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Coronaquarantäne in Italien: Plötzlich liegt Wuhan mitten in Europa

Passanten am Hauptbahnhof von Mailand, einige tragen Gesichtsmasken. Im Kampf gegen das neue Coronavirus schränkt Italien die Bewegungsfreiheit von rund 16 Millionen Bürgern im Norden drastisch ein.

Berlin.Mailand – abgesperrt. Venedig – abgeschottet. Parma – kein Zugang mehr. Italien macht Ernst. Die Regierung in Rom ergreift mit der Abriegelung einer 16-Millionen-Region drastische Maßnahmen. Plötzlich liegt Wuhan mitten in Europa. Aber Umsetzung und Informationspolitik vor Ort in Oberitalien wirken nicht gerade überzeugend.

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Sei es bei Katastrophen, Anschlägen oder anderen Großlagen – Journalisten trennen in der Berichterstattung heute mehr denn je, was wir wissen, von dem, was wir nicht wissen. Wissen kann man keinesfalls, ob die nun in Italien ergriffenen Anti-Corona-Maßnahmen verhältnismäßig sind.

Quarantäne: Wie strikt setzen die Behörden in Italien das alles um?

Kann die Ausbreitung des Erregers damit wirklich eingedämmt werden? Oder ist der wirtschaftliche Schaden, der durch die angeordnete Massenquarantäne entsteht, am Ende unverhältnismäßig groß?

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Wer vorgibt, über jeden Zweifel erhabene, richtige Antworten auf diese Fragen zu haben, ist ein Scharlatan. Wir wissen ja auch nicht, wie strikt oder lasch die italienischen Behörden auftreten werden, wenn es um die Durchsetzung der Vorgaben geht.

Italien riegelt Städte und Regionen im Norden des Landes ab

Gegen die Ausbreitung des Coronavirus soll es keine Bewegung aus oder in die am schwersten betroffenen Regionen Italiens mehr geben.

“Der Staat muss handeln”

Sehr genau wissen wir jedoch, dass niemand, der politische Verantwortung trägt und mit einer solchen Situation konfrontiert ist, die Hände in den Schoß legen kann. Die Krise ist mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem es in immer stärkerem Maße auf Symbolik ankommt.

Der Staat muss handeln. Es bleibt ihm gar nichts anderes übrig. Ansonsten leistet er Panik und Verunsicherung Vorschub.

Es mag sein, dass die hohen Infektionszahlen in Italien Folge des Umstands sind, dass dort mehr getestet wird als bei uns. Doch bei so vielen Erkrankten und vergleichbar vielen Toten wäre auch die deutsche Bundesregierung kräftig unter Handlungsdruck. Sie könnte nicht länger auf die Behörden vor Ort verweisen, sondern wäre selbst gezwungen, drastische Maßnahmen zu verhängen.

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RND

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