Corona macht keinen Urlaub

  • Die Corona-Fallzahlen steigen wieder.
  • Was machen die Deutschen eigentlich anders als noch vor vier Wochen?
  • Und wie steht es um die Generation Corona?
Das tägliche Briefing
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

es war womöglich ein kurzer Sommer der relativen Unbekümmertheit. Nachdem selbst die pessimistischsten unter den Corona-Beobachtern in Deutschland in den vergangenen Wochen einräumen mussten, dass trotz Lockerungen allerorten viele Horrorszenarien nicht eingetreten waren, scheint das tückische Virus nun doch auch die Bundesrepublik wiederentdeckt zu haben. Die Kurve der Neuinfektionen zumindest steigt so steil nach oben, dass einem schon wieder angst und bange werden kann.

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Doch woran liegt das? Was machen die Deutschen anders als noch vor vier Wochen? Nicht nur Jens Spahn scheint die Urlauber als Quelle des neuen Übels ausgemacht zu haben und hat gestern die Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten angeordnet. RND-Hauptstadtkorrespondent Tim Szent-Ivanyi beobachtet die Pandemie und den politischen Umgang mit ihr seit deren Beginn und beschreibt, welche Treiber die sogenannte zweite Welle zurzeit begünstigen. Tatsächlich ist der Urlaub offenbar ein gewichtiger Faktor, der das Virus erneut und womöglich breiter denn je in die Gesellschaft einsickern lässt. Das Fazit: Die neuen Zahlen zeigen, dass Corona keinen Kredit für Wohlverhalten in der Vergangenheit gibt.

Nicht nur die Virologie findet in diesen Wochen Gehör wie nie zuvor. Auch die Pädagogik beschäftigt zurzeit längst nicht nur Fachleute. Was machen die Schulschließungen mit unseren Kindern? Was wird die “Generation C” letztlich aus ihren Corona-Erfahrungen machen? Der deutsche Bildungsforscher Klaus Hurrelmann warnt im Interview mit RND-Autorin Jördis Früchtenicht davor, die Jugendlichen in der Corona-Krise zu vergessen – und ihre Bedürfnisse nach Treffen, Bildung, Austausch und auch Feiern. Er mahnt: “Durch die Einschränkungen können ernste Entwicklungsstörungen entstehen.”

Der Tag Die Themen des Tages und besondere Leseempfehlungen: Das Nachrichten-Briefing vom RedaktionsNetzwerk Deutschland. Jeden Morgen um 7 Uhr.

Die Plattform Tiktok aus China gehört zu den beliebtesten Apps von Teenagern und macht sogar Platzhirschen wie Instagram ernsthafte Konkurrenz. Der Siegeszug könnte jetzt allerdings abrupt gestoppt werden: US-Präsident Donald Trump hat unlängst per Dekret angekündigt, die App in den USA verbieten zu lassen. Für einen Deal mit dem US-Konzern Microsoft bleiben dem chinesischen Anbieter Bytedance noch 45 Tage. Zeit, den Fall einmal von vorn aufzurollen: Was genau ist eigentlich das Problem mit Tiktok? Warum gibt es daran immer wieder Kritik? Und steht die Plattform jetzt tatsächlich vor dem Aus? Das klärt RND-Redakteur Matthias Schwarzer in der neuen Ausgabe des Videoformats “Auf dem Schirm”.

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Video
Steht Tiktok vor dem Aus?
5:06 min
Die Plattform Tiktok aus China gehört zu den beliebtesten Apps von Teenagern. Der Siegeszug könnte jetzt allerdings abrupt gestoppt werden.  © RND

Zitat des Tages

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Die größten Corona-Partys finden nicht in Clubs, sondern bei Tönnies statt.

Anna Westner, Vorsitzende der Linksjugend, zu ihrer Forderung, jungen Menschen trotz Corona unter gewissen Sicherheitsregeln Feiern zu ermöglichen

Leseempfehlungen

Im Streit um Paare ohne Trauschein, die wegen der Corona-Regeln seit Monaten getrennt sind, steigt der Druck auf Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Die Europa-FDP forderte Seehofer auf, die Einreisebeschränkungen aufzuheben. “Ich frage mich, warum in Corona-Zeiten für Liebende andere Regeln gelten sollen als für Touristen”, sagte der FDP-Europaabgeordnete Moritz Körner dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. “Es kann doch nicht sein, dass in Europa der Tourismus wieder möglich ist, die Betroffenen ihre Partnerinnen und Partner aber seit Monaten nicht mehr sehen können.” Hintergrund ist das coronabedingte Einreiseverbot für Nicht-EU-Ausländer, die in festen Partnerschaften mit Bürgern aus EU-Mitgliedsstaaten leben, aber nicht verheiratet sind und auch keine Partnerschaft eingetragen haben.

Heute findet in Güstrow ein Vorgang sein vorläufiges Ende, der das Vertrauen in die Politik beschädigt haben dürfte. Wenn sich Michael Sack, Landrat von Vorpommern-Greifswald, auf dem Parteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommern zum Landeschef wählen lässt, ist das auch ein Akt der politischen Hygiene. Denn eigentlich schien alles auf den Jungpolitstar Philipp Amthor zuzulaufen, der das Amt schon so gut wie sicher hatte. Doch dann stolperte der 27-Jährige über seine Lobbyarbeit für ein dubioses New Yorker Start-up, was so gar nicht mit seiner Abgeordnetentätigkeit im Bundestag zusammenpasst. Zwar teilte der Bundestag gestern mit, er sehe keine Rechtsverstöße, doch die Karriere Amthors hat einen ordentlichen Knick bekommen. Das weiß auch Amthor selbst: Nicht alles, was rechtlich möglich sei, sei auch politisch klug, sagte Amthor am Donnerstag. “Dass mir das nicht früher bewusster war, bedauere ich sehr.” Seine Abgeordnetentätigkeit will er dennoch weiterhin ausüben.

Die Termine des Tages

  • Das Bundesverfassungsgericht veröffentlicht die Entscheidung über Klagen mehrerer kreisfreier Städte in NRW gegen übertragene Aufgaben. Sie wehren sich dagegen, dass sie im Bereich der Sozialhilfe nun auch für die sogenannten Leistungen für Bildung und Teilhabe zuständig sind.
  • Nach dem Geständnis des Hauptangeklagten Stephan Ernst wird der Prozess um den mutmaßlich rechtsextremistisch motivierten Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke fortgesetzt.
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Der Podcast des Tages

Der Schnappschuss des Tages

Eine japanische Familie trifft sich am Donnerstag um 8.15 Uhr zum Gebet: Zu diesem Zeitpunkt hatte der US-Bomber “Enola Gay” im Jahr 1945 die erste im Krieg eingesetzte Atombombe mit dem Namen “Little Boy” über der Stadt im Westen des Landes abgeworfen. © Quelle: Getty Images

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Ihr Dirk Schmaler aus dem RND-Newsroom

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