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Realschullehrer werfen der Politik Ignoranz vor – und stellen klare Forderungen

  • Wie geht es nach den Weihnachtsferien weiter in den Schulen?
  • Der Deutsche Realschullehrerverband fordert eindeutige Regeln in Sachen Wechselunterricht.
  • Der Vorsitzende Jürgen Böhm erhebt schwere Vorwürfe gegen die Politik.
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Berlin. Der Deutsche Realschullehrerverband pocht auf klare Regeln in Sachen Wechselunterricht und wirft der Politik Ignoranz vor. „Die Verantwortlichen müssen endlich erkennen, dass Inzidenzwerte und Abstandsregeln auch an den Schulen umgesetzt und eingehalten werden müssen“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Realschullehrerverbandes, Jürgen Böhm, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Ein Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 war und ist ein sinnvoller Grenzwert, zu dem in allen Jahrgangsstufen ab fünf verbindlich Wechselunterricht gelten muss“, sagte Böhm. Über einem Wert von 50 sei es für die Gesundheitsämter kaum möglich die Infektionsketten nachzuvollziehen. Ab einer Fallzahl von 100 sollten die Schulen in den Distanzunterricht wechseln, so Böhm.

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Die Schulen seien zum Großteil auf diese Situation vorbereitet und könnten Unterricht im Wechselmodell oder in Distanz gut organisieren und durchführen, sagte Böhm. Vor Ort habe man nach den gegebenen Möglichkeiten die eigenen Hausaufgaben erledigt und sich flexibel auf verschiedene Situationen eingestellt – wenigstens, soweit es die vorhandenen Rahmenbedingungen zuließen.

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„Dieses Engagement und den enormen Einsatz der Schulen nun mit den Füßen zu treten und gänzlich zu missachten kommt einem Affront gleich, der die Brisanz der Lage verkennt“, kritisierte Böhm. „In einigen Bundesländern will man immer noch nicht verstehen, dass es auch an den Schulen ein Infektionsgeschehen gibt und sich Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte dort anstecken“, setzte er hinzu. „Diese Tatsache wird mit einer Ignoranz und Arroganz unterschätzt, dass einem fast die Worte fehlen“, sagte der Verbandvorsitzende.

Böhm betonte, die Abstandsregeln müssten auch an Schulen gelten: „Es kann nicht sein, dass die Schülerinnen und Schüler auf engstem Raum im Klassenzimmer über mehrere Stunden zusammensitzen, obwohl dies grundsätzlich in geschlossenen Räumen nicht erlaubt ist und trotz Maske ein Abstand von 1,50 Metern einzuhalten ist.“ Es sei absolut naiv zu glauben, dass ein Lüftungskonzept, das daraus besteht, nach 20 Minuten die Fenster für ein paar Minuten zu öffnen, ausreiche, um die Kinder und Jugendlichen hinreichend zu schützen.

Die Forderungen seien klar, so Böhm: „Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 50, Distanzunterricht ab 100, eindeutige Abstandsregeln auch an Schulen, rechtssichere und zuverlässige Lernplattformen und kein Abrücken von der Qualität der Abschlüsse.“

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