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Corona-Krise: Kretschmer will „Bergamo in Sachsen nicht zulassen“

  • Da die Corona-Zahlen in Sachsen auf immer neue Höchststände klettern, kündigte Ministerpräsident Kretschmer schärfere Maßnahmen an.
  • Er wolle ein „Bergamo in Sachsen nicht zulassen“, sagte er.
  • Sachsen würde zu allen Mitteln greifen, die zur Verfügung stünden.
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Dresden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will die vierte Corona-Welle mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unter Kontrolle bringen. „Wenn wir nächste Woche um diese Zeit feststellen, wir haben immer noch ein solches Infektionsgeschehen, dann werden wir gemeinsam darüber sprechen, was noch mehr notwendig ist - weil wir Bergamo in Sachsen nicht zulassen wollen“, sagte er am Donnerstagabend in einer Online-Diskussion.

Kretschmer spielte damit auf die dramatischen Situation in der norditalienischen Stadt Bergamo im Frühjahr 2020 an. Bilder von Militärlastwagen, die massenhaft Särge abtransportierten, lösten damals weltweit Bestürzung aus. Sachsen hatte später als erstes Bundesland auch Patienten aus Bergamo in seinen Krankenhäusern aufgenommen.

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Inzidenz in Sachsen über 1000

„Niemand würde in Deutschland Bilder wie in Bergamo ertragen, auch nicht diejenigen, die jetzt noch der Meinung sind, das ist alles gar nicht so schlimm“, sagte Kretschmer. Man könne die Pandemie nicht einfach laufen lassen. Das, was Sachsen gerade mache, sei notwendig - „und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr“, verteidigte er die aktuellen Einschnitte in dem Bundesland. In Sachsen verbreitet sich das Virus im bundesweiten Vergleich am rasantesten. Die Inzidenz lag am Donnerstag laut Robert Koch-Institut bei 1074,6.

Kretschmer hatte schon zuvor einen Lockdown vor Weihnachten nicht mehr ausgeschlossen. „Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen. Es wird nur zu verhindern sein, wenn es ein kollektives Verständnis und gemeinsames Bewusstsein gibt, Kontakte zu vermeiden und die Maßnahmen einzuhalten“, sagte er der „Sächsischen Zeitung“.

RND/dpa

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