ihre Arbeit wieder aufgenommen haben.

Gastronomie

Die Absagen von Großveranstaltungen machen Hoteliers und Caterern massive Probleme. Von der Ausbreitung des Coronavirus seien Firmen vor allem in den Messestädten betroffen, erklärte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Es dürfe nicht zugelassen werden, „dass Existenzen vernichtet werden“. Aber auch Hotels und Gastronomiebetriebe in kleineren Städten beklagten zunehmend Stornierungen. Die private Nachfrage sei hingegen vergleichsweise stabil.

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Handwerk

Das Handwerk hat in den vergangenen Jahren gut verdient – dem Bauboom und der Konjunktur sei Dank. Dennoch warnte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gestern vor existenzbedrohenden Folgen von möglichen Betriebsschließungen und Sicherheitsmaßnahmen durch das Virus. Auch Messeabsagen machten der Branche zu schaffen.

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