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  • Corona-Ungeimpfte umstimmen? Forsa-Studie zeigt: Maßnahmen haben keine Auswirkungen auf Impfbereitschaft

Forsa-Studie: Ungeimpfte lassen sich nicht mehr überzeugen

  • Die Impfzahlen dümpeln vor sich hin.
  • Die künftigen Ampelkoalitionäre haben bereits angekündigt, im November darüber zu beraten, wie mehr Menschen von einer Immunisierung überzeugt werden können.
  • Doch das wird schwer, wie eine aktuelle Umfrage zeigt, die dem RND exklusiv vorliegt.
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Berlin. Die große Mehrheit der Ungeimpften wird sich voraussichtlich nicht mehr davon überzeugen lassen, sich in den kommenden Wochen gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Das hat die bisher größte Befragung von Ungeimpften durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ergeben. Sie liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorab vor.

Demnach gaben zwei Drittel (65 Prozent) der rund 3000 Befragten an, sich „auf keinen Fall“ in den nächsten zwei Monaten impfen zu lassen. 23 Prozent tendierten zu „eher nein“. Lediglich 2 Prozent der Befragten wollten sich „auf jeden Fall“ impfen lassen. Die restlichen 10 Prozent zeigten sich unentschlossen oder hielten eine spätere Impfung „eher“ für möglich.

Laut der Befragung, die zwischen Ende September und Mitte Oktober durchgeführt wurde, können die Ungeimpften auch kaum noch umgestimmt werden. 89 Prozent der Befragten gaben beispielsweise an, es habe keinerlei Einfluss auf die eigene Impfbereitschaft, wenn die Intensivstationen erneut an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Nur 5 Prozent meinen, dieser Umstand werde ihre Bereitschaft zu einer Impfung erhöhen.

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Eine mögliche Festlegung der Politik, wonach ab einer bestimmten Impfquote alle Corona-Beschränkungen aufgehoben werden, sehen 86 Prozent ohne Einfluss auf ihre Entscheidung. 75 Prozent würden sich laut Umfrage nicht durch Belohnungen für Geimpfte beeinflussen lassen. Derartige Anreize könnten sogar kontraproduktiv sein: Denn 18 Prozent gaben an, dass durch Prämien ihre Impfbereitschaft abnehmen würde.

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Mehrheit lässt sich durch Maßnahmen nicht umstimmen

Maßnahmen, die die Ungeimpften stärker unter Druck setzen, wirken sich nach der Umfrage häufiger negativ als positiv auf die Impfbereitschaft aus. Das gilt beispielsweise für eine generelle Anwendung der 2G-Regel im Freizeitbereich (negative Beeinflussung 27 Prozent, positiv 5 Prozent), für eine 3G-Pflicht am Arbeitsplatz (negativ 21, positiv 4), für die Selbstzahlung von Corona-Tests (negativ 22, positiv 3) oder mehr leicht zugängliche Impfangebote ohne Termin (negativ 7, positiv 3).

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Für die übergroße Mehrheit der Befragten haben die bei der Studie abgefragten Maßnahmen und Entwicklungen jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Impfbereitschaft.

Es gibt allerdings eine Ausnahme: Die Zulassung von Impfstoffen mit klassischen Wirkmechanismen – etwa sogenannte Totimpfstoffe mit abgetöteten Krankheitserregern – könnte an der ablehnenden Haltung unter Umständen etwas ändern. Hier gaben immerhin 56 Prozent an, dass sich dann ihre Impfbereitschaft erhöhen würde. Nur ein vergleichsweiser kleiner Anteil von 36 Prozent meint, das würde ihre Haltung zu einer Corona-Impfung nicht beeinflussen.

Laut der Umfrage haben die Befragten vielfältige Gründe, warum sie die Schutzimpfung gegen das Coronavirus bisher nicht wahrgenommen haben. Besonders zentral sind dabei Zweifel an der Sicherheit der bisher verfügbaren Impfstoffe: Eine große Mehrheit hält diese nach wie vor für zu wenig erprobt (74 Prozent) und befürchtet Impfschäden und Langzeitfolgen (62 Prozent).

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Hinzu kommt Skepsis gegenüber der Wirksamkeit der Impfstoffe: Insbesondere betont die große Mehrheit (63 Prozent) der Befragten, dass auch Geimpfte sich mit Corona infizieren und andere anstecken können. Mangelnde Zeit oder Gelegenheiten für eine Impfung nennt nur ein Prozent als Grund.

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Die Untersuchung hat zudem gezeigt, dass sich die Ungeimpften in ihren Einstellungen und Grundhaltungen fundamental von der Gesamtbevölkerung unterscheiden und in großen Teilen zu Verschwörungstheorien neigen. So sind jeweils mindestens drei Viertel der Nichtgeimpften der Ansicht, dass die Medien einseitig über Corona berichten, nicht alle Stimmen aus der Wissenschaft Gehör finden und die Grundrechtseingriffe durch die Corona-Beschränkungen schwerwiegender sind als die Gefahr durch das Virus selbst.

Auch die Vermutung, dass Corona häufig ein Vorwand ist, um mehr staatliche Kontrolle zu erhalten, teilen zwei Drittel der Befragten. Ein Fünftel der Nichtgeimpften ist sogar der Ansicht, dass bis heute keine eindeutigen Beweise für die Existenz des Coronavirus vorliegen.

Auch im Hinblick auf die Nutzung sozialer Medien und Messengerdienste unterscheiden sich die Ungeimpften von der Bevölkerung in Deutschland insgesamt: So nutzen Nichtgeimpfte die Dienste Youtube und insbesondere Telegram erheblich häufiger als der Durchschnitt der Internetnutzer in der Bevölkerung.

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Forsa-Chef Manfred Güllner sprach von irritierenden Ergebnissen. „Alle Argumente und alle Maßnahmen, um die Ungeimpften von einer Immunisierung zu überzeugen, prallen einfach an ihnen ab. Da kann man machen was man will“, sagte er dem RND und fügte hinzu: „Das ist erschreckend.“

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