Sinkende Corona-Infektionszahlen: Merkel warnt vor Übermut

  • Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland sinkt immer weiter.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnt angesichts dessen, man müsse „das richtige Maß an Freiheit und Vorsicht finden“.
  • Durch die Pandemie befände sich Deutschland zurzeit in einem Epochenwechsel mit vielen Umbrüchen.
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Berlin. Kanzlerin Angela Merkel hat trotz der einstelligen Werte bei den Corona-Inzidenzen vor Übermut gewarnt. Man sei bei einer erfreulichen Inzidenz unter zehn, sagte Merkel am Montag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen bei einer gemeinsamen Klausur der Spitzen von CDU und CSU zum Wahlprogramm der Union in Berlin. Dies sei aber immer noch drei Mal so hoch wie vor zwölf Monaten.

Man müsse „das richtige Maß an Freiheit und Vorsicht finden“, wurde sie zitiert. Es dürfe nicht vergessen werden: „Maske tragen ist immer noch das Einfachste.“ Die Pandemie werde erst zu Ende sein, wenn die ganze Welt geimpft sei. „Wir müssen an den Rest der Welt auch denken“, sagte Merkel demnach.

Sorgen wegen Delta-Variante

Trotz sinkender Corona-Zahlen in Deutschland gibt es verstärkt Sorgen wegen der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus.

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Spahn und Wieler: Wie gehen wir mit der Delta-Variante um?
2:02 min
Die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus nimmt auch in Deutschland zu. RKI-CHef Wieler und Gesundheitsminister Spahn äußern sich am Freitag dazu.  © Reuters

Erstmals seit zehn Monaten hatten die Gesundheitsämter zuletzt weniger als 500 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet.

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So registrierte das RKI 346 neue Fälle, wie aus Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 8,6 an (Vortag: 8,8; Vorwoche: 16,6; Vormonat: 67,3).

Merkel: „Wir sind in einem Epochenwechsel“

Angesichts der Folgen der Corona-Pandemie sieht die Kanzlerin Deutschland vor tiefgreifenden Umbrüchen. Es sei wichtig, dass CDU und CSU in ihrem gemeinsamen Programm für die Bundestagswahl im ersten Kapitel von einem Epochenwechsel sprächen, sagte Merkel. „Wir sind in einem Epochenwechsel.“ Dieser werde getrieben durch Innovation und Digitalisierung.

Knapp 100 Tage vor der Bundestagswahl wollen die Spitzen von CDU und CSU ihr gemeinsames Programm am Montag beschließen. Am frühen Nachmittag wollen Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) und CSU-Chef Markus Söder das gemeinsame Programm der Öffentlichkeit präsentieren.

Offene Demokratien haben gegenüber Autokratien Nachholbedarf

Merkel sagte nach den Teilnehmerangaben, seit dem Jahr 2007 sei eine Herausforderung nach der anderen für das Land gekommen. Mit der Pandemie würden die Karten auf der Welt noch einmal neu gemischt. Die offenen Demokratien hätten sich beim Umgang mit Corona schwerer getan als die autokratischen Systeme. „Wir haben mehr aufzuholen“, wurde Merkel zitiert.

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Bei den USA sehe man, „mit welcher Wucht sie es nun anpacken – auch wirtschaftlich“. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt habe sich mehr als versechsfacht. China sei sehr erfolgreich trotz eines autokratischen Systems. Europa sei an vielen Stellen nicht führend: Nicht bei den Quantencomputern, den Computerchips oder der Batterieforschung. Dies müsse man angehen.

RND/dpa

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