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  • Corona-Maßnahmen: Klinik-Verband warnt vor vorzeitigen Lockerungen

Klinikverband: Corona-Beschränkungen mindestens bis Februar notwendig

  • Die Krankenhäuser warnen die Politik davor, in der Bevölkerung falsche Hoffnungen zu wecken.
  • Die Situation bleibe den ganzen Winter über angespannt, sagte der Klinik-Verband.
  • Auch Anfang des neuen Jahres seien keine Lockerungen möglich.
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Berlin. Die deutschen Krankenhäuser halten eine Aufrechterhaltung von Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis mindestens Februar für erforderlich. Die Politik dürfe keine falschen Hoffnungen wecken, warnte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, am Mittwoch vor den Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

„Es ist nicht realistisch, der Bevölkerung zu vermitteln, dass wir im Januar und Februar eine signifikant andere Situation haben werden“, betonte er. „Ein geringes Infektionsgeschehen wie in den Sommermonaten ist im Winter nicht realistisch. Beschränkungen werden bis ins Jahr 2021 notwendig sein, erst eine Impfung wird für spürbare Entspannung sorgen“, so der DKG-Präsident.

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Kliniken gegen vorzeitige Lockerungen

Gaß geht davon aus, dass noch im Laufe des Dezembers 5000 bis 6000 Corona-Erkrankte auf Intensivstationen behandelt werden müssen. Derzeit sind es rund 3800. „Die Situation bleibt angespannt, aber noch beherrschbar“, sagte er.

Deshalb begrüßten die Kliniken, dass nicht vorzeitig und voreilig gelockert werde. Auch die punktuelle Ausweitung von Beschränkungen sei aus Sicht der Kliniken ein notwendiger Schritt, um das Infektionsgeschehen einzubremsen.

Merkel und Ministerpräsidenten beraten am Mittwoch

Der Verbandschef warnte, die Zahl der freien Betten sei kein Maßstab für die Auslastung der Krankenhäuser. „Denn Covid-19-Patienten erfordern einen deutlich höheren Personalaufwand“, argumentierte Gaß. Vorhandene freie Betten seien aber ohne ausreichendes Personal nicht zu betreiben. „Zwar besteht derzeit nicht das Risiko einer absoluten Überlastung, aber in bestimmten Regionen und an einzelnen Standorten sind die Kapazitäten bereits ausgeschöpft“, so der DKG-Präsident.

Deutschland stehen in der Corona-Pandemie nach dem zunächst bis Ende November befristeten Teil-Lockdown weitere Wochen mit einschneidenden Kontaktbeschränkungen bevor. Damit soll versucht werden, die sich auf hohem Niveau bewegenden Corona-Infektionszahlen zu senken. Die Schalte der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten soll um 14 Uhr beginnen.

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