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Daran krankt der Digitalunterricht an Schulen

Digitaler Unterricht in Zeiten von Corona läuft in Deutschland oft nicht optimal. (Symbolbild)

Berlin. Seit dem Schulbeginn müssen fast jeden Tag irgendwo Schulen coronabedingt wieder schließen. Die Zahlen dürften noch steigen, wenn die Sommerferien in allen Bundesländern enden und die kühlere Jahreszeit das Lüften erschwert. Umso mehr kommt es dann auf Digitalunterricht an. Doch mit Geld lassen sich viele Probleme gar nicht lösen, zeigt eine Studie.

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Die Bundesregierung hat den Ländern Milliarden zur Verfügung gestellt, um Schulen “digitale Bildungsangebote” zu ermöglichen, “die verlässlich und zeitgemäß Bildung vermitteln können”, wie es Regierungssprecher Steffen Seibert formuliert. Allerdings ist das Geld bisher nur spärlich abgerufen worden.

Warum ist das so? Der Digitalpakt sieht vor, dass die Schulen Medienkonzepte vorlegen müssen, um an die Mittel zu kommen. Schließlich soll sichergestellt werden, dass die Steuermilliarden sinnvoll verwendet werden. Offenbar hatten viele Schulen aus Zeitgründen bisher keine ausreichenden Konzepte.

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“Wir haben uns bei Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erfolgreich dafür eingesetzt, dass das Medienkonzept der Schulen nachgereicht werden kann. So können die Mittel jetzt insgesamt schneller fließen”, erklärte eine Sprecherin von Stefanie Hubig (SPD), amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz der Länder, auf Nachfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). Die Vereinbarung gilt seit dem 16. Juli.

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Klage über mangelnde Unterstützung der Schulen

Allerdings zeigt eine Untersuchung der Technischen Universität München und der Initiative D21, über die “InfoDigital” berichtet, dass Geld bisher gar nicht das Haupthindernis war. Laut der Studie ”eGovernment Monitor 2020″ berichten in einer Umfrage drei Viertel der Eltern von Hürden beim digitalen Unterricht.

Am häufigsten nannten sie eine fehlende Unterstützung durch die Schulen, gefolgt von Internetproblemen (Geschwindigkeit/Netzprobleme) und mangelnder Digitalkompetenzen der Lehrer. Die technische Ausstattung zu Hause spielt nur eine nachgeordnete Rolle: zu wenig oder zu alte Geräte nannten nur 14 Prozent als Hürde.

Viel hängt offenbar auch vom Können und Engagement der einzelnen Lehrkräfte ab: 54 Prozent der Eltern sagten, dass die Lehrer den Unterricht auf eigene Initiative digital gestaltet haben. 42 Prozent zeigten sich unzufrieden und gaben an, dass die Lehrkraft mit digitalen Anwendungen überfordert war. “Wir brauchen bundesweite Standards, um sicherzustellen, dass Lehrkräfte über notwendige Digitalkompetenzen verfügen. Das Aus- und Weiterbildungssystem muss zwingend ein ‘digitales ABC’ vermitteln”, sagte D21-Präsident Hannes Schwaderer.

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Lehrinhalte wurden im Juni – dem Zeitpunkt der Untersuchung – am häufigsten per E-Mail (81 Prozent) übermittelt, gefolgt von Videokonferenzen (44 Prozent) und Messengerdiensten (32 Prozent). Der Austausch von Materialien über einen Schulserver oder Lernplattformen kam etwas seltener zum Einsatz. Auch analoge Wege zur Übermittlung von Lernmaterial, wie eine Abholung in der Schule (16 Prozent) oder die Übermittlung via Telefon (14 Prozent) oder Post (7 Prozent) kamen vor.

Kritik aus der CDU an den Bundesländern

“Die Bundesländer müssen die digitale Bildung endlich priorisieren, um in dieser Krise Präsenzunterricht und digitalen Unterricht von zu Hause reibungslos zu ermöglichen”, sagte CDU-Digitalexperte Tankred Schipanski dem RND. “Schon vor Beginn der Corona-Krise habe ich für modulare Online-Lehrerweiterbildung und die Zulassung digitaler Lernmittel durch die Kultusministerien geworben. Diese Module und Angebote stehen umfassend zur Verfügung und müssen nur von den Kultusministerien organisiert und lizensiert werden. Das ist nicht zu viel verlangt.”


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