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  • Corona und Schule: Eltern und Lehrer fordern mehr Sicherheit von der Politik

Eltern und Lehrer fordern: So muss die Politik die Schulen sicherer machen

  • Der Schulbetrieb hat bundesweit wieder begonnen – in Präsenz.
  • Doch ist es realistisch, dass es dabei bleibt?
  • Elternvertreter und Lehrerverbände erklären, was sie von der Politik erwarten, damit Kinder und Jugendliche in Zeiten von Omikron möglichst gut vor Ansteckung geschützt sind.
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Berlin. Christiane Gotte wird deutlich. „Viele Eltern plagen Ängste davor, was passiert, wenn die Schulen wieder geschlossen werden sollten“, sagt die Vorsitzende des Bundeselternrats dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Angesichts der Gefahr, dass es in der Omikron-Welle der Corona-Pandemie wieder zum Nebeneinander von Homeoffice und Homeschooling komme, sei die Botschaft dieser Mütter und Väter: „Wir können nicht mehr.“ Viele Eltern zerreiße es, sagt Gotte. Sie wünschten sich Präsenzunterricht für ihre Kinder, wollten aber auch nicht, dass ihre Kinder sich in der Schule ansteckten.

Der Schulunterricht hat in diesen Tagen in ganz Deutschland wieder begonnen – in Präsenz. Dabei soll es nach dem Willen der Kultusministerkonferenz auch bleiben. Und: Das wünscht sich, angesichts der Nachteile, die Distanzunterricht gerade für Kinder aus bildungsfernen Familien bedeutet, auch die Bundesschülerkonferenz.

Doch ist das Festhalten am Präsenzunterricht realistisch, wenn die Infektionszahlen in der Omikron-Welle weiter ansteigen? Werden nicht ohnehin immer mehr Lehrkräfte und Kinder in Quarantäne müssen? Und: Was lässt sich jetzt noch tun, um den Unterricht für Kinder und Jugendliche sowie für Lehrerinnen und Lehrer sicherer zu machen?

Der Bundeselternrat sieht vor allem einen Weg, um das Schlimmste an den Schulen womöglich zu verhindern – und er findet dabei auch Unterstützung bei den Lehrerverbänden und -gewerkschaften. „Gerade in der aktuellen Situation mit der Bedrohung durch die Omikron-Variante des Coronavirus muss es in den Schulen heißen: testen, testen, testen!“, sagt Christiane Gotte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Hier wird noch längst nicht alles getan, was geht.“

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Auch die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, sagt dem RND, regelmäßige Tests seien in Schulen und allen anderen Bildungseinrichtungen von der Kita bis zu den Hochschulen notwendig. „Die Verantwortlichen sollten dabei Antigen-Schnelltests zur Verfügung stellen, die in der Lage sind, auch die Omikron-Variante zu erkennen“, fügt sie hinzu.

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Die angekündigte Positivliste des Paul-Ehrlich-Instituts mit Schnelltests, die Omikron früh erkennen können, sollte als Maßstab für die Beschaffung dienen, so die Gewerkschaftsvorsitzende. Auch beim Boostern von Lehrern und Impfen von Jugendlichen müsse es jetzt schneller vorangehen. Finnern sagt eindeutig: Die Kultusminister hätten der Omikron-Welle zu wenig entgegengesetzt.

Eine volatile Lage

Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, sagt dem RND, es sei gut, dass die Schulen wieder mit vollem Präsenzunterricht begonnen hätten. „Doch die Situation ist angesichts der zunehmenden Verbreitung der Omikron-Variante volatil“, ergänzt er. „Die Politik muss die Situation genau im Blick haben und schnell reagieren. Da, wo die Infektionslage sich verschärft, muss der Gesundheitsschutz an den Schulen rasch hochgefahren werden“, fordert Meidinger.

Dabei könne es konkret um tägliche Corona-Tests an den Schulen gehen und um eine FFP2-Maskenpflicht. Auch die Aussetzung der Präsenzpflicht sei eine Option.

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Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sagt dem RND: „Ich warne die politisch Verantwortlichen davor, sich die Gefährdungslage für Kinder angesichts der Omikron-Variante in der Corona-Pandemie schönzureden.“ Beckmann führt aus: „Auch Kinder können schwer krank werden – und niemand weiß genau, was die Folgen von Long Covid für Kinder sind.“

Der VBE-Vorsitzende bringt auch Wechselunterricht als Möglichkeit ins Spiel. „Wenn die Infektionszahlen rasant ansteigen, müssen wir auch auf Möglichkeiten wie den Wechselunterricht zurückgreifen können“, betont er. Dabei gehe es darum, Schülerinnen und Schüler sowie ihre Familien vor Ansteckung zu schützen. „Auch die Frage, wie viele Lehrerinnen und Lehrer erkranken, ist systemrelevant“, sagt Beckmann. „Denn irgendjemand muss den Unterricht, den wir uns alle für die Kinder wünschen, auch tatsächlich geben können.“

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