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Bis Corona kam: So groß war das Vertrauen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft

  • Vertrauen untereinander, in Politik und in die Wirtschaft – das alles wird jetzt in der Corona-Krise auf den Prüfstand gestellt.
  • Eine neue Studie beleuchtet, wie es bei uns in Deutschland bis zum Beginn der Pandemie war.
  • Ergebnis: Das Vertrauen war so groß wie nie zuvor. Und größer als vielen anderen Ländern Europas.
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Berlin. Das Vertrauen der Menschen untereinander sowie in Politik und Wirtschaft ist in Deutschland deutlich stärker ausgeprägt als in vielen anderen europäischen Staaten. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Grundlage der Untersuchung sind Daten unter anderem von Weltbank, OECD und Europäischer Kommission, die das Institut in einem Vertrauensindex zusammengefasst hat.

Platz sieben für Deutschland

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100 Punkte entsprechen dabei dem absoluten Höchstwert beim Vertrauen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Auf Platz eins im IW-Vertrauensindex liegt Dänemark mit einem Wert von 90,7. Dahinter folgen Finnland, Schweden, die Niederlande und die Schweiz sowie Irland. Auf Platz sieben liegt schließlich mit einem Wert von 73,9 Deutschland. Staaten wie Italien und Griechenland liegen mit Werten von 30,3 beziehungsweise 8,3 abgeschlagen auf den letzten Plätzen.

Die Bundesrepublik verbesserte ihren Wert seit 2015 um fast vier Punkte. „Bis zum Beginn der Corona-Pandemie waren die Deutschen mit ihrem Leben so zufrieden wie lange nicht mehr“, heißt es in der Studie. Wesentliche Gründe seien “die historisch geringe Zahl an Arbeitslosen, der Höchststand bei der Zahl der Beschäftigten und der damit einhergehende wirtschaftliche Aufschwung”. Deutschland stehe im internationalen Vergleich sehr gut da, insbesondere was Schuldenstand, Gesundheitssystem, Korruption, Gerechtigkeit sowie politische und unternehmerische Freiheit angeht.

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Vertrauen ist den Forschern zufolge jetzt in der Corona-Krise besonders wichtig. “Gerade angesichts der dynamischen, schwer vorhersehbaren Entwicklungen und der großen Unsicherheit in Bezug auf die Folgen und richtigen Maßnahmen zur Eindämmung spielt das grundsätzliche Vertrauen der Menschen eine zentrale Rolle”, heißt es in der IW-Studie. “Angesichts der Unsicherheit bedarf es des grundsätzlichen Vertrauens in die Institutionen und handelnden Personen, gerade wenn weiterreichende Eingriffe in die persönliche Freiheit und wirtschaftliche Prozesse ungekannten Ausmaßes stattfinden.”

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Den IW-Forschern zufolge zeigt der von ihnen erstellte Index, welche Länder die aktuelle Pandemie besser managen könne als andere. „In den skandinavischen Ländern sowie den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz herrscht ein ausgeprägtes Klima des Vertrauens. Das politische System das Wirtschaftssystem und die Gesellschaft sind – im Großen und Ganzen – zuverlässig“, schreiben sie.

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Fehlendes Vertrauen in südeuropäischen Ländern, so ein Fazit der Studie, könne die Krisenbewältigung dort erschweren. Dabei sei Vertrauen nicht nur in Institutionen wichtig, sondern auch „in die Notwendigkeit der Freiheitsbeschränkung und die Beachtung zum Beispiel von Quarantäne-Maßnahmen, auch ohne Krankheitssymptome“.



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