Esken: Corona-Warn-App trotz Handyverbot in Schulen nutzen

  • Auch in Schulen mit strengen Handyverboten soll die neue Corona-Warn-App genutzt werden.
  • Das fordert die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wirft sie vor, Vertrauen der Bürger verspielt zu haben.
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Berlin. Die Nutzung der neu eingeführten Corona-Warn-App sollte nach Meinung der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken auch in Schulen mit strengen Handyverboten möglich sein. Es sei “durchaus geboten, dass auch Schülerinnen und Schüler die App nutzen”, sagte Esken dem “Handelsblatt”.

“Ich bin hier klar für eine Lockerung. Aber nicht nur wegen der Corona-Warn-App.” Der verantwortliche Umgang mit dem Smartphone müsse auch in der Unterrichtssituation gelernt werden, sagte die Sozialdemokratin.

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So funktioniert die neue Corona-Warn-App
1:07 min
Die offizielle Corona-App ist in Deutschland an den Start gegangen. Sie soll im Kampf gegen Covid-19 beitragen und Nutzern mögliche Risiken aufzeigen.  © RND
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Handyverbot steht Funktion der App nicht im Weg

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, sagte dazu der Deutschen Presse-Agentur: “Über ein Handyverbot an einer Schule entscheiden Lehrkräfte, Eltern und Schüler gemeinsam entsprechend der spezifischen Situation vor Ort. Das ist sinnvoll, damit die Schulgemeinschaft den jeweiligen Gegebenheiten bestmöglich Rechnung tragen kann. Wenn das Handy auf Grund eines schulinternen Verbots in der Tasche bleiben soll, wird das der Funktion der App vermutlich nicht im Wege stehen.” Nicht ersetzen könne die Anwendung den Arbeitsschutz in der Schule. Hygiene- und Abstandsregeln seien weiterhin das A und O.

Die verzögerte Einführung der App geht laut Esken auch auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zurück. Dessen anfängliche Vorstöße, etwa die zunächst geplante Nutzung von Standortdaten, seien nicht wirklich durchdacht gewesen.

Esken: Spahn hat Vertrauen verspielt

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“Auf dieser Basis hätten wir eine erstklassige Überwachungs-App bekommen.” Damit habe der Minister viel Porzellan zerschlagen und auch Vertrauen verspielt, sagte Esken.

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes ist am frühen Dienstag zum Download bereitgestellt worden. Nutzer konnten die App bereits in der Nacht zum Dienstag auf ihr Smartphone herunterladen. Im App-Store von Google war sie bereits um kurz nach 2 Uhr morgens verfügbar, bei Apple dauerte es etwas länger. Die App soll die Kontaktverfolgung von Infizierten ermöglichen und dadurch die Infektionsketten verkürzen.

Hier können Sie die Corona-Warn-App des Bundes herunterladen:

RND/dpa

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