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Corona: Schweden zunehmend isoliert - Lauterbach übt Kritik an fehlender Kontrolle

  • Die Corona-Neuinfektionen steigen in Schweden rasant an.
  • Das Land ist in Skandinavien zunehmend isoliert.
  • Nach Dänemark und und Finnland lässt auch Norwegen sein Nachbarland bei Reise-Lockerungen außen vor.
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Oslo. Schweden wird angesichts seiner weiterhin hohen Corona-Zahlen von seinen skandinavischen Nachbarn zunehmend isoliert. Nachdem Dänemark und Finnland die Schweden bei der Lockerung ihrer Reisebeschränkungen außen vor gelassen hatten, folgte am Freitag auch Norwegen mit einem ähnlichen Modell: Urlaubsreisen zwischen Norwegen und den anderen nordischen Ländern Finnland, Island sowie Dänemark mitsamt Grönland und den Färöer-Inseln seien ab Montag zwar wieder ohne zehntägige Quarantäne möglich, sagte Regierungschefin Erna Solberg in Oslo. Im Falle Schwedens gelte dies zunächst aber nur für die Insel Gotland - der Rest des Landes lasse eine Lockerung der Bestimmungen wegen der dortigen Coronavirus-Situation nicht zu.

Das Außenministerium in Oslo rät den Norwegern darüber hinaus weiter von nicht dringend notwendigen Reisen in alle anderen Länder außerhalb Skandinaviens ab. "In Norwegen haben wir den Ausbruch unter Kontrolle", stellte Solberg fest. Viele wollten jetzt schon etwa nach Deutschland öffnen, wo die Corona-Zahlen ähnlich gut seien wie in Norwegen. Aber: "Wir können nicht alles auf einmal öffnen. Wir müssen Schritt für Schritt vorgehen", sagte Solberg. Bis zum 20. Juli wolle man überprüfen, ob die Reiseratschläge und Quarantänebedingungen für einzelne andere europäische Länder geändert werden könnten.

Finnland hatte am Donnerstag verkündet, Reisen aus und ins Baltikum sowie alle nordischen Länder mit Ausnahme Schwedens ab Montag wieder zu ermöglichen. Dänemark hatte bereits Ende Mai angekündigt, zum 15. Juni seine Grenzen für Touristen aus Deutschland, Norwegen und Island zu öffnen, sofern sie mindestens sechs Übernachtungen gebucht haben. Zunächst galt dies nur für Übernachtungen außerhalb Kopenhagens. Diese Einschränkung wurde jedoch am Freitag gestrichen.

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Deutsche Reisewarnung könnte bestehen bleiben

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Auch die deutsche Reisewarnung für Schweden bleibt möglicherweise noch über den 15. Juni hinaus bestehen. Das Auswärtige Amt weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass das EU-Land derzeit die „Pandemiekriterien“ für eine Aufhebung der Warnung nicht erfülle. „Überschreitet ein Land die Neuinfiziertenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung von weniger als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten 7 Tagen, bleibt die Reisewarnung bestehen oder wird wieder ausgesprochen. Dies gilt aktuell für Schweden“, heißt es dort.

Das Land wird für seinen Umgang mit der Corona-Krise immer wieder kritisiert. Am Freitag warf etwa der SPD-Gesundheitsexperte Schweden vor, es habe keine Pandemiekontrolle.

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Schweden ist im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie einen Sonderweg mit freizügigeren Maßnahmen gegangen. Bislang sind in dem Land mit seinen etwa zehn Millionen Einwohnern knapp 50 000 Infektionen nachgewiesen worden, rund 4850 Menschen mit Covid-19-Erkrankung sind bisher gestorben. Das sind mehr als viermal so viele Todesfälle wie im restlichen Skandinavien zusammen.

RND/dpa

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