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Impfskepsis wächst: Fast jeder dritte Ostdeutsche lehnt Vorteile für Geimpfte ab

  • Trotz vierter Corona-Welle und belegter Intensivbetten: Der Anteil der Impfskeptiker in Deutschland wächst.
  • Das belegen Vergleichszahlen von Befragungen aus dem Frühjahr und November 2021.
  • Zukunftsforscher Horst Opaschowski fordert von der Politik, Ungeimpfte aus ihrer Opferrolle zu befreien.
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Berlin. Der Anteil der Impfskeptiker in der deutschen Bevölkerung wächst. Das belegen Vergleichszahlen des Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ) von repräsentativen Befragungen zu den Einstellungen der Bevölkerung gegenüber den Impfmaßnahmen aus dem Frühjahr und Ende November 2021.

Die Ergebnisse liegen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vor.

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Olaf Scholz setzt sich für eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland ein. Ein Stimmungsbild zu diesem Vorhaben aus Berlin.  © AFP
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Danach zählt mittlerweile fast jeder vierte Deutsche zur Gruppe der Impfskeptiker. Bundesweit stieg ihr Anteil von 20 Prozent im Mai auf mittlerweile 23 Prozent. Frauen sind dabei mit 24 Prozent (Mai: 20) ein wenig skeptischer als Männer mit 23 Prozent (Mai: 20).

Sprunghafter Anstieg im Osten

Einen sprunghaften Anstieg gab es im Osten Deutschlands. Fast jeder dritte Ostdeutsche lehnt Freiheiten und Vorrechte für Geimpfte ab – im Mai waren es 20 Prozent, Ende November schon 31 Prozent.

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Während bundesweit die Skepsis bei Menschen mit Abschlüssen von Hauptschulen (von 18 auf 26 Prozent) oder weiterführenden Schulen (19 auf 24) spürbar stieg, sank sie hingegen im Laufe des Jahres bei Abiturienten und Studenten von 22 auf derzeit 18 Prozent.

Nach Altersgruppen betrachtet, schwand die Impfskepsis bei den 14- bis 24-Jährigen von 25 Prozent im Mai leicht auf 22 Prozent Ende November. Die Generation 50 plus verliert jedoch langsam die Geduld und zeigt immer mehr Verständnis für die Anliegen von Impfskeptikern und Impfgegnern (Mai: 19 Prozent; Ende November: 24 Prozent).

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„Viele sehen sich als Verlierer der Krise“

Zukunftsforscher Professor Horst Opaschowski sieht in der Impfskepsis den Ausdruck persönlicher Unzufriedenheit und ein politisches Statement. „Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, agieren in der selbstgewählten Rolle von Ausgeschlossenen, die sich ungerecht behandelt fühlen – wie Menschen zweiter Klasse, die sozial benachteiligt sind“, sagte er dem RND. „Dies erklärt auch den hohen Anteil der ostdeutschen Bevölkerung, der sich als Verlierer der Krise sieht.“

Er vergleicht Impfgegner mit Protest- und Nichtwählern bei Landtags- oder Bundestagswahlen. Opaschowski warnt: „Eine soziale Spaltung der Gesellschaft in Geimpfte und Ungeimpfte droht, wenn es nicht gelingt, der Diskussion um Impfpflicht eine positive Wende zu geben.“

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Opaschowski fordert: „Die Politik muss die Ungeimpften aus ihrer Opfer- und Outcastrolle befreien. Impfzögerer müssen sozial integriert werden und dürfen nicht gesellschaftlich diskriminiert werden. Andernfalls droht eine neue soziale Bewegung der Unverstandenen, die ihren Unmut lautstark oder aggressiv äußern.“

Info: Die Umfrage wurde von Horst Opaschowski in Kooperation mit dem IPSOS Institut durchgeführt. Befragt wurden vom 24. Mai bis 6. Juni 2021 und vom 15. November bis 22. November 2021 jeweils 1000 Personen. Statements zur Befragung: „Wir leben in schwierigen Zeiten. Umwelt-, Wirtschafts- und Gesellschaftskrisen hinterlassen ihre Spuren auf dem Weg in die Zukunft. Stimmen Sie der folgenden Aussage persönlich zu oder stimmen Sie nicht zu? Es ist gut, wenn in Pandemiezeiten Geimpfte und Genesene von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen befreit werden und ihre alten Freiheiten in Restaurants und Hotels, Sport- und Kultureinrichtungen wieder zurückerhalten.“

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