Aufatmen in Spanien – die Kinder dürfen an die frische Luft

  • Kein anderes europäisches Land hat so harte Ausgangsbeschränkungen wie Spanien.
  • Insbesondere die Kinder haben fast gar keine Chance, die Wohnung zu verlassen.
  • Ab kommendem Sonntag ändert sich das: Dann dürfen Eltern erstmals mit ihren Kleinen zum Spaziergang raus.
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Madrid. Es ist eine herzergreifende Szene: Bea jammert, Bea protestiert, Bea stapft zur Wohnungstür und hört nicht auf zu rufen: „Auf die Straße, auf die Straße!“ Geht leider nicht, sagt der filmende Vater, „soll ich dir eine Geschichte vorlesen?“

Das Whatsapp-Video aus den ersten Tagen der Ausgangssperre trägt den Titel “Todos somos Bea – Wir alle sind Bea”. Aber das stimmt nicht. Bea ist gerade mal gut ein Jahr alt und hat fast gar keine Chance, die Wohnung zu verlassen: weder zum Einkaufen, noch um zur Arbeit zu gehen, noch um den Hund auszuführen. Das sind die wenigen Auswärtsaktivitäten, die den Erwachsenen erlaubt sind. Die Kleinen sind eingesperrt, von morgens bis abends, seit nun schon bald sechs Wochen.

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Quarantäne in Spanien ab Sonntag gelockert

Am vergangenen Samstag kündigte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez an, dass die Quarantäne für Kinder ab dem Montag kommender Woche gelockert werden solle. Millionen Familien atmeten auf. Am Dienstagmittag aber erklärte die Regierungssprecherin María Jesús Montero, dass nichts weiter gemeint sei als die künftige Erlaubnis, die Kleinen mit zum Supermarkt, zur Apotheke oder zum Zeitungskiosk zu nehmen.

Das gab einen Aufschrei! Es sei “die schlechteste aller Optionen”, fand die Kinderpsychiaterin Azucena Díez von der Universität Navarra, die Kinder ausgerechnet in geschlossene Räume mitzunehmen, statt ihnen Gelegenheit zu ein bisschen Bewegung zu geben.

Am Abend überlegte es sich die Regierung anders: Nun dürfen – bereits ab Sonntag – Kinder bis einschließlich 14 Jahren von ihren Eltern doch zum ziellosen Spaziergang ausgeführt werden, kündigte der Gesundheitsminister Salvador Illa an. Die genauen Bedingungen will er noch bekannt geben.

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Masken für die Massen: Spanien lockert die Maßnahmen
1:27 min
Die Regierung in Madrid hat eine Lockerung der geltenden Ausgangsbeschränkungen für das Land verfügt.  © Martin Dahms/Reuters

Quarantäne vor allem für Kinder schwierig

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“Sofort am Sonntagmorgen gehen wir raus”, sagt África García, Mutter von drei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren. “Am besten irgendwohin, wo sie Sport machen können.” Wenn das denn erlaubt sein sollte. Die Regierung ist bisher sehr streng mit ihren Bürgern.

Garcías fünfköpfige Familie lebt in Madrid in einer gut 90 Quadratmeter großen Wohnung mit Balkon. Die Kinder vermissen ihre Freunde und die Schule. Und die Bewegung. „Wenn man mir das vor sechs Wochen erzählt hätte, ich hätte es nicht für möglich gehalten“, sagt García. „Wir sind immer draußen gewesen, bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Aber wir und unsere Nächsten sind gesund, das ist das Wichtigste.“

García ist Ärztin und weiß, was in den Krankenhäusern los ist. Die Quarantäne nervt? Nun gut, “so ist das eben“.

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