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Corona-Politik: AfD-Anhänger misstrauen der Bundesregierung am meisten

  • Eine Studie hat das Politik-Vertrauen der Menschen in der Corona-Krise untersucht.
  • Ergebnis: Anhänger der AfD misstrauen der Bundesregierung mehr als die anderer Parteien.
  • Insgesamt vertritt eine Mehrheit der Befragten die Meinung, die Regierung sei schlecht auf die Pandemie vorbereitet gewesen.
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Konstanz/Berlin. Wer der AfD nahesteht, misstraut dem Gesundheitssystem und der Informationspolitik der Bundesregierung in der Corona-Krise weitaus häufiger als Menschen mit anderer parteipolitischer Ausrichtung. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Konstanzer Sozialpolitikforscher Marius R. Busemeyer am Dienstag vorgestellt hat. In der repräsentativen Studie wurde laut Mitteilung der Universität Konstanz zwischen April und Mai dieses Jahres bei 3200 Teilnehmern die Positionierung zum Staat in der Corona-Krise abgefragt.

Polarisierung der Gesellschaft

Geschlecht, Einkommen, Alter und Bildungsstand der Befragten spielten neben der politischen Ausrichtung eine - wenn auch geringere - Rolle, wie es in der Untersuchung heißt. Damit sei die These widerlegt, dass es in der Frage des Vertrauens in staatliche Institutionen einen Riss quer durch die Gesellschaft gebe, erläuterte der Forscher. Stattdessen liefere die Studie Hinweise für eine Polarisierung.

So schätzten die Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems 67,6 Prozent der Befragten als "sehr hoch" oder "hoch" ein. Die Kritiker seien hier also deutlich in der Minderheit. Beim Blick auf die staatliche Informationspolitik hätten 48,2 Prozent der Befragten die Meinung geäußert, dass die Bundesregierung "ziemlich" oder "sehr wahrheitsgetreu" informiert habe. AfD-Anhänger waren den Angaben zufolge allerdings nur zu 11,9 Prozent von der Wahrhaftigkeit der Regierungsinformationen überzeugt, während es bei Anhängern von Grünen 69,4 Prozent und bei CDU/CSU-Anhängern 66 Prozent waren.

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Soziale und wirtschaftliche Folgen von Corona vernachlässigt

Insgesamt meinten die Befragten laut Studie, dass Deutschland auf die Corona-Situation nicht gut vorbereitet und die Krisenreaktion nur "moderat gelungen" (6,0 auf einer Skala von 0 bis 10) sei. Busemeyer rät der Politik, in einer nächsten Phase der Krisenbewältigung mehr die wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu beachten und sich nicht allein auf gesundheitliche Gefahren zu fokussieren. "Es ist nun besonders wichtig, sozioökonomische Unterschiede und Benachteiligungen auszugleichen", sagte er.

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Die Studie wird gemeinsam vom Berliner Thinktank “Das Progressive Zentrum” und dem Exzellenzcluster “The Politics of Inequality” der Universität Konstanz herausgegeben.

RND/epd

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