Corona-Pausentaste und kein Ende?

  • Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus warnt vor einer Verlängerung der Corona-Maßnahmen im Dezember.
  • Es ist der Versuch, die Bürger zum Einhalten der Einschränkungen zu bewegen.
  • Sollten diese keine Wirkung zeigen, wird die Lage in keinem Fall angenehmer, kommentiert Daniela Vates.
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Berlin. Es wirkt wie eine klar erprobte Therapie. Vier Wochen lang soll das ganze Land auf der Bremse stehen, um das Coronavirus in die Schranken zu weisen. Vier Wochen Zurückhaltung, weniger Kontakte, möglichst zu Hause bleiben.

Das Rezept passt zum Kalender: Pausentaste im November, das lässt sich leicht merken.

Die Regierung winkt mit Weihnachtsfeiern live unter dem geschmückten Baum statt in der diesjährigen Ostertradition als Videoschalte.

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Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat die frohen Aussichten nun jäh zunichtegemacht. Es könne niemand garantieren, dass die Maßnahmen wirklich im Dezember gelockert würden, sagt er. Die Kanzlerin spricht von schweren vier Monaten, die bevorstünden.

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Lockdown 2.0 – Bund und Länder beschließen drastische Maßnahmen
1:55 min
Bund und Länder haben sich am Mittwoch auf die Schließung vieler Einrichtungen für den gesamten November geeinigt.  © Reuters

Es ist der Versuch, zum Mitmachen zu bewegen – mit der Aussicht auf Ungemach statt auf Familienfeste. Bei Brinkhaus mag auch noch eine Rolle spielen, die Debatte um einen CDU-Parteitag im Dezember endgültig zu beenden.

Die Regierung hat eine Therapie verordnet, für die einiges spricht. Ob sie dafür sorgt, die Infektionszahlen so deutlich zu senken, dass die Gesundheitsämter nicht mehr überfordert sind mit der Kontaktnachverfolgung der Infizierten, ist offen.

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Unklarheiten und logische Brüche

Es gibt schließlich Unwägbarkeiten und Unklarheiten und logische Brüche in der Strategie, die versucht, Schulen, Kitas und die Wirtschaft am Laufen zu halten, und dafür Sport, Kultur, Gastronomie und private Kontakte einschränkt.

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Der Umgang mit dem Coronavirus ist weiterhin ein Tasten nach dem richtigen Weg, bei dem es viele Wahrscheinlichkeiten, aber wenig endgültige Wahrheiten gibt.

Was sich sicher sagen lässt: Es ist nicht sicher, dass die Regierungstherapie Erfolg haben wird. Die erste Voraussetzung dafür aber ist, dass möglichst viele mitmachen.

Den Versuch ist es wert.

Wenn die Infektionszahlen dennoch weiter hoch bleiben sollten, wird sich die Regierung eine andere Strategie überlegen müssen.

Angenehmer wird es dann sicher nicht.

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