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Corona-Zahlen: Warum die ehemaligen Hotspots im Osten heute unter dem Bundesdurchschnitt liegen

  • Die einstigen Corona-Hotspots in den neuen Bundesländern liegen mit ihren Inzidenzen heute weit unter dem Bundesdurchschnitt.
  • Doch Forscher warnen: Spätestens Ende Januar erwarten sie einen Wiederanstieg.
  • Das Bundesland Sachsen will derweil in einem Modellprojekt den 2G-Nachweis für den Einzelhandel mittels Bändchen testen.
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Dresden/Erfurt/Magdeburg. Der einstige Corona-Hotspot Sachsen hat inzwischen den niedrigsten Inzidenzwert bundesweit. Auch Thüringen liegt nach Negativrekorden Ende 2021 bei den Corona-Zahlen nun weit unter dem Bundesschnitt, ebenso wie Sachsen-Anhalt. Dies geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Forscher sehen das aber nur als Atempause. „Spätestens Ende Januar erwarten wir einen Wiederanstieg“, sagte der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz der Deutschen Presse-Agentur.

Bundesweit meldete das RKI am Mittwoch einen Rekordwert: Erstmals wurden mehr als 80.000 Corona-Fälle binnen 24 Stunden registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der gemeldeten Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche – lag bundesweit bei 407,5. Tendenz steigend.

Anders in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: Dort sank die Sieben-Tage-Inzidenz. Mit 239,5 hatte Sachsen am Mittwoch den günstigsten Wert aller 16 Länder vor Sachsen-Anhalt mit 254,4 und Thüringen mit 277,6. An der Spitze lagen Bremen mit 1296,8 und Berlin mit 856,4. Noch Anfang November war die Tabelle praktisch umgekehrt. Wie ist das zu erklären?

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WHO: Hälfte Europas könnte bald mit Corona-Variante Omikron infiziert sein
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Die Weltgesundheitsorganisation warnt davor, dass sich in zwei Monaten mehr als die Hälfte der Menschen in Europa mit Omikron infiziert haben könnten.  © dpa

Sachsens Gesundheitsministerin: Maßnahmen haben die Zahlen gedreht

Die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) führte die regional verschärften Corona-Regeln an: „Es waren harte Maßnahmen, das waren harte Einschnitte.“ Das sieht der Leipziger Forscher Scholz ähnlich. „Wir haben durch die Maßnahmen (bei Erwachsenen) eine Kontaktreduzierung von 50 Prozent erreicht“, sagte er. Damit sei die Welle an Infektionen mit der Delta-Variante früher abgeflacht.

Die hochansteckende Omikron-Variante sei vorerst in Sachsen weniger verbreitet als in anderen Regionen, fügte Scholz hinzu. Setzt sich Omikron aber durch, wird sich nach seiner Einschätzung die Lage rasch ändern. „Es wird wieder Rekordzahlen geben“, prophezeite Scholz. Thüringen teilt diese Analyse. „Nach allen Prognosen und Berechnungen gehen wir davon aus, dass sich auch in Thüringen die Lage wieder verschärfen wird“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Erfurt.

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Sachsen will 2G-Regelung im Einzelhandel mit Bändchen nachweisen

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In Sachsen ist derweil ein Modellprojekt für den Zugang zum Einzelhandel geplant. Mithilfe eines Bändchens oder Stempels soll einmalig der 2G-Nachweis geprüft werden. Der Zugang zu den Geschäften ist dann ohne wiederholtes Vorzeigen des Impf- oder Genesenennachweises möglich, wie die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet. Das sächsische Kabinett habe die Regelung am Mittwoch beschlossen, „sodass wir alle Vereinfachungen, die irgendwie gehen, anordnen, ohne die Vorsicht zu vernachlässigen“, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD).

Die neue Regelung erleichtere an vielen Stellen „unser gesellschaftliches Zusammenleben“, sagte der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung. Laut LVZ soll die Maßnahme mindestens in der gesamten Stadt Leipzig gelten. Der Beginn sei bereits in wenigen Tagen geplant.

Wie das sächsische Sozialministerium weiterhin erklärte, seien die Betreiber zur Kontrolle eines „fälschungssicheren, personengebundenen, nicht übertragbaren und nur an dem Tag der Prüfung gültigen Zutrittsberechtigungskennzeichen“ verpflichtet. Hierfür könne bei Stempeln etwa die Farbe gewechselt werden.

RND/dpa/alx

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