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  • Corona-Umfrage zu Feiertagen: Die meisten RND-Leser halten sich an die Regeln

RND-Stimmungsbarometer: Corona-Regeln werden eingehalten, wenig Optimismus

  • Wie stark haben sich die Leser und Leserinnen von RND.de an den Feiertagen wirklich eingeschränkt? Lassen sie die Silvesterparty ausfallen?
  • Mit unserem Stimmungsbarometer haben wir anonym und freiwillig ein Bild erstellt.
  • Die Antworten unserer zehn Fragen zur Lage der Nation zeigen: Die übergroße Mehrheit verhält sich coronakonform. Optimismus ist dennoch selten.
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Das erste Corona-Jahr in Deutschland endet, die Impfkampagne hat begonnen – aber das neue Jahr beginnt mit trüben Aussichten: Alle Vorzeichen deuten darauf hin, dass der ursprünglich bis 10. Januar befristete Lockdown verlängert wird.

Das erwartet schon jetzt auch die klare Mehrheit der Leserinnen und Leser von RND.de: 92 Prozent der Teilnehmer an unserem RND-Stimmungsbarometer erwarten auf jeden Fall oder gehen eher davon aus, dass die aktuellen Schul- und Geschäftsschließungen sowie Kontaktsperren über Anfang Januar hinaus verhängt werden. Nur jeweils 4 Prozent sind unentschieden oder erwarten das Ende des Lockdowns.

Nach dem Ende der Feiertage hat RND.de in zehn Fragen nach Ihren Empfindungen, Erwartungen und Erfahrungen aus dem abgelaufenen Jahr und vor allem mit dem ersten Corona-Weihnachten gefragt.

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Mit dem Ergebnis können wir zwar keine repräsentative Umfrage, aber ein anonym und freiwillig erhobenes Stimmungsbild erstellen. Und dabei auch ergründen: Lag es wirklich am Ignorieren der Corona-Regeln über Weihnachten, dass die Infektionszahlen nicht sinken? Wollen die Deutschen trotz allem Silvesterpartys feiern? Wie bilanzieren Sie 2020 – und was erwarten Sie vom Januar 2021?

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Spahn sieht keinen Grund zur Entwarnung
1:30 min
„Was es auf jeden Fall brauchen wird, ganz allgemein, ist weiterhin starke Kontaktreduzierung. Das jedenfalls als Überschrift gilt weiterhin“, sagte Spahn.  © Reuters

Die meisten Ergebnisse sind sehr eindeutig ausgefallen – einige sind dennoch überraschend:

Kontaktarme Weihnachten

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Die Weihnachtstage 2020 fielen für die meisten RND.de-User anders aus als üblicherweise: Nur 15 Prozent gaben an, gegenüber früheren Jahren nichts geändert zu haben. 73 Prozent der Teilnehmer haben dagegen nach eigener Aussage während der Feiertage ihre Kontakte reduziert. Nur kleine Gruppen haben Weihnachten die Risikopatienten ausgeladen oder gemieden beziehungsweise ihre normale Feier durch Corona-Regeln wie Abstand halten retten wollen.

Noch deutlicher folgten die User den Vorgaben von Politik und Virologen in der Frage der Feiertagsrunden: Ganze 85 Prozent gaben an, nur in der Kernfamilie gefeiert zu haben. Nur sehr wenige Befragte (zwischen 3 und 6 Prozent) feierten im größeren Familienkreis, mit den engsten Freunden oder im größeren Kreis mit Familie und Freunden.

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Entsprechend zufrieden sind die allermeisten mit ihrer eigenen Einhaltung der Regeln, die sie sich vorgenommen haben: 85 Prozent sind gar nicht oder kaum schwach geworden, wenn es um zusätzliche Gäste, regelmäßiges Lüften oder Abstandhalten ging. Nicht einmal jeder Zehnte gab an, bisweilen doch seine Corona-Vorsätze gebrochen zu haben.

Klare Mehrheit einverstanden mit den Auflagen

Erstaunlich: Viele der Teilnehmer – nämlich knapp die Hälfte – empfand die Corona-Einschränkungen kaum oder gar nicht als Belastung. Ebenso viele gaben allerdings an, sich an Weihnachten mehr oder weniger stark eingeschränkt gefühlt zu haben.

Dazu passt, dass nur ein Fünftel der Befragten Probleme mit den weihnachtlichen Pandemieauflagen der Politik hatte (16 Prozent). Die klare Mehrheit von 79 Prozent fand die Regeln für Weihnachten sinnvoll.

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Starke Auswirkungen auf den Alltag

Beim Rückblick aufs Gesamtjahr 2020 fällt die Bilanz eindeutig aus: Die meisten Befragten gaben an, dass sich die Corona-Krise stark auf ihr Leben ausgewirkt hat (7 und 8 von 10 möglichen Punkten), gefolgt von der Angabe, die Pandemie sei mittelmäßig spürbar gewesen (5 von 10) und danach der Aussage, sie habe sich sehr stark (10 von 10) aufs eigene Leben ausgewirkt.

Keine Partys an Silvester

Ein deutliches Beispiel für die Auswirkungen stand zum Jahreswechsel unmittelbar vor der Tür: Fast 60 Prozent der Teilnehmer gaben an, sie würden Silvester anders oder sogar ganz anders feiern als üblicherweise. Immerhin ein Drittel wird allerdings auch nichts oder nur wenig gegenüber den Vorjahren ändern.

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Das bedeutet jedoch offenbar nicht, dass trotz Corona heftig gefeiert wird – im Gegenteil: Viele Befragten feiern wohl ohnehin im kleineren Rahmen.

Auf die Frage, die viele Politiker derzeit sehr besorgt (Wie ausschweifend und damit infektionstreibend werden die Deutschen Silvester feiern?), geben die RND.de-User jedenfalls eine klare Antwort: 61 Prozent planen gar keine Party und 26 Prozent feiern nur im eigenen Hausstand. Nur jeder Zehnte hat eine Party geplant, will aber auch diese „im kleinen Kreis“ belassen. Nur 3 Prozent haben vor, eine „Party wie immer“ zu feiern.

Ausblick auf 2021: Erst Lockdown, dann Impfung?

Würden sich alle Menschen in Deutschland tatsächlich so verhalten, wäre jedenfalls Silvester kein Superspreader-Termin. Optimistisch sind die Befragten aber trotzdem nicht – jedenfalls nicht, was die Aussicht auf ein Lockdown-Ende am 10. Januar angeht. Daran glauben nur 4 Prozent der Befragten.

Größere Hoffnungen setzen dagegen viele in die Impfstoffe gegen Corona: 54 Prozent der Teilnehmer gaben an, sich impfen lassen zu wollen. 39 Prozent haben das nicht vor. Unentschieden sind noch 7 Prozent.

RND/sgey



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