Kretschmer will Jugendliche jetzt schon impfen – Rotes Kreuz skeptisch

  • Laut EU-Zulassung darf der Biontech-Impfstoff ab dem 7. Juni auch Jugendlichen injiziert werden.
  • Sachsens Ministerpräsident Kretschmer möchte den Termin offenbar nicht einhalten.
  • Das Deutsche Rote Kreuz zeigte sich von Kretschmers Aussage am Montag überrascht.
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Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat skeptisch auf das Vorhaben des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) reagiert, Jugendliche schon von dieser Woche an gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Kai Kranich, Sprecher vom DRK Sachsen, sagte der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ): „Noch liegt uns dafür keine Beauftragung vor.“ Man müsse außerdem prüfen, ob das umsetzbar sei.

Kretschmer hatte am Montag angekündigt, dass sich Jugendliche ab 14 Jahren in Sachsen bereits in der laufenden Woche um einen Impftermin kümmern könnten. Zu dem Zeitpunkt hatte die EU-Kommission noch gar nicht offiziell die Zulassung für den ersten Corona-Impfstoff für Kinder erteilt.

Am 7. Juni wird bundesweit die Impfpriorisierung aufgehoben. Hausärzte und Impfzentren erwarten dann einen Ansturm von Terminanfragen. Der „LVZ“ sagte Kranich deshalb: „Ich empfehle allen, die noch warten können, sich später anzumelden, um sich Frust zu ersparen.“ Nach einer Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA darf das Mittel von Biontech künftig an über Zwölfjährige verabreicht werden. Für Deutschland gibt es seitens der Ständigen Impfkommission noch keine Empfehlung.

RND/jw

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