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Lauterbach gibt sich ahnungslos: Wusste nichts von sofortiger Kürzung des Genesenenstatus

Karl Lauterbach, SPD-Bundestagsabgeordneter und Bundesminister für Gesundheit, spricht bei der Orientierungsdebatte zu einer SARS-CoV-2-Impfpflicht im Bundestag (Archivbild).

Hannover. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat mit Blick auf die Verkürzung des Genesenenstatus nach einer Corona-Infektion auf nunmehr drei Monate Kommunikationsprobleme mit dem Robert Koch-Institut (RKI) eingeräumt.

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„Dass der Genesenenstatus jenseits der Quarantäneregeln quasi über Nacht auf drei Monate verkürzt wurde – davon war ich nicht unterrichtet“, sagte Lauterbach in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Es stehe außer Frage, dass es Kommunikationsprobleme gegeben habe, sagte Lauterbach. „Aber das stellen wir jetzt ab.“ Im Übrigen stimme er der „fachlichen Einschätzung“ des RKI zu, da sich Menschen bereits fünf Monate nach einer Infektion mit der Delta-Variante des Coronavirus mit der derzeit dominierenden Omikron-Mutante erneut infizieren könnten.

Das RKI hatte vor knapp zwei Wochen den Genesenenstatus von sechs auf drei Monate verkürzt, dies allerdings nur über seine Website mitgeteilt. Die Regelung gilt seit dem 15. Januar. Gemäß der fachlichen Vorgaben für Genesenennachweise des RKI gelten Erkrankte demnach als vom Coronavirus genesen, wenn ihre Infektion mittels eines PCR-Tests nachgewiesen wurde, die Abnahme des positiven Tests mindestens 28 Tage zurückliegt und das Ergebnis nicht älter als 90 Tage ist.

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Lauterbach weist Kritik am Corona-Kurs zurück

Auch in Zukunft würde er solche Entscheidungen nicht stoppen, da sie auf Erkenntnissen der Wissenschaft beruhten, die auch Grundlage seiner Arbeit seien, so der Gesundheitsminister. „Nur das Timing von solchen Entscheidungen und die Vorbereitung darauf müssen besser werden.“ Man habe aber einen Weg gefunden, solche Probleme in Zukunft zu vermeiden.

Kritik, dass Deutschland bisher nicht gut durch die Pandemie komme, ärgere ihn, verriet Lauterbach. Bisher habe der Schutz insbesondere der älteren Bevölkerung „insgesamt gut geklappt“. Es sei keine „Kleinigkeit“, die besonders gefährdeten Gruppen zu schützen, denn „wir haben die zweitälteste Bevölkerung in Europa und dort noch mit 12 Prozent einen hohen Anteil an Ungeimpften.“ Zudem habe Deutschland derzeit deutlich niedrigere Fallzahlen als andere europäische Länder, auch die Sterbezahl sei geringer.

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung hatte zuletzt die Datenlage zur Corona-Pandemie in Deutschland bemängelt. Lauterbach führte das vor allem auf die schleppende Einführung der elektronischen Patientenakte zurück. Er wolle, dass sich das ändert und kündigte deshalb eine neue Personalie für das Gesundheitsministerium an, die „sich mit Digitalisierung sehr gut auskennt und dann eine entsprechende Dynamik entwickelt“. Namen wollte der SPD-Minister noch nicht nennen, „aber es wird schon eine wesentliche Verstärkung sein“.

RND/dpa/sic

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