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  • Corona-Lockdown: Diese Lockerungen planen die Bundesländer jetzt – eine Übersicht

Jeder für sich: So öffnen die einzelnen Bundesländer

  • Die Infektionszahlen sinken, die Länder beginnen, wieder zu lockern.
  • Von Schleswig-Holstein bis Bayern geht dabei aber jeder seinen eigenen Weg.
  • Eine Übersicht der aktuellen Corona-Regeln.
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Berlin. Die sinkenden Corona-Infektionszahlen lassen den Ruf nach weiteren Öffnungsschritten lauter werden – und nach einem koordinierten Vorgehen. Doch danach sieht es im Moment nicht aus. Inzwischen lockern die Länder zwar wieder, allerdings auf eigene Faust.

Eine Übersicht:

Schleswig-Holstein

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Vor dem Hintergrund niedriger Corona-Zahlen setzt Schleswig-Holstein seinen Öffnungskurs fort. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kündigte am Mittwoch weitere Lockerungen an. Von kommendem Montag, 28. Juni, an sollen größere Veranstaltungen möglich sein und in Außenbereichen wie auch in Kinos und Theatern soll die Maskenpflicht entfallen.

Lediglich auf dem Weg zum Platz besteht sie weiter. Auf Wochenmärkten sind Abstände einzuhalten.

Die Richtschnur für viele Veranstaltungen ist künftig: Drinnen sind 1250 Personen möglich, draußen 2500. Das gilt beispielsweise für Konzerte, das Theater oder Kino sowie Gottesdienste, Flohmärkte und Messen. Beim Hotelbesuch will es die Landesregierung zwar bei der Testpflicht vor der Anreise belassen, zusätzlich ist aber künftig nur noch einmalig nach 72 Stunden ein Test notwendig.

Bei Festen und Empfängen sollen ab Montag in geschlossenen Räumen 250 Gäste und draußen 500 erlaubt sein.

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Im Einzelhandel sowie in Kultur- und Freizeiteinrichtungen entfällt die Quadratmeter-Begrenzung. An der Testpflicht beispielsweise beim Besuch eines Restaurants im Innenbereich, beim Krankenhausbesuch oder bei Veranstaltungen im Innenbereich hält die Regierung trotz niedrigen Infektionsgeschehens aber vorerst fest.

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Niedersachsen

Fast alle Schulen in Niedersachsen sind in den Präsenzunterricht zurückgekehrt. Laut der neuen Corona-Verordnung, die am 31. Mai in Kraft getreten ist, darf die Innengastronomie mit beschränkter Kapazität wieder öffnen, in der Außengastronomie entfällt die Testpflicht sowie die Sperrstunde ab 23 Uhr.

Mannschaftssport ist wieder möglich, Kinos und Theater dürfen wieder Zuschauer empfangen. Messen und Jahrmärkte sind unter Hygiene-Auflagen zulässig und es dürfen sich wieder bis zu zehn Personen aus maximal drei Haushalten treffen.

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Bei einem stabilen Inzidenzwert von unter 35 wird die Testpflicht und die Sperrstunde auch für die Innengastronomie aufgehoben.

Den Tourismus öffnete Niedersachsen bereits: Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner unter 100 liegt, dürfen Gäste aus ganz Deutschland übernachten. Voraussetzung ist ein negativer Schnelltest, die vollständige Impfung oder Genesung. Die Gäste müssen in der Woche jeweils zwei weitere Tests durchführen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat überdies in einem Zeitungsinterview weitere Lockerungen in der Corona-Pandemie in Aussicht gestellt - unter der Voraussetzung dass die Inzidenzwerte stabil bleiben. „Es ist dann zum Beispiel denkbar, wieder Treffen von bis zu zehn Personen aus zehn Haushalten möglich zu machen“, sagte Weil der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Zuerst brauche es aber „mehr Stabilität bei den Infektionszahlen“, sagte er.

Bei einer Inzidenz von unter 50 dürfen sich derzeit bei privaten Zusammenkünfte bis zu zehn Personen aus höchstens drei Haushalten treffen.

Bayern

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Kontaktbeschränkungen: Schon bei stabilen Inzidenzwerten unter 100 gilt: Privat können sich zehn Menschen aus drei Haushalten treffen - plus Geimpfte und Genesene. Geburtstage, Hochzeiten oder Vereinssitzungen sind unter freiem Himmel mit 50 Menschen erlaubt, in geschlossenen Räumen die Hälfte. Teilnehmer müssen einen negativen Test vorzeigen.

Bei stabilen Inzidenzwerten unter 50 gilt: Private Treffen sind mit zehn Menschen aus zehn Haushalten möglich. Bei Geburtstagen, Hochzeiten oder Vereinssitzungen dürfen sich innen 50, unter freiem Himmel 100 Menschen treffen - ohne Tests.

Schulen/Kitas: In den Schulen soll es vom 21. Juni an wieder einen fast normalen Präsenzunterricht geben. Gleiches gilt für Kindertagesstätten. Schüler müssen weiter Masken tragen und zweimal pro Woche einen Corona-Selbsttest machen. Hochschulen dürfen wieder Präsenzveranstaltungen anbieten, mit den gleichen Regeln wie für Schüler. In den Schulen gibt es nach den Pfingstferien wieder fast normalen Präsenzunterricht. Gleiche Regeln gelten für Kitas. Masken und zwei Selbsttests pro Woche sind für Schüler weiter Pflicht.

Gastronomie: Gastwirte dürfen wieder drinnen und bis 24.00 Uhr bedienen. Zuvor war dies nur im Außenbereich bis 22.00 Uhr möglich. Wer mit Menschen aus einem anderen Haushalt essen geht, muss einen negativen Test vorlegen. Reine Schankwirtschaften bleiben zu.

Beherbergungsbetriebe dürfen sogar Innengastronomie bis 22 Uhr betreiben - allerdings nur für ihre Gäste, mit Abständen und strengen Hygieneregeln. Zudem sind touristische Bahn und Busreisen wieder erlaubt und die Außenbereiche medizinischer Thermen dürfen wieder öffnen.

Tourismus: Hier gibt es seit Freitag, 21. Mai deutliche Änderungen. Hotels, Jugendherbergen, Campingplätze und Co. dürfen wieder Touristen beherbergen. Voraussetzung ist, dass der Landkreis oder die kreisfreie Stadt dies erlaubt hat, was sie bei einer stabilen Inzidenz unter 100 mit Zustimmung des Gesundheitsministeriums tun kann. Zudem müssen Gäste getestet sein und dies in regelmäßigen Abständen wiederholen, solange die Inzidenz nicht stabil unter 50 liegt. Ausgenommen sind - wie üblich - Genesene, vollständig Geimpfte und Kinder bis zum 6. Geburtstag.

Handel: Im Handel gehen die Türen wieder auf, Testpflicht und Voranmeldung zum Einkaufen fallen weg. Allerdings darf jedes Geschäft nur einen Kunden pro zehn Quadratmetern Fläche hereinlassen. Händler auf Wochenmärkten dürfen wieder alles verkaufen.

Freizeit- und Kulturangebote: Auch hier gibt es bei stabilen Inzidenzen unter 100 viele Lockerungen. Teilweise betreffen auch sie Touristen: So dürfen Seilbahnen wieder fahren, und Fluss- und Seenschifffahrt Ausflugsverkehr anbieten.

Für Theater hat es ja bereits erste Öffnungsschritte gegeben, doch zu Pfingsten ging es in die Freiluftsaison: Bei stabilen Inzidenzen unter 100 darf mit strengen Hygieneauflagen für bis zu 250 Zuschauer gespielt werden. Bei stabilen Inzidenzen unter 50 ohne den obligatorischen Corona-Test. Dies gilt sowohl für professionelle als auch für Laienensembles. Laienensembles dürfen zudem wieder proben.

Sport/Kultur: Alle Sportarten im Freien wie in der Halle sind mit Test wieder möglich. Freizeitparks, Saunabetriebe und Bäder darf man mit Test besuchen. Im Freien entfällt die Maskenpflicht. Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel dürfen 500 Zuschauer haben. In Musikschulen gibt es wieder Gruppenunterricht. Die Gläubigen dürfen in den Kirchen wieder singen, mit Masken.

Pflegeheime: Bewohner von Pflegeheimen können leichter Angehörige und Freunde empfangen: Die Testpflicht für Besucher fällt weg. Zudem sind in den Einrichtungen wieder Treffen von 25 Menschen in Innenräumen und 50 Menschen im Freien möglich.

Die Testpflicht entfällt auch beim Sport, in der Gastronomie beim Essen mit Menschen aus anderen Haushalten, sowie in Freizeitparks, Saunen und Bädern.

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Virologe Drosten schaut optimistisch auf den Sommer
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Die Inzidenz geht seit etwa zwei Wochen zurück. Nun hat sich der Virologe Christian Drosten zuversichtlich über den Verlauf der Corona-Pandemie im Sommer gezeigt.  © dpa

Hessen

Das Land Hessen hat einen Zwei-Stufen-Plan für Lockerungen beschlossen. Zunächst gilt Stufe 1, sobald die Sieben-Tage-Inzidenz über mehrere Tage hinweg unter dem Wert von 100 gelegen hat. Dann können zum Beispiel die Schulklassen 1 bis 6 sowie Abschlussklassen wieder in Präsenz unterrichtet werden. Für die Klassen 7 bis 11 ist Wechselunterricht vorgesehen. In den Kitas beginnt der Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen.

An den Schulen wird die Maskenpflicht im Unterricht bald entfallen. Schülerinnen und Schüler müssen nur noch im Gebäude, in den Gängen und bis zum Platz eine Schutzmaske tragen. Hessenweit bleibt die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften erhalten - aber in den Fußgängerzonen wird sie aufgehoben.

Zoos und Museen dürfen unter Auflagen wieder öffnen, auch Tourismus ist wieder unter bestimmten Bedingungen möglich. Fitnessstudios können nach vorheriger Anmeldung und Negativ-Test besucht werden. Auch die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen gelten nicht mehr mehr.

Die zweite Stufe sieht weitere Lockerungen vor. Voraussetzung ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz an 14 Tagen in Folge unter 100 oder an fünf aufeinanderfolgende Tage unter 50 liegt. Dann wird beispielsweise für Gäste in Außenbereichen der Gastronomie nur noch ein Test empfohlen, er ist aber nicht mehr verpflichtend. Außerdem dürfen Gaststätten auch innen wieder aufmachen, für den Innenbereich gilt aber weiterhin eine Testpflicht. Auch Schwimmbäder können dann wieder öffnen, Mannschaftssport ist wieder unter Auflagen möglich.

Die Corona-Kontaktregeln für private Treffen in Hessen werden weitgehend aufgehoben. Die Menschen dürfen draußen unbeschränkt zusammenkommen - bis zu einer Gruppengröße von 25 werden lediglich das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln und gegebenenfalls auch Tests empfohlen. Ab einer Gruppengröße von 25 gelte das Treffen als eine Veranstaltung mit Corona-Regeln. Dies sind nach Angaben der Staatskanzlei ein Abstands- und Hygienekonzept, Testpflicht in Innenräumen sowie Kontaktdatenerfassung. Ausnahmen gibt es weiterhin für berufliche Treffen.

Brandenburg

In Brandenburg dürfen sich wieder mehr Personen als bisher miteinander verabreden: Angehörige des eigenen Haushalts sollen sich mit Personen aus zwei weiteren Haushalten treffen können. Insgesamt dürfen bis zu zehn Personen zusammen sein.

Bei privaten Feiern sind 70 Gäste im Freien und 30 Menschen in Innenräumen erlaubt. Für andere private Treffen in der Öffentlichkeit gilt dagegen eine Obergrenze von zehn Menschen. Wenn es sich nur um Angehörige von zwei Haushalten handelt, gibt es keine Begrenzung der Personenzahl. Zudem sind Restaurantbesuche in Innenräumen und in der Außengastronomie wieder teilweise ohne Testpflicht erlaubt.

Bei Versammlungen unter freiem Himmel wird die Zahl der erlaubten Teilnehmenden von bisher 500 auf 1000 erhöht. Gleichzeitig wird dabei das verpflichtende Tragen von explizit medizinischen Masken aufgehoben, das Abstandsgebot gilt aber weiterhin.

Lockerungen gibt es auch für die Kultur in Brandenburg: Bei Veranstaltungen in Innenräumen - zum Beispiel in Theatern, Konzert- und Opernhäusern oder Kinos - sind mit entsprechenden Hygiene-Maßnahmen bis zu 200 Zuschauer erlaubt. Unter freiem Himmel sogar bis zu 500 Menschen.

Dieselben Obergrenzen gelten ab dem 11. Juni auch für Messen, Ausstellungen, Volksfeste, Spielhallen und ähnliches. Am selben Tag dürfen auch Schwimmbäder, Thermen und Wellnesszentren wieder öffnen, Dampfsaunen und Dampfbäder müssen geschlossen bleiben.

Mit den Lockerungen können die Brandenburger auch wieder spontan im Einzelhandel einkaufen, denn die Termin-Regelung wird aufgehoben. Ein negativer Corona-Test bleibt aber weiterhin eine Voraussetzung für das Shoppen.

Die Hotels und Pensionen sollen in Brandenburg ab 11. Juni wieder öffnen dürfen, und zwar voraussichtlich ohne Auslastungsbeschränkung.

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Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Inzidenz inzwischen bei 8,7. Das Bundesland streicht daher zahlreiche Beschränkungen. Private Treffen sind künftig wieder mit 30 Personen erlaubt, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte. Bisher durften sich maximal zehn Personen treffen. Familienfeiern in der Gaststätte sind mit bis zu 100 Gästen möglich, wobei auch wieder getanzt werden darf. Kinder, Geimpfte und Genesene werden nicht mitgezählt.

Auch die Schüler können aufatmen: Sie müssen im Unterricht von Donnerstag an keine Maske mehr tragen. Die Maskenpflicht gelte damit nur noch in den Gängen, sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD). Auf dem Schulhof war sie schon zuvor gestrichen worden.

Sportwettkämpfe können von Freitag an wieder mit Publikum stattfinden, Kinos öffnen. Messen dürfen stattfinden, Zirkusse, Spaß- und Hallenbäder besucht werden - allerdings mit negativem Corona-Test, wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) sagte. Auch Flohmärkte sind wieder gestattet.

Veranstaltungen im Außenbereich dürfen mit bis zu 600 Personen stattfinden, im Innenbereich mit 200. Mit Sondergenehmigung seien Veranstaltungen drinnen mit bis zu 1250 Besuchern und draußen mit bis zu 2500 Besuchern möglich, sagte Martin. Die Corona-Abstände müssten aber eingehalten werden.

Bei Demonstrationen sind künftig 400 Personen zugelassen. Wer eine größere Demo plant, müsse dafür eine Genehmigung beantragen, sagte Glawe.

Die Prostitution wird auch mit Auflagen wieder gestattet. Dabei habe man sich mit anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein abgesprochen, hieß es.

Noch nicht gestattet sind nach Glawes Worten Volksfeste und reine Disko-Veranstaltungen. Alle Erleichterungen sollen gelten, solange die Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 bleibt.

Berlin

Angesichts der zuletzt deutlich zurückgegangenen Infektionszahlen können sich die Berlinerinnen und Berliner auf eine Reihe von Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen einstellen. So ist die Maskenpflicht aufgehoben, die bisher für 35 belebte Plätze und Einkaufsstraßen wie den Kurfürstendamm oder den Alexanderplatz galt - bis auf Stellen, an denen es nicht möglich ist, den vorgeschriebenen Mindestabstand einzuhalten wie in Warteschlangen. Auch im Zoo und Tierpark muss im Freien keine Maske mehr getragen werden. Das beschloss der Senat am Dienstag, wie der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach der Sitzung mitteilte.

Die Infektionsschutzverordnung soll entsprechend geändert werden; die neuen Regeln gelten den Angaben zufolge ab Freitag (18.6.). Müller sagte, zum Glück gebe es endlich bundesweit fallende Inzidenzwerte - auch in Berlin. In den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen sei ebenfalls eine deutliche Entlastung spürbar. Bei den Lockerungen müsse aber klar zwischen draußen und drinnen unterschieden werden. Das wurde auch beim Thema Maskenpflicht berücksichtigt.

In Bussen und Bahnen des Berliner ÖPNV müssen aber weiterhin FFP2-Masken getragen werden. Der ÖPNV werde wieder zunehmend voller, sagte Müller. FFP2-Masken zu tragen, sei ein „echter Gesundheitsschutz“ - gerade da, wo der Mindestabstand nicht einzuhalten sei.

Veranstaltungen im Freien dürfen bald wieder deutlich größer werden. Ab dem 3. Juli sind dabei bis zu 2000 zeitgleich anwesende Menschen erlaubt. Die Grenze für drinnen liegt bei bis zu 500 Personen. Bisher waren es maximal 1000 draußen und 250 drinnen. Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel ist ab 500 Personen der Nachweis eines negativen Corona-Tests Pflicht.

Jahrmärkte und Volksfeste sind grundsätzlich wieder erlaubt. Dabei gelten die gleichen Regeln wie für andere Veranstaltungen.

Tanzveranstaltungen im Freien mit bis zu 250 zeitgleich Anwesenden sind ebenfalls wieder möglich. Voraussetzung für die Teilnahme ist aber ein negativer Corona-Test.

Bei privaten Treffen im Freien sind künftig wieder bis zu 100 Personen erlaubt. Die bisher geltenden Kontaktbeschränkungen, nach denen sich höchstens zehn Personen aus maximal fünf Haushalten plus Kinder bis 14 Jahre treffen durften, werden für den Aufenthalt draußen aufgehoben.

In den Berliner Kitas endet am 21. Juni der eingeschränkte Regelbetrieb. Alle Kinder mit entsprechendem Anspruch sollen wieder betreut werden können.

Die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen sollen nach den Sommerferien wieder komplett in den Schulen unterrichtet werden. Es gilt anders als bisher Präsenzpflicht. Voraussetzung sind aber entsprechend niedrige Infektionszahlen. Zur Kontrolle des Infektionsgeschehens an den Schulen sollen sich die Lehrkräfte schon während der Präsenztage vor Schuljahresbeginn auf Corona testen. Schnelltests für Schülerinnen und Schüler sind in der ersten Schulwoche dreimal, danach zweimal pro Woche vorgesehen. Außerdem gilt in den ersten zwei Schulwochen eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung in geschlossenen Räumen. Danach soll die Maskenpflicht wegfallen, wenn die Infektionszahlen dem nicht entgegenstehen.

Bei Friseurbesuchen gilt künftig, dass für das Haareschneiden kein negativer Corona-Test mehr nachgewiesen werden muss. In dem Fall ist aber das Maskentragen Pflicht, wie Müller erläuterte. Kann die Maskenpflicht nicht eingehalten werden, etwa beim Bartstutzen, ist ein Schnelltest vorgeschrieben.

Nach den Freibädern dürfen auch die Hallenbäder wieder öffnen. Das gilt ebenfalls für Saunen und Thermen. In der Sauna sind jedoch Aufgüsse tabu und Dampfbäder bleiben zu. Pflicht ist ein negativer Corona-Test.

Der Besuch von Freizeitparks, anderen Betrieben für Freizeitaktivitäten, aber auch von Spielhallen und Spielbanken ist wieder erlaubt. Wer sich dabei nicht an seinem Platz aufhält, muss eine FFP2-Maske aufsetzen.

Das Verbot, alkoholische Getränke in der Zeit von 0 Uhr bis 5 Uhr auszuschenken, zu verkaufen oder abzugeben, wird aufgehoben.

Saarland

Im Saarland ist die Außengastronomie für negativ Getestete geöffnet - auch Kinos, Theater und Fitnessstudios dürfen testbasiert aufmachen. Die Testpflicht entfällt für vollständig Geimpfte und für Genesene. Am 31. Mai folgte auch die Innengastronomie und das Hotelgewerbe.

Am 4. Juni entfiel die Pflicht, sich für den Einzelhandel auf das Coronavirus testen zu lassen. Ab dann soll auch Kontaktsport im Innenbereich mit einem Test möglich sein. Auch kulturelle Betätigungen einschließlich Gesang und Nutzung von Blasinstrumenten sowie kontaktfreie kulturelle Angebote in Innenräumen sind dann erlaubt.

Außerdem dürfen den Angaben nach saarländische Musikschulen den Unterricht wieder in der vollen Gruppengröße aufnehmen. Für alle Aktivitäten in Innenräumen ist allerdings die Vorlage eines negativen Corona-Testnachweises notwendig, die geltenden Hygiene- und Infektionsschutzregelungen sind einzuhalten.

Bei standesamtlichen Trauungen soll in Absprache mit den Behörden der Kreis der Teilnehmenden erweitert werden können. Zudem könnten sich insgesamt wieder fünf Menschen im Privaten unabhängig von der Zahl der Haushalte treffen.

Ab 11. Juni soll dann die Testpflicht für die Außengastronomie sowie bei privaten Treffen im Außenbereich wegfallen.

Bereits seit dem 24. Mai sind Strandbäder geöffnet und Freizeitaktivitäten mit bis zu zehn Personen wieder möglich. Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test und der Nachweis einer vollständigen Impfung.

Im kleinen Grenzverkehr zwischen dem französischen Gebiet Moselle und dem Saarland gibt es keine besondere Corona-Testpflicht mehr für Grenzgänger. Stattdessen gelte wieder die sogenannte 24-Stunden-Regelung, nach der Personen bei Aufenthalten von weniger als 24 Stunden von der Testpflicht befreit sind, teilte das saarländische Ministerium für Finanzen und Europa in Saarbrücken mit.

Ab dem 25. Juni müssen die Saarländerinnen und Saarländer keine Masken mehr in ihren Autos, an Bushaltestellen oder im Außenbereich der Gastronomie tragen. In Innenräumen gilt die Maskenpflicht weiter, aber etwa bei Gottesdiensten könne die Maske am festen Sitzplatz abgelegt werden.

Die Landesregierung hat zudem die Zahl der zugelassenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Veranstaltungen erhöht. Demnach können im Außenbereich bis zu 500, im Inneren bis zu 250 Menschen zusammenkommen. Veranstaltungen ab einer Zahl von 20 Personen müssten weiterhin der Ortspolizei gemeldet werden. Abstands- und Hygieneregeln seien zu beachten und die Testpflicht ab elf Teilnehmenden bleibe bestehen, hieß es.

Ab Freitag könnten auch wieder Bordelle und Prostitutionsstätten öffnen, sexuelle Dienstleistungen seien möglich. Die Kundinnen und Kunden müssen einen negativen Testnachweis mit sich führen, außerdem gilt eine Maskenpflicht.

Sachsen

Sachsen lockert mit seiner Corona-Schutzverordnung die Testpflicht. Bei einer stabilen Inzidenz von unter 35 sei in fast allen Bereichen kein Test mehr nötig, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in Dresden. Ausnahmen stellen etwa Großveranstaltungen oder Messen dar. Erleichterungen gibt es zudem für Privat- und Vereinsfeiern. Zudem hebt Sachsen bei niedrigen Infektionszahlen die Maskenpflicht im Freien auf. Die Regelung gilt ab 1. Juli und bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter zehn.

Schüler und Lehrer müssen sich künftig bei niedrigen Infektionszahlen nur noch einmal pro Woche testen - ebenfalls ab dem 1. Juli und auch nur bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter zehn. Oberhalb dieser Marke sind wie bisher zwei Tests pro Woche an Schulen sowie für das Kita-Personal vorgesehen.

Zudem sollen künftig Schulen und Kitas nicht mehr so schnell schließen - auch wenn die Zahl der Corona-Infektionen wieder nach oben gehen sollte. Steigt die Wocheninzidenz auf über 100, gehen Grund- und Förderschulen sowie Kitas in den eingeschränkten Regelbetrieb mit festen Gruppen und Klassen. An weiterführenden Schulen wird dann im Wechselmodell unterrichtet. Mit dem Auslaufen der Bundesnotbremse Ende Juni dürfen die Einrichtungen dann unabhängig von den Infektionszahlen öffnen.

In Sachsen können sich derzeit noch in Regionen mit einer Inzidenz unter 50 zehn Personen ohne Einschränkungen zusammenkommen, also auch unabhängig von der Anzahl der Hausstände. Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres werden jeweils nicht mitgerechnet.

In Regionen unterhalb einer 100er-Inzidenz Gruppen dürfen bis zu 20 Minderjährigen draußen Sport treiben. Mit Kontakterfassung ist der Sport unter freiem Himmel für alle erlaubt, solange er kontaktlos bleibt und es bei maximal 30 Teilnehmern bleibt. Wenn die 50er-Marke unterschritten wird, ist Kontaktsport mit tagesaktuellem Test und Kontakterfassung auch drinnen wieder zulässig (mit bis zu 30 Personen). Außerdem sind wieder Besucher für Sportveranstaltungen zugelassen – mit Hygienekonzept, Kontakterfassung und Testpflicht.

Auch für den Handel in Sachsen sind die 100er- und die 50er-Marke entscheidend: Sinkt die Inzidenz unter 100, dürfen alle Geschäfte wieder regulär öffnen – ohne Terminvereinbarung, aber mit einem tagesaktuellen Corona-Test der Kunden. Vom 14. Juni an sollen auch wieder mehr Kunden pro Quadratmeter in einem Geschäft erlaubt sein.

Im Gastrobereich sind die ersten Lockerungen bereits erfolgt: Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100, kann es Öffnungen im Außenbereich geben – mit Terminbuchung und Kontakterfassung. Wenn mehr als ein Haushalt an einem Tisch sitzt, besteht für alle eine Testpflicht. Bleibt die Inzidenz unter 50, kann auch der Innenbereich geöffnet werden. Ebenfalls neu ist: Liegt der Inzidenzwert 14 Tage lang unter 35, entfällt die Testpflicht in der Gastronomie – wie auch im Einzelhandel, in Zoos und anderen Freizeiteinrichtungen sowie bei Kultur - und Sportangeboten.

Touristen dürfen erst dann wieder in Hotels und Pensionen übernachten, wenn die Inzidenz stabil unter 50 sinkt. Voraussetzungen sind Terminbuchungen, Kontakterfassung und ein aktueller Corona-Test zu Beginn des Aufenthaltes. Von diesem Beherbergungsverbot sind Campingplätze sowie Ferienwohnungen ausgenommen.

Museen, Bibliotheken, Kinos, Theater und andere Kultureinrichtungen dürfen bei einer Inzidenz von unter 100 wieder Publikum empfangen, vorausgesetzt der Einlass erfolgt mit Terminbuchung, Kontakterfassung und aktuellem Test. Unter einer 35er-Inzidenz soll die Testpflicht gestrichen werden.

Sachsen-Anhalt

Die neuen Corona-Regeln für Sachsen-Anhalt mit zahlreichen Lockerungen treten bereits am Donnerstag, 17. Juni, in Kraft. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hätten die neue Corona-Landesverordnung am Mittwoch unterzeichnet, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Damit wird unter anderem die bisher gültige Kontaktbeschränkung in eine Empfehlung umgewandelt. Im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen reicht dann eine medizinische Maske, die FFP2-Maske ist nicht mehr vorgeschrieben. Die Testpflicht wird in mehreren Bereichen gelockert. Sollte in einem Landkreis die Sieben-Tage-Inzidenz über 35 steigen, müssen die Lockerungen zurückgenommen werden. Davon sind derzeit aber alle Landkreise weit entfernt.

Die Landesregierung hatte die neuen Regeln am Dienstag grundsätzlich beschlossen und angekündigt, dass sie noch vor dem Wochenende wirksam werden sollten. Die Landesregierung hatte jedoch nicht absehen können, wie lange die Ausformulierung der neuen Verordnung dauern würde und den genauen Termin des Inkrafttretens daher zunächst offen gelassen.

Thüringen

Mit der neuen Corona-Verordnung müssen die Thüringer beispielsweise für Biergartenbesuche oder Restaurantterrassen keine Termine mehr vereinbaren, Innengastronomie ist von einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 mit Tests wieder möglich.

Auch unkomplizierteres Einkaufen, Übernachtungen in Hotels, Museums- und Freizeitparkbesuche und viele andere Aktivitäten sind bei Einhaltung der Regeln wieder drin. Es gibt allerdings auch Ausnahmen: Diskotheken blieben wegen der Infektionsgefahr beim Feiern und Tanzen vorerst in vielen Regionen noch geschlossen, so die Ministerin.

Die Lockerungen gelten bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 und gestaffelt bei Werten von 50 und 35 mit immer weniger Restriktionen. Vor allem Aktivitäten im Freien werden deutlich erleichtert. Bis Ende Juni wirke allerdings das Infektionsschutzgesetz des Bundes mit der Notbremse weiter, die Schließungen ab Inzidenz 100 vorsehe, sagte Werner.

Veranstaltungen sind unter freiem Himmel bei einer Inzidenz unter 100 mit Test erlaubt, wenn die kommunalen Behörden ihr Einverständnis geben. Die Testpflicht entfällt bei Inzidenz 50. In geschlossenen Räumen sind Veranstaltungen bei Inzidenz unter 50 mit Tests und Kontaktnachverfolgung möglich.

Campingplätze und Ferienwohnungen können gebucht werden, Hotels unter bestimmten Voraussetzung Gäste empfangen. Bei einer Inzidenz unter 100 dürfen Hotels und Pensionen nur zu 60 Prozent belegt sein. Gäste müssen bei Anreise und alle 72 Stunden einen negativen Corona-Test vorlegen. Die Testpflicht wird schrittweise bei niedriger Inzidenz gelockert und entfällt bei einem Wert von 35 in der jeweiligen Region. Auch Reisebusse können wieder genutzt werden.

In allen Geschäften ist jetzt bei einer Inzidenz unter 100 keine Kontaktpersonennachverfolgung mehr notwendig, die Testpflicht entfällt ab einer Inzidenz unter 50.

Freibäder können wieder öffnen, Fitnessstudios ab einer Inzidenz unter 50 mit Testpflicht. Unter 35 entfällt sie. Clubs und Diskotheken können ab einer Inzidenz unter 35 wieder unter Genehmigungsauflagen die Türen aufschließen. Besuche in Museen sind generell wieder möglich - ab einer Inzidenz von 50 auch ohne Testpflicht.

Bei einer Inzidenz unter 100 dürfen sich in geschlossenen Räumen wie bisher nur ein Haushalt mit zwei weiteren Personen treffen, im Freien sollen insgesamt vier Menschen hinzukommen dürfen. Bei einer Inzidenz unter 50 sollen sich drinnen ein Haushalt und fünf weitere Personen treffen können, draußen sind es bis zu zehn weitere Menschen. Bei einer Inzidenz unter 35 schließlich können sich dann auch drinnen ein Haushalt mit bis zu zehn Menschen treffen. Draußen entfallen die Kontaktbeschränkungen dann ganz.

Nordrhein-Westfalen

Im bevölkerungsreichsten Bundesland enthält die aktuelle Corona-Schutzverordnung drei Stufen von Inzidenzwerten, die unterschiedliche Öffnungsschritte für die Kommunen vorsehen: Stufe 1 bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35, Stufe 2 mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 bis 50 und Stufe 3 für die Inzidenz 50 bis 100.

Für einige Angebote mit überregionalem Einzugsbereich - etwa Freizeitparks - kommt es auch auf die landesweite Inzidenz an. Für besonders infektionsgefährdete Veranstaltungen ist zudem ein frühestmögliches Öffnungsdatum vorgeschrieben: Ab 1. September dürfen Clubs und Diskotheken wieder mit einem genehmigten Konzept öffnen, wenn die Inzidenz landesweit unter 35 liegt.

Kindertagesstätten kehren seit 7. Juni in den Regelbetrieb mit voller Betreuungsstundenzahl zurück. Die Gruppentrennung wird aufgehoben. Außerdem sollen in den Kitas Lolli-Schnelltests angeboten werden. Zuvor kehrten alle Schüler wieder vollständig in den Präsenzunterricht zurück, sofern eine stabile Inzidenz von unter 100 im jeweiligen Kreis oder der kreisfreien Stadt erreicht ist.

In Kommunen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 wird Einkaufen im gesamten Einzelhandel ohne vorherigen negativen Corona-Test wieder möglich. Voraussetzung ist, dass der Wert in den jeweiligen Gebieten fünf Werktage unter 100 liegt. Ab dem übernächsten Tag kann dann die Öffnung greifen. Umgekehrt gilt: Wenn ein Kreis oder eine Stadt drei Tage über einem Grenzwert liegt, gilt ab dem übernächsten Tag wieder die höhere Stufe.

Bei Stufe 3 bleibt es bei Außengastronomie mit Tests. In Stufe 2 gilt: außen ohne Test, drinnen mit. Bereits bei einer Inzidenz von stabil unter 100 gilt laut Gesundheitsministerium ab Freitag außen 1,50 Meter Abstand zwischen den Tischen; bei einer Inzidenz unter 50 auch innen 1,50 Meter Abstand. Zuvor waren es drinnen zwei Meter Mindestabstand gewesen und damit 50 Zentimeter mehr als in einigen anderen Bundesländern.

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in der jeweiligen Kommune stabil unter 50, darf wieder in Fitnessstudios trainiert werden. Auch alle Bäder, Saunen und Indoorspielplätze dürfen dann mit Test und Personenbegrenzung wieder öffnen. Wenn die landesweite Inzidenz unter 50 sinkt, dürfen auch Freizeitparks und Spielbanken mit Test und Personenbegrenzung wieder öffnen. Bei einer Inzidenz unter 35 in einem Kreis oder einer Stadt dürfen Freibäder ohne Test und Bordelle mit Test besucht werden. Diskotheken im Freien sind dann mit maximal 100 Personen erlaubt.

Private Veranstaltungen - ohne Partys - sind bei einer Inzidenz unter 50 im Kreis oder der Stadt draußen mit bis zu 100 getesteten Gästen und drinnen mit bis zu 50 zulässig. Sinkt der Wert unter 35, sind im privaten Bereich draußen bis zu 250 Gäste ohne Test und drinnen bis zu 100 Gäste mit Test erlaubt.

Im Kulturbereich sind Veranstaltungen draußen bei einer Inzidenz in den jeweiligen Kreisen und kreisfreien Städten zwischen 100 und 50 mit bis zu 500 Personen erlaubt. Zu Konzerten, Theater, Oper und auch in Kinos können bis zu 250 Personen mit negativem Testergebnis zugelassen werden. Sinkt die Inzidenz unter 50, dann sind bis zu 500 Personen erlaubt.

Kontaktfreier Außen-Sport ist nur noch in Stufe 3 auf 25 Personen begrenzt - in allen anderen Stufen unbegrenzt. Sport innen ist in den Stufen 1 und 2 mit unterschiedlichen Auflagen zur Personenzahl, Tests und zur Rückverfolgbarkeit möglich.

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Lockerungen für Corona-Geimpfte: Verordnung tritt am Sonntag in Kraft
1:03 min
Für Geimpfte und Genesene wird dieser Sonntag ein besonderer Tag. Sie dürfen sich wieder mit mehr Menschen treffen und sind von Ausgangsbeschränkungen befreit.  © dpa

Baden-Württemberg

Nach dem Start der Lockerungen der Corona-Auflagen in mehreren Regionen stehen in den kommenden Tagen weitere Städte und Kreise bereit, um die Beschränkungen für Kneipen, Hotels und Geschäfte zu verringern.

Als Voraussetzung für diesen Schritt müssen in einer Stadt oder einem Landkreis die Corona-Zahlen an fünf Werktagen nacheinander unter einer Inzidenz von 100 Ansteckungen pro 100.000 Einwohnern liegen. In diesen weniger vom Virus belasteten Kreisen hatte das Land die Einschränkungen in der Gastronomie, im Tourismus und in der Freizeit erheblich gelockert.

So sind etwa Kulturveranstaltungen wie Theater, Opern, Konzerte und Kino im Freien wieder möglich. Galerien, Museen und Gedenkstätten können öffnen - genauso wie Bibliotheken und Archive. Auch Freibäder dürfen wieder Badegäste empfangen.

Die Schulen in Baden-Württemberg profitieren ebenfalls - und kehren Schritt für Schritt wieder zu so etwas wie Alltag zurück. Denn weil die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt, ist von Montag an in einigen Regionen auch wieder Präsenz im Schulunterricht möglich.

Überschreitet ein Kreis die Marke von 100 an drei Werktagen hintereinander, müssen die Öffnungsschritte allerdings wieder zurückgenommen werden. Die Landesregierung hob zudem die Impfpriorisierung in den Hausarztpraxen auf.

Hamburg

Angesichts einer stabilen Infektionslage lockert der Hamburger Senat die Corona-Kontaktbeschränkungen weiter. Ab Dienstag können sich wieder zehn Personen aus verschiedenen Haushalten auch in Innenräumen treffen, wie der Senat am Montag mitteilte. Auch die Regeln für Veranstaltungen und die Gastronomie werden gelockert.

Seit dem 11. Juni können unter anderem Hotels, Hostels und Campingplätze wieder zu 100 Prozent belegt werden - bisher waren nur 60 Prozent erlaubt. Und im Freien dürfen sich bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach von einem „ganz anderen Lebensgefühl“ in der Stadt. „Das betrifft alle Generationen.“

Die zulässige Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen soll auf 100 Menschen in Räumen und bis zu 500 unter freiem Himmel erhöht werden. Außerdem soll Prostitution unter strengen Hygieneauflagen wieder erlaubt werden. Auch dürfen Saunen, Dampfbäder und Wellnesseinrichtungen mit Einschränkungen wieder öffnen.

Auch Veranstalter von Stadt- und Hafenrundfahrten dürfen ab Freitag ihre Kapazitäten wieder vollständig nutzen. In offenen Doppeldeckerbussen oder Barkassen entfällt zudem der Nachweis eines negativen Corona-Tests.

Weitere Lockerungen gibt es im Sport: Im Freien dürfen jetzt bis zu 30 Erwachsene Sport treiben, kontaktlos im Inneren bis zu zehn Menschen. Chor- und Blasmusikproben dürfen mit zweieinhalb Meter Mindestabstand und Testpflicht auch in Innenräumen stattfinden.

In Kultureinrichtungen darf das Publikum im sogenannten Schachbrettverfahren platziert werden. „Das bedeutet, dass jeder zweite Platz genutzt werden kann“, sagte Tschentscher.

Dass der Sommerdom stattfinden kann, war bereits am Montag bekanntgeworden. „Wir bereiten uns auf einen Sommerdom vor, natürlich mit sehr besonderen Konzepten“, sagte er. „Aber immerhin ein Volksfest auf dem Heiligengeistfeld.“ Über eine Öffnung des traditionsreichen Fischmarkts werde im nächsten Schritt entschieden, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD).

Auf eine Öffnung warten müssen hingegen weiterhin Clubs, Diskotheken und andere Tanzlokale. Eine Öffnungsperspektive gab Tschentscher nicht. „Es ist gut, dass die jungen Leute das Leben an der frischen Luft genießen.“ Abstandsloses und ausgelassenes Feiern an öffentlichen Plätzen, wie jüngst im Schanzenviertel, in Winterhude oder dem Stadtpark, sei aber weiterhin verboten, weil zu riskant.

Deshalb müssten örtlich begrenzt geltende Alkoholverbote an den Hotspots auch aufrechterhalten werden. „Wenn es zu exzessivem Alkoholkonsum im öffentlichen Raum kommt, wenn Dinge außer Kontrolle geraten, wenn Flaschen geworfen werden auf Polizeibeamte, dann ist das nicht in Ordnung. Und dann wird es Regeln geben, die das unterbinden, und zwar in der gesamten Stadt“, sagte er. „Das hat mit Corona gar nicht mehr viel zu tun.“

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz hat die Corona-Beschränkungen für Sport, Kultur, Freizeit, Gastronomie- und Hotellerie gelockert. Voraussetzung ist die stabile Sieben-Tage-Inzidenz unter 100, unter 50 ist noch mehr möglich. Bisher durften sich bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen, jetzt sind es fünf aus fünf. Nicht mitgezählt werden vollständig Geimpfte sowie Kinder bis 14 Jahren, und auch Genesene.

Die Schule beginnt bereits am 14. Juni wieder für alle im Präsenzunterricht. Das ist eine Woche früher als zunächst geplant. Für Volkshochschulen und andere Anbieter der außerschulischen Bildung gilt eine Person pro zehn Quadratmeter (vorher waren es 20 Quadratmeter) - und dies auch für Kunst- und Musikunterricht. Musik- und Kunstunterricht für Kinder ist in Gruppen bis zu 25 wieder drin.

In der Außengastronomie sowie bei anderen Außenaktivitäten entfällt die Testpflicht, „bei möglichst digitaler Kontakterfassung“ etwa über die Luca-App. Getränke und Speisen dürfen wieder an den Theken abgeholt werden, also etwa in den Biergärten und Pfälzer Waldhütten. Die Innengastronomie darf auch wieder öffnen, allerdings mit Test.

Training, inklusive Kontaktsport, im Freien in Zehnergruppen plus Trainer, plus Geimpfte und Genesene ist wieder möglich. Für Kinder bis 14 Jahren sind Gruppen draußen bis zu 25 Personen erlaubt. Sinkt die Inzidenz stabil unter 50 dürfen die Gruppen statt aus zehn Jugendlichen und Erwachsenen aus 20 bestehen. Innen sind dann zehn erlaubt, bei Kindern 25.

Theater und Kinos dürfen innen und außen bis zu 100 Zuschauer einlassen. Bei einer Inzidenz unter 50 sind draußen 250 Zuschauer und Zuschauerinnen möglich. Proben geht im Freien mit bis zu zehn Menschen plus Anleiter - wobei Geimpfte und Genesene nicht mitzählen. Bei Kindern sind Gruppen bis 25 draußen möglich.

RND/tdi/ffo/ar/jw/dpa

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