Kreise: Merkel hält Corona-Zahlen aktuell noch für beherrschbar
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Die Corona-Zahlen steigen täglich, doch Kanzlerin Angela Merkel ist zwar besorgt, nicht aber beängstigt, dass Deutschland die Situation aus den Händen gleitet.
© Quelle: dpa
Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die ansteigenden Zahlen von Corona-Infektionen in Deutschland als besorgniserregend, aber noch beherrschbar bezeichnet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa aus Teilnehmerkreisen der ersten virtuellen CDU-Präsidiumssitzung nach der Sommerpause sagte Merkel am Montag demnach weiter, es könne deswegen derzeit keine weiteren Lockerungen geben. Dies gelte auch für Fußballspiele.
Nach weiteren Informationen aus Parteikreisen laufen derzeit Gespräche über ein Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin in der kommenden Woche, bei der über die Corona-Lage beraten werden soll. Die Entscheidung solle noch im Laufe des Tages bei Beratungen von Kanzleramtschef Helge Braun mit den Chefs der Staatskanzleien fallen.
Höchster Stand seit Mai: 1445 Neuinfektionen in Deutschland
Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen.
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Wann das Treffen sein könnte und ob es mit persönlicher Anwesenheit im Kanzleramt stattfindet, war zunächst nicht bekannt. Bei den Beratungen soll es demnach auch um die uneinheitlichen Regeln im Umgang mit der Pandemie gehen.
In den CDU-Führungsgremien, die zum ersten Mal nach der Sommerpause berieten, sprach Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer nach Teilnehmerangaben von einer “Corona-Realität”. Die steigenden Infektionszahlen wurden in der Sitzung demnach mit Sorge aufgenommen.
Tenor der Debatte sei gewesen, dass die jetzigen Maßnahmen bestehen bleiben müssten. “Es muss alles daran gesetzt werden, einen zweiten Lockdown zu verhindern”, wurde Kramp-Karrenbauer zitiert. Dabei habe der möglichst sichere Betrieb von Schulen und Kitas Priorität. “Auch die Wirtschaft muss in der Corona-Realität unterstützt werden, um höhere Arbeitslosigkeit zu vermeiden”, sagte Kramp-Karrenbauer nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).
Bouffier warnt vor Alarmismus
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) warnte aber nach Angaben aus Teilnehmerkreisen im CDU-Präsidium vor Alarmismus im Zusammenhang mit den aktuellen Corona-Zahlen, wie die dpa berichtet. In Deutschland gebe es nicht mehr eine Situation wie im März. Man müsse nun besonnen mit der Lage umgehen.
Bouffier und auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hätten in den Beratungen deutlich gemacht, dass sie erwarteten, dass man noch lange mit der jetzigen Situation leben müsse.
Innerhalb eines Tages hatten die Gesundheitsämter in Deutschland 561 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies ging aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Montagmorgen hervor. Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet.
An Sonntagen und Montagen liegen die Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.
Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.
RND/dpa/vat