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Was passiert in Deutschland mit überzähligen Impfdosen?

  • Geimpft ist geimpft - dieses Motto zählt etwa in Staaten wie den USA oder Israel.
  • Wenn Dosen übrig bleiben, darf die Impfreihenfolge ignoriert werden.
  • In Deutschland ist das anders, wie eine Umfrage zeigt.
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Düsseldorf, Saarbrücken. Wenn bei Impfterminen einzelne Dosen überbleiben, sind die Vorgaben der Bundesländer nach einer Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) eindeutig und nahezu einheitlich. Überzählige Impfdosen müssen demnach fast ausnahmslos für Menschen aus der Gruppe mit der höchsten Impfpriorisierung genutzt werden. Das sind etwa Rettungsdienstmitarbeiter, Helferinnen und Helfer in den Impfzentren oder medizinisches Personal. Einzige Ausnahme bilden Polizisten im Außendienst, die der zweiten Gruppe angehören.

In ihren Antworten betonten 13 Gesundheits- und Sozialministerien, dass für die Nutzung von Restdosen die Impfverordnung des Bundes gilt: Das Verimpfen von übrig gebliebenen Vakzinen ist nur innerhalb der Gruppe mit der höchsten Priorisierung erlaubt.

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So erklärte das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium, dass die Impf-Teams bei kleineren Mengen an übriggebliebenem Impfstoff, angehalten seien, diese niedrigschwellig für Personen mit höchster Impfpriorität zu verwenden. Sollte selbst dann noch „die Gefahr des Verfalls bestehen“, solle die koordinierende Einheit der Impfzentren vor Ort über die weitere Verwendung entscheiden.

Das saarländische Gesundheitsministerium betonte, dass die Menge an überschüssigen Impfdosen „sehr gering“ sei. „Die wenigen überschüssigen Dosen entstehen hauptsächlich, wenn Termine nicht wahrgenommen werden oder Vakzine geöffnet, bei der die sechs Dosen nicht verbraucht sind“, hieß es. In solchen Fällen würde Personal der Alten- und Pflegeeinrichtungen oder in den Impfzentren, Gesundheitspersonal sowie Personal des Rettungsdienstes geimpft. Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Saar sende „dann innerhalb kürzester Zeit Personal der ersten Priorisierungsgruppe“.

Grundsätzlich betonten die Ministerien, es sei oberstes Ziel der Terminplanung und -vergabe, dass alle Vakzine auch verimpft werden. Was in den allermeisten Fällen gelinge, jedoch nur, wenn immer Menschen gefunden werden, die kurzfristig einen Impftermin wahrnehmen können. Ausnahmen seien in Einzelfällen möglich, wenn Impfstoff sonst verworfen werden müsse.

Die Impfreihenfolge regelt eine Bundesverordnung. In der ersten Gruppe mit der höchsten Priorität sind Menschen über 80, Pflegekräfte und Beschäftigte auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, Palliativstationen, Rettungsdiensten und Corona-Impfzentren. Ebenfalls vorrangig geimpft werden jetzt aber auch Erzieherinnen in Kitas oder Grundschullehrer aus der Gruppe 2.

RND/epd

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