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UN-Berichterstatter: Nordkorea isoliert wie noch nie – mit dramatischen Folgen für Menschenrechte

  • Nordkorea schottet sich zum Schutz vor Corona noch stärker ab als zuvor.
  • Das hat dramatische Folgen für die Versorgung der Bevölkerung.
  • Die Rede ist auch von „drakonischen“ Corona-Maßnahmen, zu denen auch die Erschießung von Menschen gehören soll.
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New York. Nordkorea hat sich nach Einschätzung eines UN-Sonderberichterstatters international so stark abgeschottet wie noch nie zuvor. Dies sei die Folge drastischer Maßnahmen zum Schutz vor der Corona-Pandemie, erklärte der Sonderberichterstatter für das Land, Tomás Ojea Quintana, vor dem Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung am Freitag. Die abgebrochenen Beziehungen ins Ausland hätten dramatische Auswirkungen auf die Menschenrechte im Land.

Ojea Quintana sagte vor dem Ausschuss und auf einer Pressekonferenz, die Menschen in Nordkorea seien mit einer Nahrungsmittelknappheit und dem Zusammenbruch ihrer Lebensgrundlage konfrontiert. Kinder und ältere Menschen seien vom Hungertod bedroht. Er sei auch sehr besorgt über das Ausmaß des Hungers in politischen Gefangenenlagern.

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„Drakonische“ Corona-Maßnahmen

Nordkorea hat seine Grenzen geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Eine solche Entwicklung hätte laut Ojea Quintana verheerende Auswirkungen auf das Recht der Bevölkerung auf angemessene Gesundheitsversorgung, da die medizinische Infrastruktur in Nordkorea unterfinanziert sei und große Mängel aufweise.

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Nordkoreas Machthaber: Wirtschaftslage im Land „düster“
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Das Land stehe vor der großen Aufgabe, die Staatswirtschaft anzupassen und zu entwickeln, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA Kim am Montag.  © Reuters

„Zu den drakonischen Maßnahmen, die die Regierung ergriffen hat, um ein Eindringen des Coronavirus zu verhindern, soll auch die Erschießung von Menschen gehören, die versuchen, das Land zu betreten oder zu verlassen“, sagte der Berichterstatter.

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Kim Jong Un wolle Hungersnot verhindern

In seinem Abschlussbericht an die Vollversammlung nach sechs Jahren als UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Nordkorea fügte Ojea Quintana hinzu, dass die zunehmenden Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und die Schließung der Landesgrenzen die Marktaktivitäten erstickt hätten. Diese seien aber unerlässlich, um eine Versorgung der Menschen mit dem Nötigsten zu garantieren.

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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un habe die Lage erkannt und investiere in Bemühungen, eine Hungersnot im Land zu verhindern. Infolge der Grenzschließungen sei jedoch auch Arbeit der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen zum Erliegen gekommen.

„Die Menschen in der Demokratischen Volksrepublik Korea sollten nicht wählen müssen zwischen der Angst vor Hunger und der Angst vor Covid-19“, sagte Ojea Quintana. Die Pandemie habe gezeigt, dass ein Virus, das sich nicht an internationale Grenzen halte, nur durch internationale Zusammenarbeit bekämpft werden könne.

RND/AP

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